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Jhv. Raiffeisen- Waren- Genossenschaft

Mudau. Im Gasthaus ,,Pfalz“ trafen sich Vorstand, Aufsichtsrat, Mitglieder und Geschäftspartner der Raiffeisen- Waren- Genossenschaft Mudau zur Jahreshauptversammlung.

Im Mittelpunkt standen dabei neben den obligatorischen Rechenschaftsberichten auch Wahlen zum Aufsichtsrat sowie die Ehrung des langjährigen und verdienten Aufsichtsratsvorsitzenden Artur Müller. Vorstandsvorsitzender Trudpert Haas dankte eingangs den Mitgliedern und Verbundpartnern für ihre Treue zur RWG und die langjährige kooperative Zusammenarbeit und begrüßte besonders Günther Junker vom Badischen Genossenschaftsverband, Hilmar Rechner als Bürgermeisterstellvertreter, Frau Schmid als Witwe des ehemaligen Geschäftsführers der RWG sowie Ingrid Lenz von der Buchhaltung und Martin Oeden. In dem anschließenden Geschäftsbericht und dem Jahresabschluss machte Geschäftsführer Franz Maurer deutlich, dass die Raiffeisen-Waren-Genossenschaft Mudau auch im zurückliegenden Geschäftsjahr zur vollsten Zufriedenheit der Mitglieder gearbeitet hatte. Die Geschäftstätigkeit umfasste im Wesentlichen die drei Sparten Mietobjekte und bebaute Grundstücke, Finanzanlagen und Beteiligungen sowie den Mostereibetrieb. Wie in den zurück liegenden Jahren stand auch in diesem Jahr der Mostereibetrieb im Mittelpunkt, wobei das Gesamtergebnis mit einem Ertrag von 5.200 Euro um 600 Euro niedriger lag, als im Vorjahr, betonte Geschäftsführer Franz Maurer. Die Erlöse aus den Keltergebühren konnten zwar von 4.300 € auf 6.100 € gesteigert werden, der Mostverkauf ging dagegen von 5.500 € auf 3.500 € zurück. Parallel dazu fiel auch der Obstaufkauf von 2.400 € auf 1.600 € und die Lohnkosten stiegen von 1.600 auf 1.900 €, wogegen die Kosten für Strom und Wasser mit knapp 900 € stabil blieben. Insbesondere der Verkauf von Most an Brennereibetriebe gestaltet sich immer schwieriger, was dem enormen Preisdruck aus dem östlichen Ausland und Frankreich zuzuschreiben sei. Aufgrund der frühen Ernte in diesem Jahr begann der Mostereibetrieb auch früher als im vergangenen Jahr und der Anfall von Äpfeln sei mittelmäßig bis gut zu bezeichnen. Extrem hoch war dagegen der Anfall von Birnen. Im Bereich der Beteiligungen und Kapitalanlagen konnte man gegenüber der Hochzinsjahre von 10.000 € im Berichtsjahr mit 4.800 € noch nicht einmal die Hälfte der Zinserträge verbuchen. Zu den bebauten Grundstücken zählt die Scheune in Mudau, die vermietet ist. Wie Aufsichtsratsvorsitzender Artur Müller betonte, habe das vergangene Geschäftsjahr einen Reingewinn von 2.630 Euro erbracht. Zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 4 Prozent auf die Geschäftsanteile wurden 2.111 € verwendet und 517 € wurden den Ergebnisrücklagen zugeführt. ,,Unsere Kapitalanlagen und Beteiligungen sind stark von dem Niedrigzinsniveau betroffen und auch der Mostereibetrieb bringt die Erträge, wie vor Jahren noch, bei weitem nicht mehr. Der Mostverkauf ist stark rückläufig und die Parteien, die gemostet werden, sind immer kleiner geworden“, betonte Müller. Verbandsprüfer H. Stahl vom Prüfungsdienst des Badischen Genossenschaftsverbandes habe die gesetzliche Prüfung bei der RWG Mudau durchgeführt und die Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft als geordnet bezeichnet. Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes und Geschäftsführers sowie des Aufsichtsrates auf Antrag von Hilmar Rechner wurden Stefan Schölch und Josef Elser ebenfalls einstimmig in den Aufsichtsrat wiedergewählt. ,,Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Oskar Schmid war es ein Glücksfall für die Genossenschaft in Mudau, dass mit Artur Müller ein ebenso umsichtiger wie couragierter Mann die Nachfolge antreten konnte“, betonte Vorstandsvorsitzender Trudpert Haas im Rahmen der Laudatio auf den Geehrten Artur Müller. Dieser habe in den zurückliegenden 40 Jahren die Weiterentwicklung und Erhaltung der Genossenschaft mit großem Eifer betrieben und sich in schwieriger Zeit für die Belange der Mitglieder leidenschaftlich eingesetzt. Der aus Scheidental stammende Müller trat 1964 der Mudauer Genossenschaft bei und wurde noch im gleichen Jahr Mitglied des Aufsichtsrates. Seit 1969 versieht er mit Weitblick und Engagement das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden als Nachfolger von Wilhelm Gramlich. Zuvor habe Artur Müller als Gruppen- und Bezirksführer in der katholischen Landjugend Verantwortung übernommen, dem die Tätigkeiten als Ortschafts- und Gemeinderat sowie Kreisrat und Ortsvorsteher in Scheidental folgten. Verdienste habe er sich auch als Vorsitzender des Bauernverbandes und im Kirchengemeinderat in der Pfarrkirche Scheidental erworben. Mit schwarzen Kühen habe Artur Müller einen modernen Milchviehhof aufgebaut und seine Erfahrungen als Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzender der Molkerei Nordbaden eingebracht, wo er ebenfalls die Interessen der Milchlieferanten vertrat. Als Dank und Anerkennung für die geleistete ehrenamtliche Arbeit zum Wohle der Gemeinde, Organisationen und besonders der Raiffeisen-Warengenossenschaft, überreichte Trudpert Haas an Artur Müller die Urkunde für seine 40jährigen Verdienste sowie ein Präsent. Günter Junker, Bereichsleiter vom Badischen Genossenschaftsverband schloß sich den lobenden Worten seines Vorredners an und ergänzte die Laudatio von Artur Müller um dessen 30jährige Tätigkeit als Aufsichtsrat und Vorstand der Milcherzeugergenossenschaft, 12 Jahre in der Molkereizentrale sowie zeitweise auch aushilfsweise in auswärtigen Milchzentralen. Als Dank für dieses ungewöhnliche ehrenamtliche Engagement überreichte er dem Jubilar die Raiffeisen-Schulze-Delitsch-Plakette. Der so hoch Geehrte bedankte sich für die Würdigung und bei allen, die ihn während dieser Zeit begleitet haben. Bürgermeisterstellvertreter Hilmar Rechner überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Gemeinde und betonte, dass ein Verein oder eine Genossenschaft ihre Mitglieder genau so bräuchten wie die Gemeinde ihre Vereine und die Landwirtschaft braucht. Abschließend der Jahreshauptversammlung umriss der Vorstandsvorsitzende Trudpert Haas die allgemeine Entwicklung der RWG Mudau seit 1964. Hier wurde das Warengeschäft in vollem Umfang und an 7 Sammelstellen betrieben. In Mudau war neben der Sammelstelle ein Verkaufsraum für Milch- und Molkereiprodukte sowie eine Gefrierfachanlage eingerichtet. 1965 wurden sämtliche Milchsammelstellen mit Lagerbehältern ausgestattet und im Jahre 1966 kaufte man die Scheune in Mudau, die ein Jahr später renoviert wurde. 1969 erfolgte der Ankauf der Mosterei von der Fa. Herkert in Mudau und 1970 erwarb man das Anwesen Noe und erweiterte das Verkaufsgeschäft. Die Verschmelzung mit der RWG Scheringen war 1971 und 1974 wurde das Warengeschäft aufgegeben. 1979 erfolgte die Verpachtung des Ladengeschäftes Mudau – 1981 der Kauf der Werkstatt Schreinerei Hemberger und 1996 tätigte man den Neuerwerb der Mosterei und des Bürocontainers.
(L.M.)