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Jahreshauptversammung der Forstbetriebsgemeinschaft Limes-Odenwald

Scheidental. Mit erstaunlicher Resonanz waren Mitglieder und Freunde der Forstbetriebsgemeinschaft Limes-Odenwald der Einladung zur Jahreshauptversammung im örtlichen Gasthaus „Zur Linde“ gefolgt.

Seinen besonderen Willkommensgruß richtete 1. vorsitzender Trudpert Haas an Oberforstrat Herrner Niermann, Forstoberamtsrat Helmut Breunig und Forstoberinspektor Michael Schwarz von der Forstverwaltung sowie an die anwesenden Ortsvorsteher. In seinem Bericht ging Trudpert Haas auf den im abgelaufenen Jahr getätigten Holzverkauf ein. Mit 4.780 Festmetern waren rund 200 Festmeter weniger als im Vorjahr verkauft worden. Jedoch bei gleichbleibender Verteilung in etwa zwei Drittel Industrie- und ein Drittel Stammholz bei einem Durchschnittserlös von 33,10 Euro je Festmeter. Dieser Durchschnittspreis decke jedoch die Aufwandskosten nicht mehr ab, auch wenn Haas sich zufrieden zeigte, dass wenigstens alles eingeschlagene Holz vermarktet werden konnte. Er sprach aber auch die Problematik der im Privatwald häufig vorkommenden Kleinmengen und fehlender Abstimmung an. Hinzu käme, dass im Papierholzbereich teilweise Probleme mit der Holzqualität aufgetreten seien. Weiter enthielt der Bericht des 1. Vorsitzenden den besuchten Waldgipfel in Güglingen mit dem Besuch einer Hackschnitzelheizung. Hass kam dabei nicht umhin, von der Vision der „Pelletsherstellung direkt im Wald“ zu schwärmen. In einem kurzen Ausblick gab er bekannt, dass die nächste Lehrfahrt im Frühjahr zum Vorsitzender der FMS, Peter Welde, auf den Peterhof im mittleren Schwarzwald erfolge. Revierleiter Michael Schwarz, der seit 1. Oktober 2004 als Nachfolger von Revierleiter Gutmann eingesetzt ist, stellte sich kurz vor und verlas das Protokoll der letzten Jahreshauptversammlung. Auch Oberforstrat Niemann, der sei 1. Januar als Leiter der Forstbetriebsleitung Walldürn – auch für Mudau zuständig – eingesetzt ist, stellte sich kurz vor und ging auf die mittlerweile in Kraft getretene Verwaltungsreform ein. In diesem Zusammen konnte er die Anwesenden beruhigen, denn die Eingliederung der Forstverwaltung in das Landratsamt und die Zusammenlegung der Forstämter Buchen und Walldürn werde für die Privatwaldbesitzer keine spürbaren Änderungen mit sich bringen. Anschließend gab er einen kurzen Überblick über die aktuelle Holzmarktlage. Fichte und Kiefer lassen sich zur Zeit zu akzeptablen Preisen auch in langer Form vermarkten. Für die Buch sei dagegen kaum ein Markt vorhanden. Welchen Einfluß der Orkan über Skandinavien oder die neu eingeführte KLW-Maut nehmen werden, sei noch offen. Revierleiter Schwarz forderte die Waldbesitzer dazu auf, sich vor Beginn von geplanten Maßnahmen mit ihm in Verbindung zusetzen, um die aktuellen Aushaltungsvorgaben bzw. Vermarktungsmöglichkeiten zu erfragen. Auch Büroleiter Breunig zeigte auf, wie wichtig für ihn als verkäufer die Voranmeldung von anfallenden Sortimenten als Planungsgrundlage ist. Er erläuterte weiter, dass mittlerweile bei allen Holzverkäufen die Steuernummer des Waldbesitzers anzugeben sei und die Revierleiter daher angehalten seien, diese bei der Holzaufnahme zu erfragen. Anschließend ehrte der Vorsitzende Trudpert Haas mit Urkunde und Präsenten als Mitglied der „ersten Stunde“ und „Holzmacher der Spitzenklasse“ Wilhelm Herkert. Denn der Geehrte präsentiere sein aufgearbeitetes Holz grundsätzlich mit Genauigkeit und Sauberkeit. Haas gab dabeiauch einen kurzen Rückblick auf die mittlerweile 35jährige Geschichte der FBG Limes-Odenwald, der er von Beginn an als Vorsitzender und fast ebenso lange als Geschäftsführer vorsteht. Aufgrund der damit verbundenen Belastungen machte er den Vorschlag, Revierleiter Michael Schwarz im Rahmen einer Ergänzungswahl als Geschäftsführer zu berufen, damit er sich zumindest aus diesem Tätigkeitsfeld zurückziehen könne. Die Anwesenden dankten dem Vorsitzenden für seine jahrzehntelange Arbeit in Doppelfunktion und folgten seinem Vorschlag einstimmig. Oberforstrat Niemann und Orstoberamtsrat Niemann gingen in diesem Zusammenhang auch auf die Problematik ein, dass die FBG Limes-Odenwald bislang keine anerkannte FBG mit entsprechender Satzung ist. Als Vorteile einer entsprechenden Gründung nannte sie folgende Punkte: Die FBG könnte dann als Betrieb auftreten und höhere Fördergelder erhalten, wenn sie die Flächen mehrerer Waldbesitzer zusammenfasst. Außerdem hafte in der momentanen Form des Zusammenschlusses als GbR der Geschäftsführer als Einzelperson und schließlich würden sich die Kosten für eine anerkannte FBG nicht erhöhen. Büroleiter Breunig empfahl den Anwesenden, diese Punkte zu überdenken und bot an, eine entsprechende Satzung vorzubereiten und diese bei einem weiteren Termin vorzustellen. Trudpert Haas nahm dieses Angebot an und schloss die Sitzung mit dem Hinweis an die Politik: „Es ist keine Motivation für einen Waldbesitzer, wenn schnell eingeschlagenes Käferholz so schlecht bezahlt wird.“
(L.M.)