Schriftgröße: a a a | SitemapDatenschutz | Impressum | Kontakt
Seite drucken

Erster Spatenstich für Ausbau der Straße im Reisenbacher Grund

Reisenbacher Grund. „Es war einmal ...“ ein Bauantrag. Es folgte eine Planung und darauf ein Widerspruch. Es folgte eine zweite Planung und darauf ein Widerspruch. Und in diesem Stil vergingen 40 Jahre.

Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger drückte es beim feierlichen ersten Spatenstich zum Ausbau der Straße „Im Grund“ (Reisenbacher Grund) so aus: „40 Jahre Vorlauf, 4 Wochen Bauzeit. Ein Jahrzehnt pro Woche Bauzeit. Was lange währt oder gärt, wird schließlich doch noch umgesetzt.“ Im Beisein zahlreicher Gemeinderäte, Reisenbachs OV a.D. und ehemaligem Bürgermeister Erich Rechner sowie dessen Nachfolger im Amt Günter Baunach mit Ortschaftsräten, Ing. Oswald Gehringer vom Ing.-Büro Sack und Partner (Adelsheim) sowie Horst und Thomas Flicker von der Bau ausführenden HF-Bau und der glücklichen Anwohner wurde deutlich, die Historie dieser Maßnahme war seit 1970 geprägt von Planungen, Einsprüchen und Ablehnungen. Planänderungen, Widersprüchen, Klagen, Verhandlungen usw. Eingeschaltet waren insgesamt drei Ingenieurbüros, die Nachbargemeinden Waldbrunn und Limbach, das Regierungspräsidium Karlsruhe, Flurbereinigungsamt sowie diverse Anwälte und von den Gemeinden Reisenbach und Mudau hatten vier Bürgermeister ihre Freude an dem Projekt. Um so glücklicher waren alle Anwesenden, diesen ersten Spatenstich erleben zu dürfen. Dabei werde auch „ein Zipfel“ der Gemeinde Limbach bearbeitet, mit der man sich aber schnell und unbürokratisch hatte einigen können. Die letzte Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss von 2003 wurde 2005 abgewiesen und das Urteil am 29. März des gleichen Jahres rechtskräftig. Dennoch musste das Projekt wegen fehlender Finanzmittel noch vier Jahre warten bis die Gemeinde 2009 den notwendigen Grunderwerb per Kaufverträge durchführen konnte. Die Kosten für die Maßnahme sind mit 156.000 Euro veranschlagt, wobei man für der 1. Bauabschnitt mit rd. 30.000 Euro bezuschusst wird, die Fördermittel-Bewilligung für den 2. Bauabschnitt steht noch aus. Oswald Gehringer vom Ing.-Büro Sack und Partner erläuterte, dass der Ausbau in fünf bis sechs Wochen komplett und teilweise unter Vollsperrung durchgeführt wird. Dabei werde die Koordination der Arbeiten selbstverständlich mit den Anliegern zeitlich genau abgestimmt. Der Ausbau auf ca. 3 Mater Breite wird zunächst von der Rieds- bis zu Schinz-Mühle mit einer Ausweichstelle erfolgen und als Unterbau die bestehende Schotterpiste nutzen. Des werden rd. 30 Zentimeter Schotter bzw. Split sowie eine Asphaltragdeckschicht aufgebracht. Die Straßenentwässerung erfolgt über Querrinnen, der Eingriff in die Landschaft wird sich also in ganz engen Grenzen halten. Die Sanierung der Bitumenstraße vom Gasthaus Cichy zur Schinz-Mühle erfolgt durch die Ausgleichung der Schadstellen mit Asphalt und der abschließenden Aufbringung einer Splittdecke mit Bitumenbindemittel. Die einsturzgefährdete Stützmauer gegenüber dem Ökonomiegebäude der Schinz-Mühle wird abgetragen und nach Fundamentgründung neu aufgesetzt. Der obere Teil des Geländes wird abgeböscht. Horst Flicker, dessen Firma sich schon lange mit diesem Auftrag beschäftigt und fast schon einmal vor Jahren durchgeführt hatte, freute sich, nun endlich ans Werk gehen zu können und dankte für das entgegen gebrachte Vertrauen. Und Ortsvorsteher Günter Baunach, der sich intensiv mit der Historie beschäftigt hatte, konnte berichten, dass die ersten Landräte schon 1960 einen Ausbau beraten hatten. Damals war der Grund noch auf die Landkreis Heidelberg, Mosbach und Buchen verteilt. Die meiste Arbeit mit dieser unendlichen Geschichte habe aber vermutlich Erich Rechner getragen und miterlebt, der als Bürgermeister und Ortsvorsteher 40 Jahre in Reisenbach engagiert gewirkt hatte. Und dieser freute sich sichtlich und brachte das auch verbal zu Ausdruck, dass er die Durchführung der Maßnahme wenigstens als „a. D.“ erleben darf. Entsprechend fröhlich und entspannt setzten die Verantwortlichen den „feierlichen ersten Spatenstich“ dann auch um. (L.M.)