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Scheidental

Heute

Oberscheidental liegt an der hier entspringenden Elz in 500 – 520 m Höhe und ist heute ein Haufendorf mit dem Ortszentrum an der Kirche. Unterscheidental dagegen ist eine Streusiedlung in ca. 500 m Höhe, wobei die einzelnen Hofgruppen beiderseits des flachwannigen Elztales noch den ursprünglichen Siedlungscharakter erkennen lassen. Oberscheidental bildet die Wasserscheide zwischen Main und Neckar und hat daher wohl auch seinen Namen. Oberscheidental grenzt im Westen an Hessen. Die Gemarkungsfläche von Scheidental beträgt insgesamt 1291 ha. In Scheidental gibt es zwei Gaststätten. Die Kinder gehen nach Schloßau in den Kindergarten und in die Grundschule. Geschäfte und Ärzte gibt es im Hauptort Mudau in ca. 5 km Entfernung. In Scheidental gibt es ein reges Vereinsleben. Scheidental liegt, wie die Ortseile Schloßau und Waldauerbach, am Odenwald-Limes. Kulturhistorisch interessant ist das Kastell, das „Hönehaus“, der Hutzelstein in Oberscheidental sowie die Steinkreuze und das Kriegerdenkmal in Unterscheidental.

 

Historisches

Bei der ersten urkundlichen Erwähnung um 1306 hieß Scheidental „Scheidner“, dann 1318 „Schedennere“ und im 14. Jahrhundert ist dann die Unterscheidung in Oberscheidental und Unterscheidental möglich, nämlich „Obern Scheidener“ und „Under-Scheidener“. Beide Ortsteile sind Rodungssiedlungen des Klosters Amorbach, als Waldhufen mit Hofanschluss angelegt, wobei Oberscheidental wohl der ältere Teil ist. Kurzes licht in das Dunkel der Geschichte kam mit den Römern ab dem Jahr ca. 100 n. Chr. mit der Anlage des Odenwaldlimes – aus dieser Zeit stammt das Römerkastell mit Bad und Lagerdorf in Oberscheidental. Jahrhunderte nach den Römern nahmen die Alemannen und Franken Besitz von unserem Raum. Bereits im 7. und 8. Jahrhundert nimmt man eine wichtige Straße an, welche die beiden Klöster Amorbach und Mosbach verband. Seine Besiedlung verdankt Scheidental letztendlich, wie alle umliegenden Orte, dem Kloster Amorbach im 11./12. Jahrhundert. Damals kaufte dieses den „Urwald“ zwischen Steinbach und Itter und legte um den Fronhof Mudau planmäßig so genannte Rodungsinseln an, welche auch heute auf der Landkarte noch gut zu erkennen sind. So entstand Oberscheidental aus ursprünglich 8 Huben und Unterscheidental aus ca. 5 Huben. In der Folgezeit konnten die Klosterbrüder ihren Besitz nicht selbständig verwalten und übertrugen dies weltlichen Adeligen. So stiegen die Herren von Dürn als Schutzvögte des Klosters zur bestimmenden Kraft des Raumes auf, wobei sie gleichzeitig dem Kloster Rechte und Besitz „entfremdeten“. Im Jahre 1271 verkauften die Herren von Dürn die Burg Wildenberg sowie mehrere Ortschaften an das Erzstift Mainz. Vermutlich wechselte auch Unterscheidental den Besitzer und Mainz wurde damit Ortsherr und blieb es bis zum Jahr 1803. In Oberscheidental verlief dies etwas anders, hier wurde Mainz zwar Landesherr jedoch nicht Ortsherr. Obwohl beide Scheidentaler Ortsteile denselben Grundherren hatten, nämlich das Kloster Amorbach, und denselben Landesherren, das Erzstift Mainz, war die Ortsherrschaft also geteilt. Aus diesen Gründen ist der Verlauf der Dorfgeschichte über einige Jahrhunderte unterschiedlich. Eine Beteiligung am Bauernkrieg ist nicht erwiesen, allerdings anzunehmen. Der 30-jährige Krieg spielte unserem Raum stark mit. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen die napoleonischen Kriege, worunter unsere Gegend sehr zu leiden hatte. 1803 kam der Übergang an das Fürstentum Leiningen, 1806 an das Großherzogtum Baden. Die Feudalrechte von Leiningen blieben weiter bestehen, so dass man unter einer Doppelherrschaft lebte. Im Zuge der Gemeindezusammenführung am Anfang des Dritten Reiches, kam es am 1.4.1935 per Gesetz zur Zusammenlegung von Ober- und Unterscheidental. Zum 1.1.1973 wurde der heutige NOK gebildet. Zum 1.1.1974 erfolgte eine freiwillige Eingliederung nach Mudau. Die heutige Gemeinde wurde zum 1.1.1975 gebildet.


Wappenbeschreibung

Die Gemeinde hat offensichtlich im Jahre 1938 das Wappen mit dem römischen Soldaten angenommen. Ein genaues Datum ist nicht feststellbar. Der römische Soldat wurde sicher in Anspielung auf dem Limes gewählt.


Entwicklung der Bevölkerungszahlen

  Anzahl Einwohner
Jahr Oberscheidental Unterscheidental
1395 90 60
1500 110 70-80
1573 115 80
1668 38 34
1700 90 70
1813 198 154
1820 208 152
1852 282 249
1861 244 246
1880 280 220
1890 302 210
1907 304 216
1925 302 197
1939 461
1946 652
1950 603
1954 504
1970 439