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Kleinkunstabend begeisterte mit heimischen Künstlern

Mudau. (lm) „Mudau G’schmackvoll“ hatte eine längere Pause eingelegt und Kraft gesammelt, um mit viel Charme und Witz auch beim 4. Mudemer Kleinkunstabend unter der Schirmherrschaft der KaGeMuWa die sehr gut gefüllte Odenwaldhalle unter der versierten Moderation von Carlo Götz „klang- und g’schmackvoll“ zum Beben zu bringen. Die Grundsatzidee dieses Kleinkunstabends ist es, Künstlerinnen und Künstlern der näheren Umgebung – dieses Mal aus der Gesamtgemeinde Mudau – eine Plattform zu bieten. Und diese Plattform wurde schon beim eröffnenden Überraschungspunkt mit Michelle Korger (Mudau) und Selina Mechler (Waldauerbach) bestens genutzt. Die Premiere von Nachwuchsliedermacherin und -sängerin Michelle, begleitet von der Gitarristin Selina schlug ein wie eine „Stimmungsbombe“ und man darf auf die weitere Entwicklung der beiden gespannt sein. Mit ihren selbst geschriebenen Songs „Das Leben ist eine Achterbahn“ und „Bleib du selbst“ traf Michelle den Nerv der Zeit ebenso wie mit dem Coversong „Ein Hoch auf alles, was vor uns liegt“ und erntete begeisterten Beifall. Und dieser steigerte sich sogar noch einen Tick bei der schon überregional bekannten Waldauerbacher Liedermacherin Elisabeth Sandel, die mit viel Humor und Augenzwinkern ihr Publikum auf eine kleine musikalisch therapeutische Reise mitnahm. Mit Liedern wie „Ich war nie ein Wunderkind“, „D’Leit“, „Ich hab ne Leiche im Keller“ oder auch „Alles muss raus“ erzählte sie mit glockenheller Stimme auf Deutsch und Schwäbisch und großem Können an der Gitarre von den Stolpersteinen des Alltagslebens, von der Schönheit der einfachen Dinge, von Leidenschaften, Tugenden und Untugenden, aber auch tieferen Einsichten und Weisheiten. Einer ihrer Tipps „Reimen Sie ihre Winterdepressionen einfach weg“. So erntete sie Aufmerksamkeit und Lachsalven zeitgleich mit dem begeisterten Beifall der „G‘schmackvoll“-Gäste, die neben den kulturellen Schmankerln auch kulinarische Leckerbissen von Gewürzsommelier Kevin Hauk genossen. Und dann war mit Kabarettist Klaus Scholl Lachmuskelkater vorprogrammiert. Der Dauernörgler aus Schloßau im gestreiften 60er-Jahre-Pulli und mit dem Glas Weizenbier in Griffweite hatte wirklich viel zu meckern. Über die Erlebnisse, die durch einen Wildunfall ausgelöst waren und ihm die Unzulänglichkeit der Beamtenwelt und das Unverständnis der Ehefrau einbrachten. Er ließ kein gutes Haar an den Regierungschefs, die eh in letzter Zeit in aller Lästermunde sind und hatte es besonders auf seine vegane Schwägerin Christa abgesehen. Mitleid hatte er nur mit Tante Irmgard, dem Finanzamt: „Die armen Teufel beim Finanzamt müssen das einnehmen, was ich abführe“, und mit den Pfarrern: „Ob mir noch erlebe, dass die heirate dürfe? Ich glaub net, vielleicht ihre Kinder“. Ansonsten war er der Meinung „Aus Sex, Drugs an Rock’n Roll sind vegane Allergiker und Helene Fischer geworden.“ Scholl bewies aber auch sein Talent, diverse Dialekte zu imitieren ob Sächsisch, Badisch, Bayrisch und welche Verwechslungen dabei entstehen können. So bedeute z. B. „Werm“ entweder dass einer gut geheizt oder dass er Darmparasiten hat. Weiter wusste er genau, dass in der Zeit, in der Frauen anfangen zu schwitzen, die Männer anfangen zu spinnen. Auf jeden Fall kam sein „Bruddelhumor“ so gut an, dass er erst nach zwei Zugaben – eine davon als Parodist des bekannten und beliebten Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki - von der Bühne durfte.