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MdB Warken und Minister Hauk beim Geflügelhof Dambach zu Gast

Mudau. (lm) Normalerweise meiden die Freiland-Hühner der Geflügelfarm Dambach das allzu warme und sonnige Freiland am Mittag und genießen bevorzugt die lauen Abendstunden im großzügigen Freigelände. Doch offensichtlich ist Neugier – als weibliche Charaktereigenschaft verrufen - auch bei den rd. 22.000 gefiederten Mitarbeiterinnen der Familie Dambach sehr ausgeprägt. Sie mussten unbedingt als erste sehen, welche Vertreter der großen Politik sich da angemeldet hatten, um ihnen bei der Arbeit zuzusehen. Vermutlich drehte sich das Gegacker der lautstarken Hennen-Unterhaltung auch um die interessierten Gesichter und Gespräche von MdB Nina Warken und MdL und Minister Peter Hauk sowie Mudaus Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und Ortsvorsteher Walter Thier während der ausführlichen Führung von Bernhard und Marlies Dambach zusammen mit Nicolas, Wilfried, Tobias und Cirlei Dambach sowie Martin und Pascal Oeden vom örtlichen Raiffeisen-Markt. Seniorchef Bernhard Dambach ging in seiner Begrüßung kurz auf die Chronik der Geflügelfarm ein, deren Entwicklung nach Ansicht der Gäste durchaus die Entwicklung des Konsumentenverhaltens widerspiegelt. Der Geflügelhof Dambach wurde 1967 gegründet, und zwar – wie damals üblich – mit Käfighaltung. Ab 2000 stellte man den großen Stall auf Bodenhaltung um. Und ab 2010 begann man in den inzwischen zwei großen Ställen dem Wunsch nach Freilandhaltung nachzukommen. Wie Tobias und Bernhard Dambach betonten, sei man stolz auf täglich rd. 18.000 Eier von glücklichen Hühnern, denn man achte auf artgerechte Haltung und Gen-freie Fütterung der rd. 14.000 Hühner in Bodenhaltung und derzeit rd. 8.000 Hennen in Freilandhaltung und damit auf Tierwohl. Man sei Mitglied der Qualitätsgeprüften 08er-Gruppe sowie KAT (Kontrolle artgerechter Tierhaltung) Baden-Württemberg und seit einem Jahr – als bisher erster Geflügelhof im Neckar-Odenwald-Kreis - auch der „Huhn & Hahn-Initiative Baden-Württemberg“ angeschlossen. Die hochmodernen Ställe mit „Wintergärten“, viel Freiland inkl. kleinen „Schutzhütten“, automatischer Entmistung, automatischer Fütterung im zweistunden-Rhythmus, beeindruckender Sortier- und Packanlage sowie die Bewirtschaftung der 50 Hektar Ackerland seien von den fünf Familienmitgliedern zu bewältigen. Doch für die Fertigung der eigenproduzierten Nudelsorten, weiterer Geflügel- und ergänzender Produkte wie Hausmacher Wurst, Wein, Obst und Gemüse im kleinen Hofladen, in diversen Verkaufsstellen und dem eigenen überregionalen Haus-Lieferservice beschäftigt Familie Dambach noch sieben weitere – meist Teilzeit-Mitarbeiter. Die Führung durch den Betrieb übernahm Tobias Dambach, während seine Mutter Marlies und seine Frau Cirlei die Sortier- und Packanlage in Betrieb nahmen, die täglich rd. 3 Stunden ihrer Zeit beansprucht. Im Laufe dieser Führung sprach man auch diverse Probleme an, mit denen man zu kämpfen habe. Darunter die hungrigen Greifvögel und Füchse, die sich – oft mit viel Raffinesse – an den Ausläufen bedienen, aber auch die Problematik, den kleinen Hofladen beim Stammhaus zu erweitern und auf einen modernen Stand zu bringen. Sowohl Nina Warken als auch Peter Hauk versprachen, sich mit den Problemen auseinander zu setzen und so weit wie möglich unterstützend zu wirken, bevor sie sich für den freundlichen Empfang und die Führung durch den modern aufgestellten Betrieb bedankten, der ein gutes Beispiel für landwirtschaftliche Wertschöpfung und Direktvermarktung sei.