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Eindrucksvolle Erinnerung an den "Entenmörder"

Langenelz. Es lag der Langenelzer Dorfgemeinschaft am Herzen, dass „ihr“ Bahnhof nicht in Vergessenheit gerät. Zu diesem Zweck wurde Ende letzten Jahres beschlossen, ein entsprechendes Schild anzubringen Die Fertigstellung nahm man zum Anlass für einen geselligen Umtrunk.

Ortsvorsteher und Heimatkundler Hans Slama ging auf die lange Geschichte des Bahnbaues ein. Demnach kämpften Eberbach und Mosbach um den Anschluss wobei dann die topografisch bessere Streckenführung, da die kostengünstigere, den Zuschlag erhielt. Bereits damals war klar, dass die Strecke nicht wirtschaftlich arbeiten kann, aber dem zentrumsfernen Landstrich den Anschluss an „die weite Welt“ und damit wirtschaftlichen Aufschwung bringen soll. Sie wurde deshalb als einzige Strecke auf Staatskosten gebaut, allerdings als Schmalspurbahn und Stichstrecke was schon von Anfang an den „Todeskeim“ in sich trug. Am 31. Mai 1905 wurde die Strecke großartig unter Beteiligung des Erbgroßherzoges eingeweiht. Fotos von diesem „großen Bahnhof“ in Langenelz, übrigens an der Strecke einmalig, existieren noch und wurden auf dem Schild verewigt, so Hans Slama. Das Jahr 1905 war auch aus anderem Grund für Langenelz sehr ereignisreich. In diesem Jahre wurde auch die öffentliche Wasserversorgung fertig gestellt. Der Bahnanschluss brachte dem „Hinterland“ Badens tatsächlich wirtschaftlichen Aufschwung, allerdings nicht im erhofften Maße. Das wurde beim Umtrunk von Besuchern noch aus der Erinnerung bestätigt. Und Hans Slama konnte ein Gedicht von Anneliese Sack-Meixner vortragen, in welchem dieses sehr schön beschrieben ist.
In der Kriegs- und Nachkriegszeit war die Strecke ganz wichtig, auch Ziel von Fliegerangriffen, arbeitete jedoch immer unwirtschaftlicher. Ab Winterfahrplan 1964 wurde aus Rationalisierungsgründen der Betrieb auf zwei Dieselloks der Mosbacher Fa. Gmeinder umgerüstet. Doch die gehegten Hoffnungen einer langjährigen Rettung waren trügerisch. Am 2. Juni 1973 wurde die Strecke ganz stillgelegt. Der Bahnhof Langenelz fiel Ende der 70er Jahre der Spitzhacke zum Opfer und die Wanderbahn wurde am 8. Juni 1980 eröffnet und ist seit dem 26. Juni 1983 Teil des Radwanderweges „Odenwaldrunde“. Heute ist die Strecke bei Wanderern und Radfahrern gleichermaßen beliebt und so bleibt „’s Bähnle“, „de Odenwaldexpress“, „Entenmörder“ oder „es Zügle“ auch weiterhin in Erinnerung. (L.M.)