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Kreisjägervereinigung Buchen tagte in Mudau

Mudau. „Ich glaub, ich bin im Wald“ – so ähnlich haben die Mitglieder der Kreisjägervereinigung Buchen vermutlich beim Betreten der Mudauer Odenwaldhalle, die zum prächtigsten Birkenhain moutiert war, empfunden. Herzlicher hätte der Mudauer Hegering unter Leitung von Alfred Dambach den Empfang der Gäste zur Jahreshauptversammlung der KJV sicher nicht gestalten können.

So auch die Meinung von Kreisjägermeister Ortwin Engler, der neben Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger auch Ortsvorsteher Kurt Müller, die Gemeinderäte Catherina Bürkle und Michael Hemberger sowie Gerd Böhm vom Kreisjagdamt, Forstbetriebsleiter Henner Niemann und aus dem benachbarten Tauberbischofsheim Kreisjägermeister Wolfgang Freund und dessen Stellvertreter Wolf Greulich begrüßen konnte. Den ebenso passenden wie gekonnten musikalischen Rahmen der Veranstaltung gestalteten die Jagdhornbläsergruppen Hardheim-Bretzingen, Buchen „Waidmanns-Heil“ und Bauland unter der Leitung von Bernhard Meixner. Bürgermeister Dr. Rippberger stellte die Gemeinde vor und war der Meinung, dass Mudau mit seinen 7.000 Hektar Wald in einer Gesamtfläche von 10.000 Hektar vierprozentiger Bevölkerungsfläche als Treffpunkt der Jäger geradezu prädestiniert sei. Gerd Böhm von Kreisjagdamt lobte in seinen Grußworten die 264 Jagdpächter, denen es erstmals gelungen sei, ihre Abschussergebnisse pünktlich zum 31. März abzugeben. Die Auswertung dieser Papiere hätten bereits erste positive Resultate gezeigt. Nachdem die Jagdhornbläser für die sieben im Berichtsjahr verstorbenen Waidfreunde das „Letzte Hallalli“ geblasen hatten, fasste Kreisjägermeister Engler in seinem Bericht kurz zusammen, dass die Jagdprüfung vermutlich ab September nicht mehr durch das Ministerium, sondern durch den Jagdlandesverband abgenommen werde. Die Vorbereitung werde jedoch auch weiterhin bei der Kreisjägervereinigung liegen, wenn auch in etwas anderer Form, das Gottfried Burger das Amt des Ausbildungsleiters für Jungjäger abgeben möchte. Ein weiterer Personalwechsel habe im Amt des Schießstandgeschäftsführers stattgefunden, so Engler weiter in seinen Ausführungen. Jörg Schwab habe den Posten an Martin Deutsch weiter gegeben. Als Schießobmann fungiere Günther Rudolph. Auch versprach der Kreisjägermeister, dass sich die KJV der gewaltigen Betragserhöhung des Landesverbandes nicht nacheifern werde. Abschließend bereitete Ortwin Engler die Anwesenden darauf vor, dass ein neues Bundesjagdgesetz schon allein wegen der Aufnahme des Tierschutzes herauskommen wird und empfahl Waidmännern, die Jagdsteuer – auch wenn sie ein reines Politikum sei – zu zahlen, wenn auch in Begleitung eines schriftlichen Widerspruchs. Einen Überblick über die Aktivitäten der Kreisjägervereinigung Buchen gab Schriftführer Wolfgang Weniger. In vier Sitzungen der erweiterten Vorstandschaft waren Problemthemen wie Jagdsteuer, Hundewasser, Nutzung – Wartung und Pflege des Schießstandes, Biogasanlagen, Wildschäden besprochen worden. Konrad Kipphan und Bernd Scholze hatten sich intensiv mit der Lebensraumverbesserung für Niederwild und Bodenbrüter auseinander gesetzt. In Folge wurde als Versuchsfläche ein Biotop neu angelegt und ein Feuchtbiotop reaktiviert. Bereits nach wenigen Wochen war es mit Amphibien besiedelt. Häufige Gäste seien inzwischen Frösche, Enten, Rehe und Hasen. Intensiv habe man sich auf die Veranstaltung „Wild und Wald im Odenwald“ vorbereitet, welche kurzfristig abgesagt wurde. Wolfgang Weniger sprach weiter an, dass der Hegering Mudau mit Alfred Dambach einen neuen Hegeringleiter gefunden habe. Wichtig sei der Kreisjägervereinigung auch die Internetseite www.wild-auf-wild.de, mit der man für Wildbret werbe und natürlich die eigene Homepage, die neben zahlreichen Rezepten natürlich auch wichtige Informationen für die derzeit 532 Mitglieder bereit halte. Dem Bericht von Hundeobfrau Ingeborg Völker-Engler war zu entnehmen, dass 2005 neben einem erfolgreichen Frühsterziehungskurs auch ein ebenso erfolgreicher Kurs zu Zuchtprüfungen durchgeführt worden war. Die Brauchbarkeitsprüfung bestanden alle 17 Hundeteilnehmer. Der positive Kassenbericht von Schatzmeister Norbert Dieterle zeigte, wie wirtschaftlich die KJV in der Vergangenheit agiert hat. Auch bescheinigten die Kassenprüfer Rolf Wein und Lothar Weber dem Schatzmeister eine einwandfreie und akribische Kassenführung. Auf Antrag von Lothar Weber sprachen die Mitglieder mit der einstimmigen Entlastung von Kasse und Vorstandschaft dem Leitungsgremium ihren Dank aus. In seinem Referat über das „Jagdhornblasen“ ging Peter Müller anschließend darauf ein, dass das Jagdhorn seit dem frühen Mittelalter zur Ausrüstung des Jägers gehört. Es wurde damals aus Tierhörnern oder Elfenbein gefertigt und diente zur Übermittlung von Nachrichten. Die Entwicklung der deutschen Jagdsignale – die Bläser gaben zum Schluß der Veranstaltung eine Kostprobe davon – liegen im 19. Jhd. begründet. Nach wie vor sei das Erkennen der Signale schon aus Sicherheitsgründen unerlässlich und darum Bestandteil der Jägerprüfung. Das Jagdhornblasen gehöre aber auch zur Kultur und zum gesellschaftlichen Leben. Dies zeige der dichte Terminkalender der Bläsergruppen, der neben unzähligen Auftritten auch Beerdigungen, Ständchen und nahezu 40 Proben beinhalte. Mit seinem Referat gab Peter Müller die best mögliche Einleitung zu Ehrungen langjähriger und verdienter Jagdhornbläser und Mitglieder der Kreisjägervereinigung. Mit Urkunde und Präsent wurden folgende Jagdhornbläser durch Peter Müller ausgezeichnet: Daniela Alter und Reiner Fitz (10 Jahre), Wolfgang Haberkorn, Albrecht Ballweg und Engelhard Ballweg (30 Jahre), Heinz Hefner und Rolf Stetter (40 Jahre) und für unglaubliche 50 Jahre Bernhard Meixner. Ortwin Engler würdigte anschließend mit Urkunde und Ehrennadel 22 langjährige und verdiente Mitglieder der Kreisjägervereinigung Buchen. Die silberne Ehrennadel erhielten für 25 Jahre treue Verbundenheit Helmut Arnold (Rosenberg), Peter Hoffmann (Mudau-Rumpfen), Dr. Alfred Lutz (Bruchsal), Heinz Eckert (Hardheim-Gerichtstetten), Dr. Hans Marzinko (Buchen), Heinrich Mosbacher (Walldürn-Rippberg), Roland Braun (Walldürn-Altheim), Dr. Franz Schwander (Buchen) und Joachim Gieser (Walldürn-Altheim). Für 40jährige Treue zur KJV wurden mit der goldenen Ehrennadel gewürdigt Kurt Bundschuh (Walldürn-Rippberg), Werner Dittrich (Buchen), Horst Gehrig (Walldürn-Altheim), Oswald Gremminger (Buchen), Rolf Stetter (Rosenberg-Hirschlanden), Arno Hagenbuch (Rosenberg) und Heinz Huber (Höpfingen). Seit 50 Jahren sind Otto Gehrig (Hardheim-Vollmersdorf), Franz Bartle (Osterburken), Hermann Fischer (Buchen) und Ottmar Hettinger (Osterburken-Bofsheim) treue Mitglieder der KJV, die mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet wurden, ebenso wie Waldmar Loehr sen. (Walldürn) und Heinz Gaertner (Hardheim), die seit 60 Jahren „ansitzen“. Das Ergebnis der Gehörnbewertung durch Franz Martin und Hubert Lang, die eine nie da gewesene Resonanz erreicht hatte, verlas Wolfgang Weniger. Demnach gab es zwei „Goldhörner“, einmal für Horst Feyrer mit 126,87 Punkten (Walldürn II) und für Roland Braun mit 115,68 Punkten (Altheim). Silber erhielten Wolfgang Lauer (Altheim, 112,63 P), ein Unfallwild im Revier Berger Götzingen mit 108,65 P., Hubert Lang (Hüngheim, 108 P), Horst Müller in Schlierstadt (197,83 P) und in Götzingen (106,41 P) sowie Egon Pahl (Höpfingen II, 105,32 P.). Bronze erhielten die Gehörne von Wolfgang Horn aus Erfeld-Süd (100,42 P) und aus Gerichtstetten (100,25 P), J. Rayez (Hüngheim, 100,2 P), Rainer Fitz aus Schweinberg (100,18 P.) und aus Seckach (100,15 P) sowie Karl-Heinz Mertl (Seckach, 96,41 P.). Nach einigen Kostproben der Jagdhornbläser schloss Ortwin Engler die harmonisch verlaufene Jahreshauptversammlung und leitete zum „Jägerlatein“ über. (L.M.)