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Familie Scharmann erfüllt sich großen Traum

Ünglertsgrund. (lm) Jahrzehnte musste die Riesenmühle im Ünglertsgrund ihr Dasein ohne Mühlrad fristen, doch war es ein Herzenswunsch von Dipl.-Ing. Herbert Scharmann, das historische Gebäude wieder zu komplettieren. Zahlreiche Feste – z. B. am jährlichen Deutschen Mühlentag – bildeten den finanziellen Grundstock für die Erfüllung dieses Wunsches. Für die praktische Ausführung fand man im vergangenen Herbst den historischen Mühlenbauer Andreas Düntzsch aus Riesa, der diesem vielschichtigen Beruf mit der Planung und Konstruktion komplizierter Unikate seit 15 Jahren nachgeht und den Aufbau des wirklich beeindruckenden Rades zusammen mit Herbert Scharmann sowie den Lausbuben Max und Moritz – die das ganze vom Mühlenfenster aus beobachten - in den letzten Tagen kräftig voran treibt. Schließlich soll es am Pfingstmontag beim 21. Deutschen Mühlentag im Ünglertsgrund endlich wieder Wahrheit werden: „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. Fünf Meter Durchmesser, 70 Zentimeter breit wird sich dann das oberschlächtige Mühlrad mit seinen 50 Wasserschaufeln oder –kästen durch das Gewicht des Wassers drehen. Auch der Mühlkandel wurde ersetzt durch eine 22 Meter lange Holz-Stahlkonstruktion. Den alten Wellbaum konnte man mit neuem Aufbau dank örtlicher Fachkräfte erhalten. Am Deutschen Mühlentag will man soweit seit, dass bei den Führungen mit Hermann Kruse (Molinologe vom Landesverband Baden Württemberg) und Hermann Scharmann auch das ganz große Räderwerk in Betrieb zu sehen sein wird. Langfristig schwebt den Scharmanns vor, die komplette historische Einrichtung wieder funktionsfähig zu machen, damit die Riesenmühle als Schaumühle für Schulklassen und interessierte Gruppen dienen kann. Dank der um- und weitsichtig geplanten Konstruktion von Andreas Düntzsch, den die Mühlenbesitzer als echten Künstler kennen gelernt haben, ist man diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Er hat die Mühle im vergangenen Oktober erst ausgemessen, und das Mühlrad sowie den Mühlkandel nach seinen historisch fundierten Plänen aus Stahl bzw. als Holz-Stahlkonstruktion anfertigen lassen. Seit rd. 14 Tagen ist man mit vereinten Kräften am Aufbau und bis jetzt passt alles perfekt und die Hoffnung auf Fertigstellung bis Montag ist durchaus berechtigt. Natürlich wird es auch noch eine offizielle Einweihung mit allen am Bau beteiligten Handwerkern und Freunden sowie einer kirchlichen Weihe geben, doch die Feuertaufe muss das neue Mühlrad am Deutschen Mühlentag, 9. Juni zwischen 11 und 18 Uhr bestehen bei zahlreichen Führungen und kulinarischen Mühlengrundspezialitäten.