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Siedler + Gartenfreunde Mudau feierten 50.Geburtstag

Mudau. Mit dem imposanten Einmarsch der Fahnenträger der Mudauer Vereine und der musikalischen Umrahmung durch den Musikverein ,,Harmonie“ Mudau unter der Leitung von Ralph Müller, begann in der ansprechend geschmückten Odenwaldhalle die Geburtstagsfeier zum 50jährigen Bestehen der Siedler- und Gartenfreunde Mudau.

Zuvor waren die Gäste bereits von dem - durch die Frauengruppe der Siedler mit Traudel Kairies an der Spitze – einfallreich dekorierten Foyer sowie durch Lieselotte Schell und Maria Müller von der Mudauer Trachtengruppe willkommen geheißen worden. Dem runden Geburtstag entsprechend konnte 1. Vorsitzender Dankwart Stalf neben einer stattlichen Zahl von Mitgliedern und Gästen auch Landrat Dr. Achim Brötel, Landesverbandsvorsitzenden Hans Rauch, Landesgeschäftsführer Axel Ackermann, Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Kreisvorsitzenden Jürgen Katzfuß und Ortsvorsteher Kurt Müller sowie Prokurist Willi Müller von der Volksbank Franken, zahlreiche Vertreter aus Kommunalpolitik, befreundeten Siedlergemeinschaften und der örtlichen Vereine begrüßen und ihnen für ihre Verbundenheit zur Siedlergemeinschaft danken. Ein besonderer Willkommens- und Blumengruß galt Marion Vifcerenko als 200. Mitglied der Siedler- und Gartenfreunde Mudau. Landesverbandsvorsitzender Hans Rauch hob in seiner Geburtstagsrede vor allem die großen Verdienste der Gründungsmitglieder hervor, die insbesondere in der Zeit nach 1950 wertvolle Grundlagen für eine gedeihliche und funktionierende Gemeinschaft, nicht nur bei den Siedler- und Gartenfreunden, geschaffen hatten. In einer wirtschaftlich schwierigen Situation musste man zudem die Integration vieler Heimatvertriebenen bewältigen, was eben nur in einer starken Gemeinschaft und mit einem ausgeprägten Zusammengehörigkeitsgefühl gemeistert werden konnte. Diese Erkenntnis habe in der heutigen Gesellschaft leider ein Stück an Bedeutung verloren und einem breiteren Egoismus Platz gemacht. Eng verbunden mit den damaligen Gründungen von Siedlergemeinschaften sei auch der Name von Pfarrer Magnani, der durch sein Wirken erreicht habe, dass im ganzen Gebiet der Erzdiözese Freiburg Baugenossenschaften unter dem Namen ,,Neue Heimat“ gegründet wurden. Viele dieser Siedler der Nachkriegszeit wurden auch Mitglieder im Deutschen Siedlerbund. So geschah es auch in Mudau, wo am 27. Februar 1956 im Gasthaus ,,Rose“ die Gründungsversammlung der Siedler- und Gartenfreunde Mudau stattfand. Aus diesem Pflänzchen von 15 Mitgliedsfamilien habe sich die heutige Jubiläumsgemeinschaft entwickelt, in die vor wenigen Wochen die 200. Mitgliedsfamilie aufgenommen werden konnte, betonte der Landesvorsitzende. Mit einem besonderen Dank an die Vorstandsmitglieder um den 1. Vorsitzenden Dankwart Stalf für deren engagierte Arbeit auch beim Erstellen der Festschrift, überreichte Hans Rauch die Ehrenurkunde des Landesverbandes sowie ein Geldpräsent. Nach einem gelungenen und interessanten literarischen Vortrag über das Thema „Was ist eigentlich ein Siedler- und Gartenfreund“ von Margot Peterhänsel überbrachte Landrat Dr. Achim Brötel in seiner gewohnt erfrischenden Weise die Glückwünsche des Neckar-Odenwald-Kreises und des Kreistages. Die Siedler- und Gartenfreunde Mudau seien neben ihrem Gemeinschaftsleben das ganze Jahr über in der örtlichen Gemeinschaft präsent, sei es z.B. bei der Gestaltung des Oster- und Weihnachtsbrunnens vor dem alten Rathaus, bei Schulungs- und Informationsveranstaltungen oder beim Laurentiusmarkt. Die Mitglieder der Mudauer Gemeinschaft würden aufgrund ihrer vielfältigen Tätigkeiten auch einen erheblichen Beitrag zum praktischen Natur- und Umweltschutz leisten, betonte der Landrat weiter. ,,Sie haben vieles getan, um Mensch und Tier ihre natürlichen Lebensräume zu erhalten, ohne davon großes Aufheben zu machen und das nicht nur bei der fachgerechten Kompostierung, was in der Tat maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Einführung der Biotonne im Landkreis verhindert wurde“. ,,Die Förderung von selbstgenutztem Wohneigentum ist dabei nach wie vor ein volkswirtschaftlich wie auch gesellschaftspolitisch gleichermaßen erstrebenswertes Ziel“. Ein besonderer Dank des Landrates galt neben den Mitgliedern auch den Vorstandsmitgliedern der Mudauer Siedlergemeinschaft, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz mit dazu beitragen, das Leben im Odenwald in ganz besonderer Weise lebens- und liebenswert zu machen. Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger hob die großen Verdienste der Siedlergemeinschaft in der örtlichen Gemeinschaft hervor und überreichte zum Dank ein Geldpräsent. In die Gründungszeit der Mudauer Gemeinschaft nannte er auch die Vertriebenen aus dem Sudetenland sowie dem Protektorat Böhmen und Mähren, die in Zeiten großer Not das vordringlichste Ziel ,,arbeiten und überleben“ zu verwirklichen suchten. Die Vereinsgründer und ihre Nachfolger hätten es auch geschafft, die Siedlung im Umfeld von Steinbacher Straße, Pfarrer-Ackermann-Straße und Zneimer Weg mit ihrer Hände Arbeit zu einer freundlichen Wohnstatt zu gestalten. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hätten sich die Siedler- und Gartenfreunde mehr und mehr auch zu praktischen Beratern in allen Angelegenheiten der Anlage und der Gestaltung von Gärten gemacht und seien ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der örtlichen Gemeinschaft. Auch in den Grußworten von Kreisvorsitzendem Jürgen Katzfuß, Ortsvorsteher Kurt Müller und Ulrike Schäfer für die örtlichen Vereinen wurden die großen Verdienste der Mudauer Siedler- und Gartenfreunde hervorgehoben. Nachdem der Gesangverein ,,Frohsinn“ unter der Leitung von Gerhard Bönig sowie Margot Peterhänsel und Harald Grimm mit ihren humorvollen literarischen Vorträgen das Festprogramm gekonnt aufgelockert hatten, konnten Gemeinschaftsleiter Dankwart Stalf und Verbandsvorsitzender Hans Rauch einige langjährige und verdiente Mitglieder für ihre Treue zur Mudauer Gemeinschaft auszeichnen. Durch den Verein erhielten die Ehrennadel in Silber für 25 Jahre und längere Treue zur Gemeinschaft Oskar Püchner, Alois Schnorr und Hubert Schwarz, die Ehrennadel in Gold für 40 und mehr Jahre treue Verbundenheit Ernst Donig, Erna Kocholl und Robert Schäfer. Langjähriges ehrenamtliches Engagement belohnte Hans Rauch im Namen des Landesverbandes mit der Verdienstehrennadel in Silber für mehr als fünf Jahre an Erich Berberich. Mit der Vereinsehrennadel in Gold für mehr als 10 Jahre im Ehrenamt wurden Gerhard Engelhard, Heini Kairies, Herbert Knapp, Reinhard Köhler, Walter Moldaschl und Bernhard Schüßler gewürdigt. Und schließlich wurde die Verdienstehrennadel in Gold mit Stein für über 20 Jahre im Ehrenamt an Kurt Henrich, Traudl Kairies, Otmar Noe, Friedbert Schäfer, Josef Thier, Gottfried Hofmann, Werner Matt, Erich Pasour und Helmut Scheuermann verliehen. Eine ganz besondere Würdigung erhielten Bernhard und Emmi Mai sowie Josef und Gisela Püchner, die bereits mit allem geehrt wurden, was der Landesverband zu bieten hat und die sich noch immer überdurchschnittlich für ihre Siedlergemeinschaft einbringen. Ihre Verdienste wurden mit wertvollen Präsenten als äußeres Zeichen der Wertschätzung vergolten. Ein abschließendes Dankeschön hatte Dankwart Stalf für die Frauengruppe der Gemeinschaft, die er als Cheerleader der Siedler bezeichnete, ohne die gar nichts ginge, sowie an die beiden langjährigen Kassenprüfer Rolf Link und Helmut Mai und die beiden Trachtendamen Lieselotte Schell und Maria Müller. (L.M.)