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Feierliche Inbetriebnahme der Neuorientierung der Abwasserreinigung Schloßau

Schlossau.(k.n.) Eine Investition für die Zukunft stellt die Neuorientierung der Abwasserbeseitigung in Schlossau dar, die am Donnerstagnachmittag rund fünfzehn Monate nach dem Spatenstich ihren Betrieb aufnahm.

Im Beisein der beteiligten Behörden, Unternehmen und ausführenden Firmen legte Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger symbolisch den Hebel um und verabschiedete damit zugleich die vollbiologische Klaranlage aus dem Jahre 1972, die über Jahre hinweg für die Abwasseraufbereitung in Mudaus Ortsteil sorgte. Obwohl die Reinigungsleistung der Anlage bis zu ihrer Stillegung keinerlei Anlass zu Beanstandungen gab, ergab sich aus dem baulichen Zustand aller Anlageteile Handlungsbedarf für die Gemeinde, die schließlich das Ingenieurbüro Sack & Partner aus Adelsheim beauftragte verschiedene Lösungsvarianten zu untersuchen. Mit der Aufgabe der Kläranlage und der Mitreinigung der Abwässer in der Mudauer Anlage zeichnete sich eine Lösung ab, die allen Beteiligten für schlüssig und zukunftsorientiert erschien. Nachdem auch die Wirtschaftlichkeitsberechnung für diese Variante sprach und die Mudauer Kläranlage die erforderliche Kapazität erfüllte, konnte schließlich konkret mit den Planungen begonnen werden, so Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger in seinem Rückblick. Nach Abschluss der öffentlichen Ausschreibungen konnte schließlich das Projekt mit dem Spatenstich am 9. September 2009 in Angriff genommen und kurz vor Jahresabschluss 2010 in Betrieb genommen werden. Das rund 1.7 Millionen Euro veranschlagte Bauwerk unterstützte das Land Baden-Württemberg aus Mitteln der Wasserwirtschaft mit insgesamt 1.037.700 Euro, während die Eigenmittel der Gemeinde mit 672.000 Euro den Rest der Baumaßnahme finanzierte.
Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger nahm die Gelegenheit zum Anlass allen beteiligten Firmen für die gute Zusammenarbeit zu danken und verwies auf die eigens erstellte Broschüre von Harald Grimm, die alle technischen Daten und allerlei Hintergrundinformation zu diesem Bauvorhaben aufzeigt.
In seinem Grußwort unterstrich der stellvertretende Fachbereichsleiter des Landratsamtes Fachbereich 2, Axel Krahl die zukunftsorientierte Entscheidung des Mudauer Gemeinderates. Mit dem Bau der Anlage habe man das Geld gut angelegt und zugleich eine mutige Entscheidung getroffen, die vorausschauend und richtungsweisend sei, so der stellvertretende Fachbereichsleiter, verbunden mit seinem Dank an Bernhard Heidingsfelder vom Fachbereich Wasserwirtschaft, der die Maßnahme begleitete.
Eine moderne Anlage mit einer hohen Lebenserwartung attestierte Horst Rieß vom Ingenieurbüro Sack & Partner der neuen Anlage, die mit einem pneumatischen Pumpwerk versehen rund 10 Liter Wasser pro Sekunde auf einem Weg vom 3,4 Kilometer fördere. An Stelle der alten Anlage tritt ein Regenüberlaufbecken mit einem Volumen von 600 Kubikmeter, das rund 1500 Liter Regenwasser pro Sekunde aufnehmen kann, das tangential in das Becken geführt wird und damit die Selbstreinigungskraft des Beckens erhöht. Dem Sammelschacht ist ein Geschiebeschacht vorgeschaltet, der Schotter, Geröll und andere absetzbare Stoffe fernhält. Zur Abwendung von möglichen Geruchsproblemen wurde der Geschiebeschacht zudem mit einem Belüftungssystem ausgestattet. Vom Regenüberlaufbecken führt eine in der Sohle des Beckens verlaufende Grundleitung bis in den Vorderschacht des Pumpwerkes, das sich in rund 7,5 Meter Tiefe unter dem Betriebsgebäude befindet und schließlich das Mischwasser auf die rund 3,4 Kilometer lange Strecke nach Mudau schickt, so Dipl.-Ing. Horst Rieß bei der Vorstellung der Anlage, verbunden mit seinem Dank an die Gemeinde Mudau und Schlossau für die gute Zusammenarbeit.
Die Vertreter der ausführenden Firmen, schlossen sich dem Dank der Vorredner an und zeigten sich erfreut über die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mudau.
Erfreut über die neue Anlage zeigte sich auch Ortsvorsteher Herbert Münkel, der das neue Abwasserkonzept als zukunftsweisende Investition mit kostensparendem Effekt sieht. Als Nebeneffekt konnten schließlich sogar Leerrohre eingebaut werden, in denen zukünftig die DSL-Datenautobahnen verlaufen, was sich ebenfalls kostenmindernd niederschlage. Seine nicht ernstgemeinte Bedenken, ob sich das Schlossauer mit dem Mudauer Wasser vertrage, sei schnell ausgeräumt worden und damit stehe dem Startschuss der neuen Anlage nichts mehr im Wege, so der Ortsvorsteher, der abschließend von einem Meilenstein in der Fortentwicklung und Verbesserung der Infrastruktur sprach. Beim anschließenden Rundgang konnten sich die Gäste ein Bild von der neuen Anlage machen, ehe Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger zum Imbiss einlud. Foto : K. Narloch