Schriftgröße: a a a | SitemapDatenschutz | Impressum | Kontakt
Seite drucken

"Der Meisterboxer" begeisterte das Publikum

Mudau. (lm) Anlässlich des Jubiläums „120 Jahre Kolping Mudau“ hatte sich die Theatergruppe ein besonders hohes Ziel gesteckt – und sich tatsächlich selbst übertroffen. Bereits vor 30 Jahren hatten die damaligen Kolping-Laienspieler mit dem Klassiker „Der Meisterboxer“ (von Otto Schwartz und Carl Mathern) einen Bombenerfolg eingespielt, hinter dem man im Jubiläumsjahr nicht zurückstehen wollte. Großer Ehrgeiz, Fleiß in fast sechs Monaten Probenzeit, schauspielerische Fertigkeit der Akteure, Fachpersonal in der Maske und ein super gut sortierter Kostümverleih aus Mannheim spielten harmonisch perfekt zusammen, und zauberten das Flair der 20er Jahre und den grandios humorvollen Schwank in drei Akten auf die Bühne der Mudauer Odenwaldhalle. Dabei stellte das Stück höchste Ansprüche an die Schauspielkunst der zehn Akteure, da sehr oft alle Mitwirkenden gemeinsam verbal und interaktiv auf der Bühne agierten, was allen Beteiligten höchste Konzentration über drei Stunden abverlangte. „Standing Ovations“ bei zweimal ausverkauftem Haus zeigten die Begeisterung des Publikums, das die Leistung des Ensembles honorierte. Zur Geschichte: Der Marmeladenfabrikant Friedrich Breitenbach hat zwei Namensvettern in Vor- und Zunamen. Der eine ist sein Sohn Fritz und der andere der Boxchampion Breitenbach. Friedrich nutzt die Namensverwandtschaft, um immer dann zum Boxkampf zu fahren, wenn der wahre Boxmeister einen Kampf in Deutschland hat. Allerdings frönt er dann genüsslichen Lastern, von seinem Geschäftspartner Hecht mitorganisiert. So animieren sie den Kanzleirat Wipperling, ihre Machenschaften mitzumachen, um aus seinem eintönigen Alltagsleben ein mehr Genuss herausholen zu können. Das Chaos und Verwirrspiel nimmt seinen Lauf als Adelheid, Friedrichs Ehefrau und Amalie, Wipperlings Frau, hinter die Betrügereien ihrer Ehehälften kommen. Die Verwirrung perfekt machen die Beziehungen von Sohn Fritz zur Tänzerin Corolani und der Tochter Lotte zum Boxchampion, die die Lügereien der Männergemeinschaft offenlegen. Das loyale Haumädchen Rosa wird bei den Verwechslungen und Verdächtigungen der Familienverhältnisse hin- und hergerissen und toleriert vieles nicht. Die Darsteller übertrafen sich in der Rollenidentifikation so sehr, dass sie nicht nur die Hochachtung ihrer Vorgänger von vor 30 Jahren genießen konnten, sondern auch jede Menge Szenenapplaus und –lacher. Friedrich (Gerald Hemberger) als Lebensschwindler, Adelheid (Michaela Kistner) als Familienchefin, Hecht (Paul Scheuermann) als Drahtzieher von Intrigen, Rosa (Ursula Link) als loyales Hausmädchen, Amalie (Gaby Link) als trauernde Witwe und Wipperling (Stefan Galm) als sich wandelnder Lebenskünstler glänzten in Traumrollen und hatten dabei sichtbar Spaß. In nichts standen diesen der schlitzohrige Fritz (Daniel Herkert), die temperamentvolle Tänzerin Corolani (Anette von Wedel) sowie der ausdrucksstarke Boxer Breitenbach (Thomas Galm) und die einfühlsame Tochter Lotte (Martina Drabinski) nach. Auch sie brillierten in hohem Maße. Das herrliche Bühnenbild hatten Helmut Hahn und Andreas Scholl kreiert. Für die Maske zeichneten Regina Scholl und Beate Volk verantwortlich, die Gesamtleitung lag in den bewährten Händen von Manfred Dambach, Regie führte gekonnt Roman Andres und als Souffleuse fungierte Ursula Andres.