Schriftgröße: a a a | SitemapDatenschutz | Impressum | Kontakt
Seite drucken

Verein "Das Boot" wichtige Einrichtung

Waldleiningen. Schon über ein Jahr bereichert Dr. Wolfgang Ellenberger das Team um Chefarzt Dr. Stephan Gelbhaar und Facharzt Dr. Paul Schuh in der Psychosomatischen Fachklinik Schloß Waldleiningen und noch immer ist er absolut begeistert vom ganz besonderen Ambiente der Klinik, der Umgebung, des persönlichen Umgangs zwischen den Kollegen, zwischen den Patienten und in Kooperation beider.

Man hatte den Deutschen Reha-Tag 2008 einmal nicht als Tag der offenen Tür gefeiert, sondern ehemalige Patientinnen und Patienten zu einem Wiedersehenstag eingeladen. Und über 50 aus ganz Deutschland waren der Einladung gefolgt, hatten Wiedersehensfreude, Kuchen und Torten mitgebracht und damit die enge Verbundenheit zum Haus, aber auch zu den Freunden aus der Reha bewiesen. Nach einem durch Dr. Gelbhaar geführten Rundgang durchs Haus und dem gemeinsamen Kaffee und Kuchen bereitete man sich auf den unterhaltsamen Abend vor, bei dem sich neben der Vorstandschaft der in Waldleiningen gegründeten und als Therapiefortsetzung gedachten Solzialen Gemeinschaft „Das Boot“ mit ehemaligen Patienten, weitere Ehemalige und sogar die Ärzteschaft einbrachte. Doch zunächst stellte die „Boots-Spitze“ mit Rolf Leitenberger als 1. Vorsitzenden und Gottfried Blesch als Stellvertreter die Beweggründe und Ziele vom „Boot“ vor. Wie sinnvoll dieser Verein in der Therapie psychosomatischer Erkrankungen ist, wird besonders deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass die Patienten alleine nach der Reha schlichtweg in ein Loch fallen. Und diesen Fall können Menschen, die die Krankheit selbst kennen auffangen. So wird die Hilfe für andere auch für den Helfer zur Therapie, daher die Gründung der Sozialen Gemeinschaft „Das Boot“ als Verein durch Patienten. Und die Mitglieder dieses Vereins fangen deutschlandweit Patienten auf, die aus der Reha wieder ins eigene Leben entlassen werden. Entstanden ist diese „Nachtherapie“ ursprünglich aus der Freundschaft, die sich zwischen einer Gehbehinderten und einer Sehbehinderten in Waldleiningen entwickelt hatte und beiden in der gegenseitigen Unterstützung nur Vorteile brachte. Auf deren Anregung „Wir sitzen alle in einem Boot“, richtete die Klinik „Das Boot“ als feste Therapieform ein und die ehemaligen Patienten Gottfried, Jürgen und Rolf führten den Gedanken in Zusammenarbeit mit der Klinikleitung weiter in der Gründung des gleichnamigen Vereins. Ein ähnlicher Verein mit Sitz in Sinsheim, ebenfalls eine Soziale Gemeinschaft, aber unter dem Titel „Auch Du?!“ unter Leitung von Frederike Baier, kann denselben Zulauf und Erfolg verzeichnen. Er unterscheidet sich vom „Boot“ durch die Bildung von Wohngemeinschaft von Menschen in schwierigen Situationen, um ihnen unter Anleitung den Weg in ein geregeltes evtl. selbständiges Leben von ehrenamtlichen Mitarbeitern aufzuzeigen. Nicht nur das Waldleininger Ärzteteam ist der Ansicht, dass Vereine dieser Art die Zukunft im psychosomatischen Bereich bedeuten. Selbsthilfegruppen dieser Art seien zusammen mit ambulanter Psychoterapie die ideale Nachsorge nach Klinikaufenthalten. Abschließend gab Jürgen Schmid-Gall bekannt, dass das nächste überregionale Treffen vom „Boot“ am 8. Oktober in Mosbach stattfindet. Dem informativen Teil des Abends schloss sich ein ganz hervorragendes kulturelles Programm mit Gitarre und Gesang von Gottfried Blesch und Barbara Friedrich, zwei ehemaligen Patienten, sowie „Michael-Jackson-Double“ Dr. Paul Schuh an, bevor die Disco bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde. (L.M.)