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Reisenbacher Theater begeisterte das Publikum

Reisenbach. (lm) „Oma emanzipiert sich“ – dieser Schwank in drei Akten von Günther Müller, aufgeführt von der Theatergruppe Reisenbach, war in der dortigen Alten Schule schon im Vorfeld für alle Vorstellungen ausverkauft. Und das lag nicht nur an dem Evergreen-Thema, sondern vor allem an der grandiosen schauspielerischen Leistung im Comedy-Genre der Laiendarsteller unter Regie von Tanja Müller, die von den Souffleusen Silke Geier und Katja Trunk unterstützt wurde. Gleichzeitig hatte das talentierte Team die Alte Schule einladend herbstlich geschmückt und in ein tolles Dorftheater mit Ambiente verwandelt. Doch zur Geschichte: Oma Hilde Schmitt – überzeugend dargestellt von Corinna Schwing – hat kurz vor ihrem 70. Geburtstag plötzlich „Allüren“, die dem bis dahin sehr verwöhnten Opa Georg Schmitt – glänzend verkörpert von Mario Gaibler, der in vielen Laiengruppen Zuhause ist – überhaupt nicht gefielen. Doch Oma Hilde emanzipierte sich nicht nur, sie fing auch an, das Leben zu genießen mittels Tanzstunden mit dem schmucken Tanzlehrer Enrico Albertini (perfekt gedoubled von Felix Schäfer) sowie Karatestunden mit Meister Li-Fung Tsi (dem Steffen Banschbach würdig Leben einhauchte). Hundertprozentige Rückendeckung erhielt sie dabei – glaubhaft dargestellt - von Enkelin Else alias Anna-Lena Friedel und deren Freundin Marlies alias Nadine Baunach, die ihr zusammen mit der resoluten Gleichstellungsbeauftragen Waldburga Mannsteufel (hier stand Rosi Grimm ihre Frau) den Rat gaben: „Zieh andere Seiten auf“. Doch für den Opa kam der Wandel viel zu schnell: „Die hat sie doch nicht mehr alle“, beschwerte er sich beim Nachbarn Thomas Kessing , der in Kunibert Schmitt sein Reisenbacher Double gefunden hatte. Natürlich schmiedeten die beiden Pläne, wie sie die Oma wieder „normal“ hinbekommen. Die Verwicklungen waren vorprogrammiert, vor allem als Sohn Michael Kessing und frisch gebackener Dr. jur. in Person von Luigi Bianco auftauchte. Zwar konnte der so einige Streitpunkte bei den „Oldies“ schlichten, dafür beschwörte seine Person auch gleich ein paar neue auf, als „seine Elsa“ wegen seiner freundlichen Art zu ihrer Freundin Marlies regelrechte Eifersuchtsschübe bekam und fast nicht mehr einlenken wolltel. Aber eben nur fast, denn das Happyend war hier tatsächlich ein „MUSS“. Die Geschichte – so wie sie in Reisenbach präsentiert wurde – erforderte geradezu Szenenapplaus, Zwerchfellmuskelkater und mindestens zwei Stunden Superlaune. Und obwohl „Oma emanzipiert sich“ nun erst das dritte Theaterstück war, das die Theatergruppe Reisenbach im schon bewährten Zwei-Jahres-Rhythmus zur Aufführung brachte, so dokumentierte doch der lang anhaltende Beifall der Zuschauer am Ende der Vorstellung und zahlreiches Spontanklatschen dazwischen eine hervorragende schauspielerische Qualität auf der örtlichen Theaterbühne.