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Flurkapellen

Zeugen tiefer Frömmigkeit


Kleine Wegkapellen und Weghäuschen sind im Odenwald, und somit auch in unserer Gemeinde, keine Seltenheit. Oftmals boten sie einen gewissen Ersatz für die in vielen Dörfern fehlenden Kirchen. Die Errichtung der Flurkapellen geht oftmals auf alte Versprechen oder Bräuche zurück.


Fatimakapelle Mudau

Ursprünglich vom Färber Wilhelm Mai um 1850 errichtet, wurde die Kapelle 1967 an den heutigen Standort am Rand des „Pfarrwaldes“ verlegt. Im gleichen Jahr entstand dort auch ein Kreuzweg, der von der „Siedlung“ bis zur Kapelle führt. Alljährlich feiert die Kolpingsfamilie Mudau hier eine Maiandacht. Die Kolpingsfamilie hat auch die Patenschaft für die Kapelle übernommen.

 

„Scholze Kapelle“ im Ünglert

Die „Scholze Kapelle“ im Ünglert, mit Mariahilfdarstellung: „Sebastian Müller und EVA seine Hausfrau haben dieses Bildhäuslein machen lassen, 1778“. Die Chronik berichtet: Als in Preunschen eine Kirche gebaut werden sollte, kamen sie in den Ünglert zum Sammeln. Der Knecht in der „Riesenmühle“ sagte: „Schämt Ihr euch nicht, könnt Ihr das nicht allein? Wemm mir jemand einen Platz gibt, baue ich eine Kapelle“. Der „Scholze-Bauer“ gab den Platz und so entstand das Kleinod im idyllischen Ünglertsgrund.

 

Wegekapelle in Mörschenhardt

Die Mörschenhardter Kapelle an der Preunschener Straße, die auch als Bethäuschen zu Andachten, insbesondere Maiandachten diente, wurde nicht aus diesem Anlass errichtet. Sie wurde in Erfüllung eines Gelübdes erbaut. Die Kinder der Eheleute F.K. Gramlich und M. Rosa geb. Trunk waren an der unheilbaren Rachitis erkrankt. Bei einer Erlösung der Kinder von ihrem Leiden wurde die Errichtung eines kleines Bethäuschens als Wegekapelle gelobt. Dieses Gelübde wurde im Jahre 1875, nach dem als wunderbar empfundenen Tod der Kinder, eingelöst. Heute ist die Kapelle Bestandteil der Museumsstraße „Odenwälder Bauernhaus“ neuerbaut von J.J. Gramlich und Anna geb. Giebel, erneuert 1978 durch K. Gramlich und Rosemarie geb. Damm.

 

„Kleine Kapellen Langenelz“

Kleine Kapelle im Oberdorf an der Elztalstraße, ehemaliges „Schaudersgut“, Entstehungsjahr und Ursache der Errichtung ist heute unbekannt.


Kleine Kapelle am „Ochsentriebweg“, errichtet 1947/48 von Juliane Späth, gemäß Gelübdes bei Rückkehr des Mannes aus dem Krieg, was allerdings nicht der Fall war, die Kapelle wurde aber trotzdem errichtet.

 

„Lenzkapelle“ Scheidental

In der Reisenbacher Straße steht die „Lenzkapelle“, welche 1755 von Antonius Lentz und dessen Ehefrau Anna Maria Gott zu Ehren errichtet wurde. Der Überlieferung nach soll hier ein Bauer unter die steinerne Ackerwalze geraten sein und sich so schwer verletzt haben, dass er gestorben ist. Tatsächlich verstarb am 23. März 1755 im Alten von 50 Jahren ein Michael Lentz, Vater des Erbauers. Die Kapelle wurde im Jahre 2007 von der Dorfgemeinschaft Scheidental liebevoll renoviert.

 

„Kriegerdenkmal Unterscheidental“

Dieses Denkmal wurde als Kapelle im Jahre 1922 an der heutigen Unterscheidentaler Straße als Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges errichtet. Im vorderen Bereich befinden sich bei dieser stattlichen Kapelle zwei Rundsäulen. Die Scheidentaler schätzen diese Kapelle sehr und waren zu großen Spenden bereit, als die Sanierung des Kriegerdenkmales im Jahre 2005 anstand.

 

„Hauskapelle Brenneis Reisenbach”

Die Kapelle der Familie Bertold Brenneis in der Kohlhofstraße stammt aus dem Jahre 1775 von Peter Geier, der Altar von 1791. Folgendes ist überliefert: Nachdem alle vier Kinder der Familie Peter Geier todkrank waren, wurde folgendes Gelübde abgelegt: Bei Gesundung mindestens eines Kindes wollen sie eine Kapelle errichten. Heute wird die Kapelle als „Hauskapelle“ immer noch von den Nachfahren der Familie Brenneis unterhalten.

 

„Pfaffekapelle“ Schloßau

Die Kapelle, eigentlich „Maria Frieden“ wurde 1966 auf dem Grundstück von Valentin Eck auf Anregung und Idee von Pfarrer Johann Buchdunger erbaut. Die Schloßau und Waldauerbacher Bürger unterstützten den Bau durch Eigenleistungen und finanzielle Beiträge. Die Kapelle wird jährlich für Maiandachten genutzt. Heute ist die „Pfaffekapelle“ beliebtes Ziel von Spaziergängern oder Wanderern, die in der idyllisch gelegenen Kapelle Kraft und Trost suchen und finden.

 

„Lourdesgrotte“

Die Grotte (kleine Kapelle) am Seitenschiff der Pfarrkirche St. Wolfgang in der Ortsmitte von Schloßau wurde als Nachahmung der Lourdesgrotte ebenfalls auf Initiative von Pfarrer Johann Buchdunger 1967 (anstelle der alten, kleinen Grotte) mit freiwilligen Leistungen der Schloßauer Bürger erstellt.

 

„Grotte am Kinzertweg – in der Hohl“

Die Grotte am Kinzertweg („in der Hohl“) mit Pieta (schmerzhafte Muttergottes) entstand 1968 auf Anregung von Pfarrer Johann Buchdunger. Für die Ausführung und Finanzierung zeichneten die Kirchengemeinde und Schloßauer/Waldauerbacher Bürger verantwortlich. Eine grundlegende Renovierung erfolgte 1983 durch Schloßauer Ortschaftsrat und Schloßauer Jugend, auch Pfarrer Buchdunger war Geldgeber. Die Renovierung der Pieta trugen Kirchengemeinde und politische Gemeinde je zur Hälfte.

 

Wegekapelle Waldauerbach

Die Kapelle an der K 3969 bei Waldauerbach wurde 1876 zu Ehren der Mutter Gottes vom damaligen Bürgermeister von Auerbach, Valentin Friedel („Rossbauern“) erbaut. Bei der zuvor stattgefundenen Mission (1872) in Schloßau gelobte die Stifterfamilie für ihr Seelenheil eine Kapelle zu errichten. Das an der Außenwand angebrachte Kreuz mit der Inschrift „Rette Deine Seele“ erinnert jeden Vorbeifahrenden noch heute daran. Schloßauer und Waldauerbacher Bürger beten des Öfteren dort und bitten um Hilfe, welche schon oft Erhörung fand. Ludwig Trunk renovierte mit großem Idealismus und finanziellem Einsatz die Wegekapelle und heute lädt die Wegekapelle alle Wanderer und zufällig vorbeikommenden zu Rast und Besinnung ein.