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"Ärger beim Kronen-Max" begeisterte restlos

Mudau. (lm) Im vergangenen Jahr hatte die Kolpingfamilie Mudau ihr 120jähriges Jubiläum, dennoch präsentierte sie sich und ihre Theatergruppe im Jahr 1 nach diesem würdigen Geburtstag in jugendlicher Frische. Dabei sorgte das eingespielte Ensemble in allen drei Vorstellungen in der nahezu ausverkauften Odenwaldhalle für ein bombastisches Feuerwerk der guten Laune, denn eine Lachsalve löste bei dem Bernd-Gombald-Schwank „Ärger beim Kronen-Max“ die nächste ab. Dieser „Kronen-Max“, absolut glaubhaft personifiziert durch Gerald Hemberger, ist mit Landwirtschaft und Gaststätte als Witwer deutlich an seinen Grenzen angelangt. Seine „Krone“ ähnelt einer Müllhalde und ist Bürgermeister Alfred Häberle, dem Stefan Galm die richtige Portion Hinterlist und Überheblichkeit verlieh, ein echter Dorn im Auge. Nur zu gerne würde er den „Schandfleck“ abreißen und Sau-Baron Paul Enderle (charakterisiert von Paul Scheuermann) das Gelände der Landwirtschaft zukommen lassen. Doch zum Glück gibt es da den gewieften Postboten Josef Schmied, der als enger Freund vom Kronen-Max und Dank seines Berufs den Überblick behält. Mario Gaibler hauchte diesem Schlitzohr gekonnt Leben ein, indem er nicht nur zusammen mit seinem Freund morgens „über Dampf“ die wichtigsten Briefe sichtet, sondern auch dessen Tochter Moni (Martina Drabisnki) einige Briefe umschreiben läßt und deren „geheimen“ Verlobten (alias Daniel Herkert) als „Leitenden Regierungsdirektor Dr. Finkenstein“ in seinen Plan einspannt. Und von da an geht es rund, vor allem, weil der ahnungslose und gutmütige Max keine Ahnung von den Plänen seines Freundes hat und von diesem nur immer wieder hört: „Das hat schon alles seine Richtigkeit“. Bürgermeister „Fred“ reagiert auf die Anmeldung des vermeintlichen Regierungsdirektors bei dessen „Freund“ Max wie von Schmied geplant und läßt auf Gemeindekosten die „Krone“ restaurieren und putzen. Unterstützt wird er dabei von seiner „Schätzchen“-Sekretärin, wobei Anette von Wedel gekonnte elegant den Besen zum Tanzen bringt und ebenso versiert der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Brunhilde Haug (Gabi Link) sowie deren Kollegin Anneliese Gaiss (Ursula Link) verbal an die Gurgel geht. Nachdem die drei Damen sich lange genug und lautstark unhöfliche „Nettigkeiten“ an den Kopf geworfen haben, geht der Postbote mit einem für alle Seiten akzeptablen Kompromiss für den Umbau der historischen Zehntscheuer dazwischen und vorerst ziehen dann mal alle an einem Strang. Aber natürlich sind weitere Verwicklungen nicht zu vermeiden, vor allem wegen einiger „Amor-Pfeile“ beim Saubaron und Lena (Schwester von Max und ganz und gar nicht auf den Mund gefallen, wie Michaela Kistner bewies), aber auch bei Moni und Harry (dem vermeintlichen Regierungsdirektor). Und als ob das nicht genug wäre, mischt auch noch Gipsermeister und Feuerwehrkommandant Florian Gruber, alias Timo Huberty mit, der ganz verrückt auf Orden und Ehrenzeichen ist. Als Souffleuse spannte Ursula Andres das „verbale Netz“ für die versierten Laienspieler, für das Bühnenbild zeichneten Helmut Hahn, Thomas Galm und Manfred Dambach verantwortlich. Fast drei Monate hatte Regisseur Roman Andres mit der Truppe geprobt, was sich sicht- und hörbar gelohnt hatte, wie der nicht enden wollende Schlussbeifall zweifelsfrei dokumentierte.