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"Korzi Kampagne mit viel Spaß und ohne Tiefschläge" in Mudi

Mudi, hajo! (lm) „KaGeMuWa Humor sprudelt scho 55 Johr“ war das spezielle Thema der schon gewohnt niveauvollen Prunksitzung der Mudemer Wassersucher. Die kurze Kampagne beschäftigt wohl nicht nur die Narrenschar im Neckar-Odenwald-Kreis, doch nachweislich hat Mudau in den den kurzen Dingen die meiste Übung, und darum wußten die Sitzungspräsidenten Helmut Korger und Uwe Lenz auch die besten Methoden, um die Kampagne problemlos zu bewältigen.

Sie begannen ihre Moderation denn auch synchron, also gleichzeitig, ergänzten sich „rückentechnisch“ zur 55 und gaben bekannt: Am Achermittwoch gibt es keine Heringsessen – „Kee Zeit, korze Kampagne“, es wird nur noch eine Aspirin eingeworfen, das geht schneller. Wenn der Bürgermeister nach der Schlüsselübergabe ins Rathaus kommt, steckt dort der Schlüssel schon wieder im Schloß. Man hat sich für diese Kampagne extra ein „korzes“ Prinzenpaar erwählt, das während seiner Regentschaft den Haushalt kürzt, ebenso die Arbeitszeit der Angestellten, morgens einen „Korzen“ für alle ausschenkt und dem Bürgermeister halt einen „Korzen Stuhl“ hinterläßt. Doch das verschmerzte das Gemeindeoberhaupt lachenden Gesichts nach den gelungenen Einsparungen im Vorfeld. Was Dr. Norbert Rippberger allerdings wunderte, war die Tatsache, dass der E-Maier nur noch ein Jahr mit ihm ausgeharrt habe und nun doch zusammen mit seiner Edith als Jubiläumsprinzenpaar zu seinen Wurzeln zurück fand. Ihre Lieblichkeit, Prinzessin Edith II. und seine Tollität, Prinz Erich II. krabbelten sich liebevoll, vor allem nachdem sie ihm mit geteilt hatte „Börschle, dies Johr wird Faschnacht teuer, jetzt heest’s nimme E-, jetzt heest’s Zwee-Maier“. Selbstverständlich folgt daraus „Feiern heest bis Aschermittwoch in Mudi jetzt Maiern!“ Und für diese Proklamation huldigte den beiden nicht nur das närrische Volk im Saal, sondern Abordnungen aus Hettingen, Tauberbischofsheim, Walldürn, Hettigenbeuern, Hainstadt, Waldstetten, Altheim, Seckach und aus den Ortsteilen Elzhüpfer, Eckenarre, Turmspatze, Bajasse und Turmwächter. Das bestätigte verbal für alle der Präsident der Bischemer Kröten. Spätenstens jetzt war der Startschuß für begeisterten Applaus, La Olas bis hin zu Brechern und Raketen der Sonderklasse gefallen. Und diese Saal-Stimmung hielt sich den ganzen Abend am oberen Level. Dafür sorgte auch in gewohnt gekonnter Manie der Musikverein Mudau als „beste Sitzungskapelle der Welt“ unter Dirigent Ralph Müller. Schon fast traditionell eröffnete das Mudauer Tanzmariechen Melissa Schell das Programm und die tänzerischen Highlights des Abends. Der Wirbelwind hatte die Herzen der Mudauer schon bei seinem Debüt vor drei Jahren im Sturm erobert und daran hat sich nichts geändert. „Der Körper flink, Spagat ganz schnell, wer kann das sein? – Melissa Schell“. Doch auch die kleinen Piraten der KaGeMuWa-Minigarde zeigten mit ihrem Schautanz deutlich das wilde Leben dieser Seeleute. Gediegener, aber qualitativ hoch angesetzt, war der Gardetanz der Narrenringmeister „Elferratsgarde“ FG Lemia Krautheim und als absoluter Knaller konnte wieder einmal die Darbietung des TSC Walldürn, ebenfalls Narrenringmeister, mit ihrem Schautanz „zauberhafter Orient“ gewertet werden. Die vereinseigene Prinzengarde überzeugte ganz klar mit ihrem Schautanz „Cinema“ mit musikalischen Auszügen aus James Bond, „das Boot“, „Titanic“ und viele mehr. Sehr geordnet, aber durch die Verarbeitung der WM-Songs der letzten Jahre, nicht weniger besonders war der Gardetanz der Wassersuchergarde und der abschließende Schautanz der Gemischten Tanzgruppe mit ihrem „Fünf-Sterne-Erlebnishotel“. Nicht zu toppen war jedoch das „Tanzpaar 2008 XXL“ mit den Sitzungspräsidenten Helmut Korger jr. und Ralf Lorenz. Deren Choreographie und Eleganz sollte zwingend im Guinessbuch der Rekorde erwähnt werden. Als bekennender Raucher zeigte Uwe Lenz die Diskriminierung seiner Leidensgefährten, Vor- und Nachteile der gesetzlichen Bestimmungen auf. Da werde man als Monster und Ungeheuer verunglimpft und könne auch nicht mehr geheim halten, in welcher Kneipe man am Abend war. Denn nun kämen die spezifischen Düfte der Lokalitäten wieder voll zur Geltung. Leider sei aber die gesellige Runde nun vor den Wirtschaften zu finden. Die „Sportbegeisterten“ Markus Hohn und Markus Wellm überzeugten das Narrenvolk musikalisch und verbal von ihrer Sportler-Spezial-Diät mit Bratwurst, welche sie als Köche zur WM der Fußballdamen und zur Formel I nach Sao Paulo gebracht hatte. Nur bei der Tour de France mußten sie selbst trainieren, um dabei sein zu können, was ihnen Dank der Trainingseinheiten durch Pfarrer Rapp schließlich Platz 101 und 102 und nach der Disqualifikation der ersten einhundert Gedopten den Sieg brachte. Die „Mudemer Nachtkrabbe“ Jürgen Kieser, André Mechler, Richard Neubrandt, Marco Scheinwein, Ralf Späth und Michael Schnorr hatten sich wieder einmal das Ortsgeschehen und damit u. a. die erfolglose Treibjagd auf Schwarzkittel, die Chinesische Nacht der Schlossemer (ganz ohne rrrrrr) und vieles mehr vorgeknöpft. Ergänzt wurde das Ortsgeschehen durch „Es Amtsblatt“ Jan Breunig mit Insidernachrichten aus dem Musikverein, dem mißglückten Kinderwagen-Radwechsel des Bürgermeisters und der erfolgreichen Herbergssuche des Pfarrers bei Familie Schork. „Als Brüller in Breitwand“ erwies sich der „Pflaumenbaum“ mit Bernhard Dambach in der Hauptrolle und Ivonne Dambach, Bettina Korger, Christine Lorenz und Silke Münch als „Pflaumen“. Bleibt nur noch die lebhafte Diskussion zwischen „Vater“ Dieter Zirkelbach und „Sohn“ Luigi Caruso (Külsheim) übrig, wobei der Lütte u. a. meinte, er habe eine richtig gute Nachricht: „Du mußt mir für das nächste Schuljahr keine neuen Bücher kaufen“ – eine Diskussion, die aus dem Leben gegriffen scheint und den Abend in der Odenwaldhalle gekonnt widerspiegelt. Gut, dass sich die Mudauer Fastnachtstradition mit „Spass haben, ohne Tiefschläge zu verteilen, einfach nur Gaudi, Lachen und vor allem kurzweilige hohe Bühnenqualität“ bei der Karnevalsgesellschaft „Mudemer Wassersucher“ unter der 1. Vorsitzenden Ulrike Schäfer und dem Sitzungspräsidenten-Trio Ralf Lorenz, Helmut Korger jr. und Uwe Lenz auch im 55. Jahr ihres Bestehens gehalten hat.