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Erster Spatenstich für Maßnahme "Auerbacher Weg"

Scheidental. (ao) Nachdem in den vergangenen Jahren im Rahmen des Flurneuordnungsverfahrens Scheidental hauptsächlich Maßnahmen in der Feldlage (Wirtschafts- und Radwege, teilweise Renaturierung der Elz etc.) realisiert wurden, steht nun mit dem Ausbau des Auerbacher Wegs in Oberscheidental eine größere Innerortsmaßnahme an.
Beim ersten symbolischen Spatenstich für dieses Multiprojekt im Beisein von Regierungspräsidentin Nicolette Kressl, sowie Vertretern des Landratsamtes, der Flurneuordnung, der Teilnehmergemeinschaft, der Beihilfestellen und der Baufirma Horst Flicker sah man gestern nur zufriedene Gesichter; das lag nicht nur daran, dass sich zu diesem Ereignis endlich mal wieder die Sonne zeigte, sondern auch daran, dass jetzt eine Maßnahme in Angriff genommen wird, für die man schon vor 15 Jahren Verhandlungen geführt hat, allerdings ohne Ergebnis, wie Horst Rieß vom Planungsbüro Sack und Partner bemerkte. Ohne das Flurbereinigungsverfahren wäre diese Maßnahme, die der Planer dann im Detail vorstellte, nicht möglich gewesen.
Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger freute sich , dass bei diesem symbolischen ersten Spatenstich das Regierungspräsidium mit seiner Chefin vertreten war.Die hat ihren Antrittsbesuch in der Gemeinde Mudau kurzerhand verbunden mit dem offiziellen Baubeginn im Auerbacher Weg. Diese Maßnahme bezeichnete sie als „großen Mosaikstein im Puzzel, die Attraktivität im Ländlichen Raum zu verstärken“. Und sie freue sich, so Nicolette Kressl, dass so viele verschiedene Partner daran mitgearbeitet haben; alle mit dem gleichen Ziel, etwas Gutes auf den Weg zu bringen. Man sei sich im Regierungspräsidium bewusst, dass man nicht nur in den Ballungsräumen investieren, sondern auch im Ländlichen Raum für eine gute Infrastruktur sorgen muss.
Axel Krahl vom Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis unterstrich die Bedeutung der Flurneuordnung für den ländlichen Raum. Scheidental sei ein Paradebeispiel dafür. Hier werden durch die Flurbereinigung immerhin 250 Maßnahmen angestoßen, die die Attraktivität der Gemeinde weiter steigern. Und die Maßnahme im Auerbacher Weg entlaste nicht nur die Mudauer Kläranlage sondern sorge auch für eine Stabilisierung der Wasserkosten.
Ortsvorsteher und gleichzeitig TG-VOrsitzender Klaus Schork zeigte sich gestern „äußerst zufrieden“ angesichts des anstehenden Baubeginns und auch der guten Förderung durch verschiedene Behörden und den Kreis, wofür er, wie seine Vorredner besonders dankte.
Das Gesamtprojekt umfasst den Bau eines Oberflächenwasserkanals zur Ableitung des Außengebietswassers aus den Gewannen „Alter Kirchenweg“ und „Am Kreuz“ mit einer Fläche von rund 15 Hektar und des Quellwassers im Bereich Rathaus/Kirche direkt in die Elz und schließlich der Straßenbau Auerbacher Weg.
Dieses Wasser wird derzeit noch in den Mischwasserkanal im Auerbacher Weg eingeleitet, über die Kanalsammler der sogenannten „Elztalschiene“ bis nach Langenelz transportiert und von dort zur Kläranlage Mudau gepumpt. Jedes Grundstück im Bereich der Maßnahme erhält einen Hausanschluss um das Hof- und Dachflächenwasser anschließen zu können, was zu einer weiteren Entlastung des Mischwasserkanals führt.
Im Bereich Rathaus/Kirche befinden sich der Dorfbrunnen und verschiedene kleinere Quellen, die derzeit in den Mischwasserkanal entwässern. Diese Quellwasservorkommen werden zusammengeschlossen und in einer Leitung, die im Gehweg der Reisenbacher Straße zu liegen kommt, bis zum neuen Oberflächenwasserkanal geführt.
Bei dem vorhandenen Mischwasserkanal im Auerbacher Weg wurden bei der Durchführung der Eigenkontrolle Schäden festgestellt, die eine Sanierung erforderlich machen. Diese erfolgt in geschlossener Bauweise im Inlinerverfahren. Die Hausanschlussleitungen werden in offener Bauweise erneuert.
Die alte Wasserleitung der ehemaligen Wasserversorgung „Mudbachgruppe“, teilweise noch aus dem Jahr 1913 wird im Auerbacher Weg durch eine neue, höher dimensionierte Leitung ersetzt.
Die Ortsstraße Auerbacher Weg verfügt über keine Bordsteine zur Wasserführung. Ebenso ist eine Abgrenzung zu den sich anschließenden Hofflächen nicht gegeben. Da die Straße außerdem wegen des ungenügenden Unterbaues größere Schäden aufweist, erfolgt auf einer Länge von 185 Metern ein kompletter Straßenneubau in diesem Bereich. Außerdem wird die Straßenbeleuchtung von Quecksilberüberspannungsleuchten auf LED-Kandelaberleuchten umgestellt.
Für die Gesamtmaßnahme wird mit Kosten in Höhe von 620 000 Euro gerechnet. Zur Finanzierung sind Beihilfen aus Fördermitteln der Wasserwirtschaft mit 349 000 Euro sowie aus dem Gemeindeausgleichstock mit 32 000 Euro eingesetzt. Außerdem beteiligt sich die Flurneuordnung mit einem Betrag von 63 000 Euro am Ausbau des Auerbacher Weges, so dass Eigenmittel für die Gemeinde Mudau in Höhe von 176 000 Euro verbleiben.

Text und Foto: Alexander Ott, Rhein-Neckar-Zeitung