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Erhalt von Bildstöcken in Steinbach eindrucksvoll sichergestellt

Steinbach. (lm) An der Kreuzung in Steinbach, welche nach Stürzenhardt bzw. nach Rumpfen führt, befinden sich sehr dicht beieinander zwei sehr alte Nischenbildstöcke, die nun als Kulturdenkmale aufwendig restauriert wurden.

Der eine Bildstock weist die Jahreszahl 1578, der andere 1683 auf. Beide stehen auf großen Sandsteinsockeln, welche durch den Straßenbau um 1964 heute nicht mehr sichtbar sind. Die Denkmäler dürften daher ursprünglich noch imposanter gewirkt haben, betonte Ortsvorsteher Georg Moser gegenüber unserer Zeitung. Leider sei der Hintergrund ihres Entstehens, unbekannt. Auch ragen keinerlei Sagen darum. Aufgestellt wurden sie jedoch mit Sicherheit durch ein bewegendes Ereignis.Wahrscheinlich wurden sie nach dem Tode zweier Persönlichkeiten aus
Steinbach, in besagten Jahren erstellt.. Möglich wäre auch die Errichtung aus Dankbarkeit, für die Rettung aus einer großen Notlage. Der Bildstock von 1578 wurde aus dem in dieser Region üblichen roten Sandstein aus einem Stück gemeißelt. Das Mainzer Rad auf seinem Schaft weist darauf hin, dass er zum Gedenken an einen Gefolgsmann des Erzbistums Mainz hier erstellt wurde. Steinbach hatte zu dieser Zeit eine besondere Stellung, da sich schon die Herren von Dürn bis 1271 und danach auch die Mainzer, einen Hof in Eigenbewirtschaftung behielten. Die Hofstellen, welche früher das ,,Königsgut“ oder das ,,Mainzer Hofgut“ genannt wurden, existieren noch heute. In der Nische befindet sich heute ein Tonrelief des Schweizer Heiligen: Klaus von der Flühe, welches vom damaligen Steinbacher Pfarrer Brändle, um 1950 hineingestellt wurde. Der Bildstock von 1683 ist um einiges höher und wurde in drei Teilen erstellt. Auf dem runden Schaft wurde ein Altarhäuschen und dann noch ein Kreuz aufgesetzt. Er ist in dem hier seltener vorkommenden grauen Sandstein ausgeführt. In der Altarnische befand sich ein zerfallenes Relief des Hl. Sebastians. Es dürfte so alt wie das Denkmal selbst sein. Eine Kopie konnte im originalen Stile nachgebildet werden. Geschützt wurde das Tonbild durch ein verschließbares Gitter, welches sich bei der Restaurierung noch immer im abgeschlossenen Zustand befand. Der Stein des Altarhäuschens war nicht der Beste, und drohte in unzählige Stücke auseinander zubrechen. Der Dorfschmied Steinbachs legte dann wahrscheinlich schon vor Jahrhunderten eine stabile Klammer mit Scharnieren um den Stein und so blieb das Denkmal samt Inhalt bis heute erhalten. Ortsvorsteher Georg Moser dankte der Landesdenkmalbehörde Karlsruhe, die der Restaurierung zugestimmt und die Hälfte der Kosten übernommen hat, dem Bildhauer Ralf Drollshagen, welcher wieder mit sehr viel Fingerspitzengefühl die Arbeiten ausgeführt hat und der Volksbank Franken, die das angrenzende Areal der ehemaligen Milchsammelstelle der Gemeinde Mudau überlassen hatte, verbunden jedoch mit der Auflage den Grundstückswert, wieder in Steinbach zu investieren. Weiterer Dank gilt dem Kirchenchor St. Martin für die großzügige Spende, sowie der Abteilungswehr Steinbach für das Reinigen der beiden Bildstöcke.