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Geopark-Ranger aus Hong Kong besuchten Martinskapelle Steinbach

Mudau/Steinbach. (jbl) Eine Gruppe von acht angehenden Geopark-Rangern von der Geoparkbetreibenden Landwirtschafts- und Fischereiverwaltung in Hong Kong / China, besucht dieser Tage den Unesco Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald.

Der chinesische Geopark stehe gerade in der Bewerbung Unesco Geo-Naturpark zu werden. Die ambitionierten Geologen aus Fernost seien neben den geologischen Besonderheiten im Buntsandsteingebiet auch an der Arbeitsweise des Deutschen Geoparks interessiert, so Claudia Eckhardt, zuständig für Aus- und Weiterbildung sowie Qualitätsentwicklung im Geo-Naturpark.Vor allem die kooperative Arbeit mit lokalen Akteuren vorzustellen, die in China noch nicht so ausgeprägt funktioniere wie hier, sei ihr wichtig. Neben einer Reise von West nach Ost, von Granit , über Buntsandstein zu Muschelkalk, stünden in der kommenden Woche auch Trainingseinheiten in Rhetorik und Gruppenmanagement an. „Dinge, die für uns alltäglich sind, haben die Chinesen noch nie gesehen.“ Erzählt Jochen Babist, der die Gruppe begleitet. So habe man einmal einfach mitten im Wald angehalten. Der junge Baumbestand habe die Gäste fasziniert und auch Streuobstwiesen seien ihnen bisher unbekannt gewesen.

Georg Moser, Ortsvorsteher von Steinbach freute sich die Gäste aus Fernost am Montagmittag in der 500 Jahre alten Martinskapelle empfangen zu dürfen, die auch ausgezeichneter Geopunkt im Unesco Naturpark ist. Interessiert folgten diese den Erzählungen über die Erbauung der legendären Kapelle, die schon allein mit ihren zwei Grundsteinen, der eine datiert auf das Jahr 1497 und der andere auf 1504, Besonderheiten birgt. Auch Jochen Babist, zuständig für Projektmanagement im Geo-Naturpark und Claudia Eckhardt zeigten sich überrascht, immer wieder Neues über Christentum und Erdgeschichte erfahren zu können. Neben den kulturhistorischen Merkmalen bürge die kleine Kapelle bedingt durch ihr Alter vielerlei Indizien über die Bedeutung des Buntsandsteins für die Region. So seien laut Moser die Sandsteinsärge, die durch die einzigartige Struktur des Materials immer wieder zu erkennen seien, überwiegend im Norden Deutschlands gefunden worden. „Odenwälder-Top-Seller“ zu Zeiten des Mittelalters, übersetzte Claudia Eckhardt sehr zur Erheiterung aller. Auch die Geschichte der Steinkreuze, die an vielen Wegen noch immer auf unheilvolle Ereignisse, wie Unfälle oder Morde hinweisen beeindruckte.
Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, hatte sich gerne Zeit genommen die weit gereisten Gäste zu begrüßen. Claudia Eckhardt nutzte die Gelegenheit seinem, bzw. dem Engagement der Gemeinde Mudau, als einer der aktivsten Geo-Naturpark Anhänger im Beisein der angehenden Ranger zu danken. Eckhardt freue sich über die hier momentan laufende Ausbildung neuer Geopark-Vor-Ort-Betreuer und deutete auf weitere gemeinsame Zukunftsvisionen hin.