Schriftgröße: a a a | SitemapDatenschutz | Impressum | Kontakt
Seite drucken

Jahreskonzert des Musikverein „Harmonie 1872“ Mudau

Mudau. Die bis auf den letzten Platz besetzte Mudauer „St. Pankratiuskirche“ beim Jahreskonzert des Musikverein „Harmonie 1872“ Mudau dokumentierte deutlich, welch hohen Stellenwert die Mudauer Trachtenkapelle in der Gemeinde einnimmt.

Der begeisterte Applaus bewies dagegen, dass die Musiker und Musikerinnen unter Leitung von Dirigent Ralph Müller, ihr Publikum auch durch ihren hohen musikalischen Standard überzeugen konnten. Zarte Flötenklänge zogen die Zuhörer gleich zu Beginn der Veranstaltung in ihren Bann, als das Querflöten-Trio mit den Solistinnen Anja Henn, Sonja Müller und Karina Scheuermann mit „Notturno für drei Querflöten“ von Franz Josef Dussek den musikalischen Reigen eröffneten. Mit einem Gedicht vom „Fest der Hoffnung, das Tag für Tag näher rückt“ wurde die Botschaft vermittelt, in der Hetze der Besorgungen die Botschaft nicht zu vergessen, ebenso wenig wie jene, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. „Glaub und Musik haben sehr viel gemeinsam und gehören zusammen, darum freuen wir uns, sie zu unserem Jahreskonzert im Ambiente unserer St. Pankratius-Kirche begrüßen zu dürfen“, so 1. Vorsitzende Anja Henn, die die Freunde des Musikvereins aufforderte, für diesen Abend die Sorgen und Hektik zu vergessen, bevor die Trachtenkapelle mit „Aranjuez mon amour“, einen Ausschnitt aus dem Gitarrenkonzert von Joaquin Rodrigo präsentierte. Darin war der unvergleichliche Rhythmus des Bolero, getragen und doch unwiderstehlich, gegenwärtig. Ganz anders - erwartungsvoll, leise und doch auch mit einer stillen Freude sowie mit teilweise regelrecht jubilierenden Klängen ertönte anschließend „Aus der neuen Welt“, der 2. Satz aus Antonin Dvorak’s Sinfonie in e-moll nach einer Bearbeitung von N. Studnitzky. In der Besetzungsvielfältigkeit war der Musikverein „Harmonie“ in diesem Konzert provokativ neue Wege gegangen, die ihm durch die qualifizierte Ausbildung seiner MusikerInnen eröffnet wurde. Ralf Breunig, Musikstudent mit Hauptfach Orgel, begeisterte mit der „Toccata“ einer unbekannten Komponisten in d-moll. Und zusammen mit dem Solisten stellte er mit dem „Largo“ von Georg Friedrich Händel unter Beweis, wie gut Orgel und Tompete harmonieren. Mit „La Citadella“ spielte die Trachtenkapelle anschließend nicht nur eines der bekanntesten, sondern auch eines der anspruchsvollsten Stücke von Kees Vlak, in dem die unterschiedlichsten Stimmungen von depressiv über fröhlich bis hin zu euphorisch zum Ausdruck kamen. Während das fröhliche Vogelgezwitscher und ein Sonnenaufgang in „Morgenstimmung“ von Edvard Grieg aus der Musik zu Peer Gynt op. 46 nach einer Bearbeitung von V. Studnicka nachempfunden werden konnte. Als weiteres Novum stellte der Musikverein sein „Brass-Quintett“ mit den Solisten Rebecca Kern, Harald Lorenz, Alexander Meixner, Reinhard Münch und Mario Zettl vor. Hier war Teamwork gefragt, es kam auf jeden einzelnen an, obwohl die fünf unter erschwerten Bedingungen geprobt hatte. Doch ihre Darbietungen „Trumpet Voluntary“ von Jeremiah Clarke sowie „Tune and Air“ von Henry Parcell, beides nach einer Bearbeitung von W. Barnes, ließen keinerlei Schwächen erkennen. Den Schlusspart bestritt die Trachtenkapelle Mudau mit drei Stücken. Dem „Adagio“ aus der Klaviersonate in c-moll von Ludwig van Beethoven, bearbeitet von J. G. Mortimer und ein weiteres Mal von Mario Zettl, dem „Dona nobis pacem“ von Thomas Doss mit Musik unbekannter Herkunft und schließlich mit „Paraphrase“ von Felix-Alexandre Guilmant über den Siegeschor aus Händels Judas Maccabaeus nach einer Bearbeitung von A. Loritz. Heute besser bekannt durch den Text „Tochter Zion, freue dich“. Als Dankeschön für ihr Publikum begleiteten die Musiker und Musikerinnen zum traditionellen „Macht hoch die Tür“. Mit diesem Jahreskonzert in der Mudauer Kirche „St. Pankratius“ konnte der Musikverein „Harmonie 1872“ einen Schlussakkord setzen, der sich nahtlos an die in- und externen Erfolge des Vereinsjahres anfügte.
(L.M.)