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Alter Bildstock erstrahlt in neuem Glanz

Mudau. Im Mai letzten Jahres wurde er wieder aufgestellt, dieser vermutlich ganz besondere Bildstock in der Nähe der Rumpfener Strasse, der lange Zeit „geköpft“ sein Dasein fristen musste.

Er stammt von Nikolaus Hoff, einem der bedeutendsten Mudauer Maler und Bildhauer. Und seine wunderschönen Werke waren in den 70er Jahren äußerst begehrte Kunstwerke, die leider oft „auf Nimmer-Wiedersehen“ verschwanden. Am vergangenen Sonntag wurde er im Beisein zahlreicher Interessierter, darunter Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Ortvorsteher Klaus Erich Schork, OV a.D. Kurt Müller, Sonja Rottenfußer als 1. Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins mit zahlreichen Vorstandsmitgliedern sowie Bildhauer Ralf Drolshagen und die Grundstückseigner Familie Geier, bei herrlichstem Winterwetter durch Pfarrer Werner Bier geweiht. Und damit sollte er sich auch wieder unter bestem Schutz befinden. Schließlich hatte er einmal eine ganz besondere Bedeutung an dieser ehemaligen Verbindungsstrasse von Wimpfen nach Amorbach. Nicht umsonst zeigt sein Bild die Pieta oder „Maria, schmerzhafte Mutter“. Dieses Bild steht nach Aussage von Pfarrer Bier für die Erfüllung der Prophezeiung des Simeon. Als Maria und Josef ihren Sohn entsprechend der Tradition am 40. Tag nach der Geburt zum Opfer in den Tempel brachten, teilte er ihnen mit, dass Jesu das Licht der Welt sein wird, man ihm aber so sehr widerspricht, dass es zur Kreuzigung vor den Toren der Stadt kommen und der Schmerz für Maria der von Schwertern sein werde. Sie zeigt auf der Pieta ihren toten Sohn, den man ihr in den Schoß gelegt hat und wird damit zum Trost für alle, die ebenfalls voller Schmerz sind. Das Marienbildnis sei auch der Grund, für die Weihe an einem Tag in der Nähe von Maria Lichtmeß. Während der Weihe bat Pfarrer Bier um den Segen für alle, die an der Wiederherstellung des Bildstockes beteiligt waren. Neben den Geldgebern und Initiatoren vor allem für den Künstler Ralf Drolshagen, der so begnadete Renovierungsarbeit geleistet habe. Hans Slama erläuterte noch die Bedeutung von Nikolaus Hoff, der 1722 in Mudau geboren wurde und bereits im Alter von 24 Jahren einen bedeutenden Auftrag in Bürgstadt, danach in der Abteikirche Amorbach und noch viele mehr bekommen hat. Dennoch verstarb er völlig verarmt 1785. Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger dankte allen, die zur Renovierung und zum Wiederaufbau dieses wunderschönen und bedeutenden Kulturdenkmals, an dem sich nicht nur die Mudauer nun wieder erfreuen könnten, beigetragen haben. Und Ortvorsteher Schork versprach, dass bei geeigneter Witterung auch das „Drumrum“ ein angemessenes Outfit erhalten wird. (L.M.)