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Verabschiedung von Dr. Jörg Augenstein als Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde

Mudau. Gleich drei Anlässe bewegten den evangelischen Pfarrer Dr. Jörg Augenstein in seiner Predigt beim Festgottesdienst in der katholischen Kirche „St. Pankratius“ Mudau: Zum einen natürlich der Reformationstag, zum zweiten seine offizielle Verabschiedung als Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde und zum dritten sein 40. Geburtstag.

Grund genug für eine festliche Umrahmung des Gottesdienstes mit Klaus Streib an der Orgel und dem evangelischen Singkreis unter Stabführung von Beate Volk. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Erwin Brenneis sprach als Vertreter der katholischen Kirchengemeinde wohl allen aus dem Herzen: „Wir bedauern ihren Weggang sehr, denn sie waren Weg weisend in Mudau für ein hervorragendes Zusammenwirken zwischen katholischen und evangelischen Christen“. Diese Harmonie zeigte sich auch in der bereitwilligen Zurverfügungstellung der Kirche für besondere Anlässe im evangelischen Kirchenjahr, für die sich Dr. Augenstein herzlichst bedankte: “Wir hätten ja keinen Platz in der Hütte“. So basierte seine Festpredigt auf den Römerbrief, den Pfarrer Johann Gottfried Herter in einem Satz auf den Punkt gebracht habe. Und dieser Satz habe sein eigenes Leben so positiv geprägt, dass er ihn den Mudauern als Abschiedsgeschenk hinterlassen wolle: „Christentum ist Freude und Freiheit!“. Daraus folgend sei die Reformation in ihrem eigentlichen Sinne eine Seelsorgebewegung, denn der Sohn Gottes habe uns bereits gerettet. Mit dieser Sicherheit könnten wir unser Leben führen, in dieser Gewissheit wurzle unsere Freude. Pfarrer Dr. Augenstein bestätigte, er habe gern mit den Mudauern gelebt und gelacht, es habe ihm Freude gemacht, hier zu sein und appellierte an seine Gemeinde: „Bleiben sie ernsthaft bei der Sache Christi, das gelingt ihnen am besten, wenn sie sich freuen“. Die Freiheit aus dem Christentum habe ihre Wurzeln in der Befreiung, die uns stärke und die Sorgen nehme. Schließlich hätten wir einen Gott, der zu uns steht. Und diese Erkenntnis weiter zu geben, sei unsere reformatorische Aufgabe und unser 2.000jähriges christliches Erbe. Dieselbe Freiheit sei auch die Grundlage der ökumenischen Arbeit in Mudau gewesen, denn jeder habe gewusst, wo er stehe. Er verlasse die Gemeinde mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn der Abschied falle von der schönen Gemeinschaft falle natürlich schwer, aber er freue sich auch auf sein neues Aufgabengebiet in Karlsruhe. Dekan Dirk Keller vom Kirchenbezirk Mosbach erläuterte, er habe Dr. Jörg Augenstein im Rahmen der mehrtägigen Visitation als begabten Brückenbauer kennen gelernt. Zum einen bei der stabilen Brücke zwischen katholischen und evangelischen Christen aber auch bei den Brücken zwischen den zwölf Gemeinden, für die er als Pfarrer zuständig war. Diese Begabung, so die Hoffnung von Dekan Keller, wirke sich vielleicht auch auf die Beziehung zwischen seinem neuen Wirkungsort Karlsruhe und dem Kirchenbezirk Mosbach aus. Als Sprecherin für die Prädikanten und Prädikantinnen dankte Hanna Gebhardt dem scheidenden Pfarrer für seine Geduld, seine Menschlichkeit, seine Fröhlichkeit und seine lehrreichen Unterrichtsstunden mit einem kleine Lindenbaum, der nicht das einzige Baumgeschenk belieben sollte, bevor Andreas Sigmund als Sprecher des Pfarrgemeinderats die Gäste zum gemütlichen Beisammensein im Mudauer Pfarrsaal einlud. Hier erwartete Dr. Jörg Augenstein neben den gelungenen Darbietungen des Überraschungsduos „Streib-Ternes“ eine Laudatio durch Andreas Sigmund. Er erinnerte daran, dass man an gleicher Stelle vor fünfeinhalb Jahren die Einführung von Dr. Augenstein als Mudauer Pfarrer gefeiert habe, erst mal nur froh, dass die Vakanz endlich vorbei war. Heute habe man Grund zum, traurig über den Abschied zu sein. Dr. Augenstein habe unglaublich viel in dieser kurzen Zeit für die Gemeinde durchgesetzt und die in ihn gesetzten Erwartungen bei weitem übertroffen. Vor allem die Ökumene sei ihm auf die Fahne zu schreiben, wie zahlreichen ökumenischen Gottesdienste, Frauenfrühstücke und vieles mehr beweisen. Für habe nie das Trennende, sondern immer das Gemeinsame im Mittelpunkt gestanden. Seine offene und unkomplizierte Art hätten ihn als Pfarrer und als Seelsorger ausgezeichnet. Er hätte für jeden die richtigen Worte gefunden. „Je länger sie da waren, desto mehr sind sie UNSER Pfarrer geworden.“ Dies wurde auch in den Dankesworten von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und dessen Limbacher Kollegen Bruno Stipp bezüglich der harmonischen Zusammenarbeit zwischen kirchlicher und politischer Gemeinde, von Rektor Roman Andres und dessen Laudenbacher Kollegen Manfred Schäfer für die professionelle pädagogischen Arbeit im Unterricht, von Pfarrer Andreas Rapp (Mudau) und Karl Michael Klotz (Limbach) mit Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Werner Götzinger für das kollegiale Engagement in der Ökumene, von Elisabeth und Martin Lorch für die tatkräftige Unterstützung im Haus „Lebensquell“ sowie von zahlreichen Gemeindegliedern für das freundschaftliche Miteinander und das stets offene Ohr deutlich. Pfarrer Dr. Jörg Augenstein richtete seinen Dank an alle, die ihre Zuneigung oder ihre Anerkennung zum Ausdruck gebracht hatten. Zeigte sich aber besonders froh darüber, dass sich alle – seinem Wunsch entsprechend – so kurz gehalten haben, dass keine Zeit für Tränen aufkam und er im Kreis seiner Gäste und seiner Familie einen so harmonischen Abschluss erleben durfte. Außerdem machte er darauf aufmerksam, dass die Straßen von Karlsruhe nach Mudau recht gut ausgebaut seien. (L.M.)