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Szenenapplaus für "Strouhbischel-Theater" Schloßau

Schloßau. (lm) Es hat sich längst bis weit über Schloßau hinaus herumgesprochen, dass das „Strouhbischel-Theater“ mit seinen Vorstellungen in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nicht nur Balsam für die Seele, Herausforderung für die Lachmuskeln und eine besondere Art von Kurzurlaub, sondern auch immer wieder gut für eine Überraschung ist. Mit Bernd Gombolds Stück „Spanien Olé“ führten die versierten Laiendarsteller ihr Publikum in das beliebte südliche Urlaubsziel, und dieser „Spezialflieger“ in der örtlichen Schulturnhalle war beide Male restlos ausverkauft. Für Familie Meckerer ist es der zwanzigste Urlaub in Spanien. Familienoberhaupt Klaus Meckerer – „nomen est omen - stänkert in gewohnter Weise und sehr zum Leidwesen seiner ruhigen und ausgleichenden Frau Erika – alias Marianne Mechler - und seiner ebenso hübschen wie intelligenten Tochter Evi – hier meisterte Lorena Stuhl ihr schauspielerisches Debüt - wieder an allem herum, denn er ist voller Vorurteile gegen die Spanier. Perfekt charakterisiert wird dieser deutsche Paradeurlauber von Martin Stuhl, der als rechthaberischer Besserwisser seinen Zorn nicht verbirgt, dass sein großer Traum vom zünftigen Urlaub im Bayrischen Wald wieder nicht in Erfüllung gegangen ist. Wieder ist man "nur" in Spanien im kleinen Hotel des sympathischen Pedro gelandet, der in Evi Meckerer verliebt ist. Wobei Klaus Scholl den schlitzohrigen, mit allen Wassern gewaschenen Hotelier mimte und sein „Südländisches Temperament“ unter Beweis stellte, das ein Schloßemer mit römischen Wurzeln natürlich im Blut hat. Doch mit Klaus Meckerer hat er es schwer, denn der gehört zu den „guten“ Touristen aus Alemania, der nicht nur ausschließlich Deutsch spricht, sondern auch Essen und Trinken von zuhause mitbringt. Zeitgleich ist im Hotel auch Familie Pingelig zu Gast: Hella Kizann erweckte die überkandidelte, streitsüchtige Eleonore zum Leben. Markus Geiger überzeugte als ihr unter dem Pantoffel stehender Gatte Heinrich und Michael Balles verkörperte den trotteligen und hilflosen Sohn Heinz-Dieter perfekt. Doch eigentlich wollte die Familie nur einen geruhsamen und ruhigen Urlaub machen – wäre da nicht der streitsüchtige Klaus Meckerer. Sogar mit Heinrich legt er sich zunächst an, zumindest bis beide zufällig ihre heimliche Vorliebe für den nahe gelegenen FKK-Strand entdecken. Diesbezüglich lässt die beiden „Freunde der freien Körperkultur“ aber der schlitzohrige Opa Ludwig – grandios besetzt durch Bernd Grünwald - auflaufen, indem er ihnen am FKK-Strand die Kleider klaut. Und natürlich werden sie bei dem Versuch, nur mit einem Badetuch bekleidet ins Hotel zu schleichen, von ihren Frauen gestellt. Als der geizige Klaus dann noch erfährt, wie wohlhabend die Pingeligs sind, kürt er kurzerhand und fest entschlossen Heinz-Dieter zu seinem Wunschschwiegersohn und will ihn seiner Tochter Evi als gute Partie andrehen. Das gibt Evi Mut genug, den Eltern endlich reinen Wein einzuschenken und ihnen Pedro als künftigen Schwiegersohn vorzustellen. Für viele weitere Lacher sorgt – so ganz nebenbei – Sabrina Miltner, die als gute Seele Maria (Mädchen für alles in Pedros Hotel) sehr direkt, impulsiv und temperamentvoll kein Blatt vor den spanischen Mund nimmt. Lachsalven und unzählige Szenenapplausattacken endeten in minutenlangem und lautstarkem Beifall am Ende der Vorstellung, deren gigantisches Bühnenbild als weiteres Kunstwerk von Karlheinz Gräber den perfekten Background bildete und bei der Souffleur Markus Breitinger und seine Kollegin Stefanie Scheuermann mit ihrer Anwesenheit mentale Unterstützung für die unglaubliche Leistung der Theatertruppe boten.