Schriftgröße: a a a | SitemapDatenschutz | Impressum | Kontakt
Seite drucken

Joachim- u. Susanne-Schulz-Stiftung konnte schon vielfältige Projekte fördern

Mudau. (ao) Schon zu Lebzeiten hat der Aurora-Firmenchef und Mudauer Ehrenbürger Joachim Schulz die örtlichen Vereine großzügig gefördert.

So hat er u.a. nachhaltig dafür gesorgt, dass der Golfclub Mudau entstand und eine so hervorragende Entwicklung genommen hat. Nach seinem Tod im Januar 2010 hat seine Ehefrau Susanne Everth-Schulz einen großen Teil ihres Vermögens in die Ende 2010 gegründete Joachim- und Susanne-Schulz-Stiftung, eine der größten Privatstiftungen Deutschlands, eingebracht und damit ein Werk geschaffen, von dem die Gemeinde Mudau und die Stadt Amorbach in allen Bereichen des Lebens noch lange profitieren können - ganz im Sinne von Joachim Schulz. Bei einem Stiftungskapital von 20 Millionen Euro stehen je nach Finanzmarktlage jährlich 200 000 bis 250 000 Euro für die verschiedensten Projekte zur Verfügung.
Obwohl die Stiftung grundsätzlich ihr Vermögen nicht angreifen und Projekte nur aus den Erträgen des angelegten Stiftungsvermögens fördern darf, konnten trotz eines teilweise schwierigen Kapitalmarktumfelds im Jahr 2011 eine Vielzahl von Projekten erfolgreich gefördert werden, resümierte Stiftungsvorstand Hubert Wagner am Dienstag in einem Pressegespräch in den Räumen der Firma Aurora. Rund 55 Förderanträge sind 2011 an die Stiftung herangetragen worden, und nahezu alle seien vom Kuratorium befürwortet worden.
Mit insgesamt 170 000 Euro konnte die Joachim und Susanne Schulz Stiftung eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte aus verschiedenen Bereichen fördern und damit zur Steigerung der Lebensqualität in Mudau und Amorbach beitragen. Gefördert wurden in Amorbach Vereine und Sportaktivitäten mit über 60 000 Euro, Kunst, Kultur und Denkmalpflege , sowie Bildung, Jugend und Völkerverständigung mit jeweils ca. 45 0000 Euro und Alten- und karitative Hilfe mit über 10 000 Euro.
Die Gesamtförderung der Region Amorbach betrug knapp 100 000 Euro im vergangenen Jahr. In Mudau wurde eine Vielzahl von Projekten mit unterschiedlichen Schwerpunkten unterstützt: Für Schülerfahrten, insbesondere mit Bezug zu Wissenschaft und Technik, erhielt die Grund- und Hauptschule 3 000 Euro. Zudem wurde das Jugendlabor der GHS mit Unterstützung der Stiftung umfangreich ausgestattet. Davon profitiert nicht nur die AG „Naturwissenschaftliches Experimentieren“ der GHS. Auch Realschüler und Gymnasiasten der Nachbarorte können dieses Angebot nutzen. Studenten des Studiengangs Vermessung und Geoinformatik der Hochschule Stuttgart haben im Rahmen ihrer Bachelorthesen die sichtbaren Überreste der im 19. Jahrhundert verlassenen Siedlung Ober-/Unterferdinandsdorf nahe des Reisenbacher Grunds vermessen. Ermöglicht wurde die Vermessung durch finanzielle Förderung der Stiftung. Auf Initiative des Mudauer Ortsvorstehers wurde ein Jahrbuch über die Aktivitäten der Gesamtgemeinde im Jahr 2010 erstellt. Dieses Jahrbuch soll künftig jährlich erscheinen. Die hierfür gegründete GbR wurde von der Stiftung mit einem Kapitalstock von 2 200 Euro unterstützt. in Mudau bestand bereits seit langem der Wunsch, den Spielplatz mit einem Wasserspielzeug noch attraktiver zu machen. Der Heimat- und Verkehrsverein Mudau wurde zur Realisierung dieser Spielplatz-Attraktion mit 6 500 Euro unterstützt. Das Wasserspielgerät ist witterungsbedingt noch nicht aufgestellt worden. Dies soll im Frühjahr nachgeholt werden und es soll dann auch eine kleine Einweihungsfeier geben.
Die Sanierung, Erweiterung und energetische Erneuerung des Sportheims des TSV Mudau wurde mit 10 000 Euro gefördert. Um Proben und Chorauftritte der Chorgemeinschaft Scheidental zu unterstützen wünscht sich die Dorfgemeinschaft seit vielen Jahren die Anschaffung einer gebrauchten Orgel. Mit einer Unterstützung von 4 000 Euro sind die Scheidentaler der Verwirklichung dieses Wunsches ein großes Stück näher gekommen. Ebenfalls in Scheidental steht für die Zeit von August 2011 bis September 2012 die Renovierung von Kleindenkmälern, Flurkreuzen und Bildstöcken auf dem Programm. Die Hälfte der veranschlagten Kosten möchte die Dorfgemeinschaft selbst, z. B. über Spenden, aufbringen Die zweite Hälfte in Höhe von 2 700 Euro wurde 2011 von der Stiftung übernommen.
Als größtes Projekt in Mudau wurde und wird die Freizeit- und Breitensportanlage Gewann „Weller“ unterstützt. Träger dieses Förderantrags sind die Gemeinde Mudau, die Turn- und Sportgemeinschaft Reisenbach/Mudau und der Förderverein der Grund- und Hauptschule Mudau. Für das Jahr 2011 wurden 30 000 Euro genehmigt und ausbezahlt; weitere Förderung für das Jahr 2012 wurde schon zugesichert. Baubeginn ist im Frühjahr 2012.
Darüber hinaus wurden weitere Projekte in der Region gefördert, darunter ein deutsch-ungarischer Schüleraustausch des Burghardt-Gymnasiums Buchen, palliativmedizinische ambulante Versorgung, ein mehrtägiger Musikworkshop mit Profimusikern für Schüler des Ganztagesgymnasiums Osterburken und eine Jugendveranstaltung des Kunstvereins „Kunstrasen e.V.“.
Die Gesamtförderung der Region Mudau betrug ca. 70 000 Euro im Jahr 2011. Auch für 2012 sind bereits etliche Förderanfragen eingegangen.
Die Joachim- und Susanne-Schulz-Stiftung habe ihr Geschäft sehr gut erfüllt und ein ganz schönes Spektrum abgedeckt, freute sich Mudaus Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger. Mit dem Geld habe man viele Dinge anschieben können, die außerhalb der Pflichtaufgaben der Gemeinde liegen. Auch sein Amorbacher Kollege Bürgermeister Peter Schmitt freute sich über das Engagement der Stiftung, die quer durch die Vereine wirke.
Der Stiftungsvorstand rechnet für das Jahr 2012 mit Erträgen in der Größenordnung von 200 000 bis 250 000 Euro. Habe man bisher eher „einfache Projekte“ gefördert, wünsche man sich für die Zukunft etwas „Nachhaltiges“, „etwas Außergewöhnliches für die Region“, sagte Vorstandsmitglied und Aurora-Geschäftsführer Hannes Wolf, etwa die Einrichtung eines in der Region einzigartigen Schultyps.