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Leichte Muse unter sternenklarem Himmel

Johann-Strauß-Orchester Frankfurt und Tenor-Solist Claus Durstewitz begeisterten das Publikum im Schlosshof Waldleiningen

Einmal im Jahr bietet der Innenhof von Schloss Waldleiningen mit dem traumhaften Ambiente vor der imposanten Kulisse des Schlossturmes Musikliebhabern den stimmungsvollen Ort für ein ganz besonderes Erlebnis – das von der Gemeinde Mudau mit Unterstützung des Fürstenhauses zu Leiningen vor sechs Jahren ins Leben gerufene Freiluft-Konzert.
Es war wieder ein schöner Abend mit dem schon aus den letzten Jahren bekannten Johann-Strauß-Orchester Frankfurt, dem „Spezialisten der leichten Muse“. Den etwa 30 Musikern mit Dirigent und Moderator Stefan Ottersbach gelang es auch in diesem Jahr wieder, mit einem Feuerwerk beliebter und bekannter Melodien aus Musical, Oper und Operette sowie mit Walzern, Polkas und Märschen die Zuhörer mit Walzerseligkeit zu umhüllen und die Alltagssorgen rundweg zu verdrängen.
„Musik unter Sternen“ hieß in diesem Jahr das Motto, als wenn die Veranstalter das tolle Wetter am Samstag vorausgeahnt hätten. Der Himmel war wirklich sternenklar, als sich die Musiker mit dem Radetzky Marsch von Johann Strauß nach drei Stunden bester Unterhaltung wieder verabschiedeten.
Ohne die Leistungen der Musiker schmälern zu wollen – absoluter Publikumsliebling und Star des Abends war der lyrische Tenor Claus Durstewitz, der mit sanften Melodien aus den dreißiger, vierziger und fünfziger Jahren wie „Dein ist mein ganzes Herz“, „Gern hab’ ich die Frau’n geküsst“, beide von Franz Lehár oder etwa „Komm, Zigan!“ von Emmerich Kálmán oder dem „Chianti-Lied“ von Gerhard Winkler nicht nur beim weiblichen Publikum die Herzen im Sturm eroberte und dabei dem Publikum das Gefühl verlieh, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen.
Claus Durstewitz zählt zu den besten deutschen Konzerttenören im Bereich Klassik und Moderne. Ohne jemals eine klassische Gesangsausbildung genossen zu haben, ist er doch ein hochtalentierter Künstler, der durch seine umfangreiche private Ausbildung fast alle musikalischen Stilrichtungen seines Faches mit großem Erfolg interpretieren kann.
Die mehreren Hundert Konzertbesucher waren von Mudaus Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger begrüßt worden. Unter ihnen Andreas Fürst zu Leiningen, Hoheheit Alexandra Prinzessin zu Leiningen sowie Bürgermeisterkollegen aus den Nachbarländern, die damit zeigten, dass „Kunst und Musik alle Ländergrenzen überwindet“. Den Musikern mit ihrem Leiter Dr. Heinz Ecker und Dirigent Stefan Ottersbach sowie dem Solistin Claus Durstewitz galt natürlich sein besonderer Gruß.
Die Musik habe im Fürstenhaus zu Leiningen eine große Tradition, sagte Haus- und Schlossherr Andreas Fürst zu Leiningen. Auch die Schlosskonzerte in Waldleiningen hätten schon Tradition und die Besucherzahlen sich so gut entwickelt, dass auch heuer wieder zusätzliche Stühle beigeschaft werden mussten, um allen Musikliebhabern Platz zu bieten. „Diese Tradition kann weiterleben“, versicherte der Fürst. Sein Dank galt vor allem den Organisatoren des Abends.
Dirigent Stefan Ottersbach, dem es auch heuer wieder, gelang tanzende Paare auf das holprige Pflaster vor die Bühne zu locken, führte die Musiker souverän, moderierte mit Witz und Charme. Der Namensgeber des Orchesters, Johann Strauß und die Strauß-Dynastie, standen im Mittelpunkt des Freiluft-Konzertes, aber auch Melodien von Jaques Offenbach (Ouvertüre Pariser Leben), Julius Fucik (Florentiner Marsch), Anton Profes („Kauf’ dir einen buntern Luftballon“ aus „Der weiße Traum“), Richard Rogers (Oklahoma-Ouvertüre) oder Leonhard Bernstein („Maria“ aus dem Musical West Side Story“) begeisterten die Konzertbesucher.
„Aber auch der schönste Abend unter Sternen muss einmal zu Ende gehen“, verabschiedet sich Dirigent Stefan Ottersbach von den begeisterten Zuhörern und versicherte, dass es wieder „Freude gemacht hat, in Waldleiningen vor diesem großartigen Publikum zu spielen“ und man gerne im nächsten Jahr wieder komme. Doch das Publikum wollte mehr und erklatschte sich mit tosendem Applaus immerhin drei Zugaben.
In seinem Schlusswort bestätigte Dr. Norbert Rippberger den Musikern „letztes Jahr war es gut, diese Jahr noch besser“. Der Tenor-Solist habe die Besucher mit Stimmgewalt begeistert. Sein Dank galt allen Mitwirkenden und Helfern vor unter hinter den Kulissen, insbesondere Christoph Müller von der Gemeindeverwaltung und Leonita Böhm von der Fürstlich Leiningen’schen Verwaltung.(ao)