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Kolping-Theatergruppe brillierte mit Bravour und Finesse

Mudau. (lm) Zum Jahresbeginn erlebten die Zuschauer in der Odenwaldhalle eine Theater-Aufführung, die zwischen Himmel und Hölle deftiges Erdenleben mit all seinen Höhen und Tiefen zu bieten hatte. Das Lustspiel „Rutsch mir doch de Buckel nuff“ wurde von der Kolping-Theatergruppe mit Bravour und Finesse auf die Bühne gebracht.

Mit einem Riesenapplaus belohnte das Publikum die Darsteller für ihren engagierten Einsatz während der dreimonatigen intensiven Probenarbeit unter der Regie von Rüdiger von Bergmann. Wieder war es ihm gelungen, seine Laienspieler zur Bestform auflaufen zu lassen und das Stück wirkungsvoll in Szene zu setzen. Alle sieben Darsteller verkörperten ihre Rollen überzeugend und lebendig. Hubert Sämann, der für die Hauptrolle vom Knopfeck-Theater Donebach gewonnen werden konnte, spielte gekonnt den Brauereibesitzer. Manfred Dambach, dessen schauspielerische Fähigkeiten von Aufführung zu Aufführung wachsen, glänzte gleich in mehreren Rollen. Zum Gelingen der Vorstellungen trugen neben den Darstellern auch eine fleißige Schar von Helfern bei, die bei den Vorbereitungen und beim Bühnenbau tätig waren. Thomas Galm hatte mit großer Umsicht die Organisation dafür geleitet und den Bühnenbau geleitet. Als Souffleuse wirkte Ute Wasner-Wolf, für das rechte Aussehen der Darsteller sorgte Michaela Kistner, Christine Lorenz und Nicole Schnorr. Das Bühnenbild gestalteten liebevoll der Mudauer Künstler Karlheinz Gräber und Kurt Henn. Das Stück stammt aus der Feder von Klaus Birk und Albin Braig, der durch seine Rolle in „Hannes und der Bürgermeister“ populär wurde. Erzählt wird die Geschichte des Brauereibesitzers Karl Windhammer (Hubert Sämann), der seine unternehmerische Unfähigkeit durch Härte und Sturheit überspielen will. Seine Sekrtärin (Elisabeth Schwing) ist ihm in jeder Hinsicht eine willige Stütze. Für seine Familie wird Windhammer immer mehr zur Belastung, weil er das menschliche Miteinander aus den Augen verliert. Seiner Frau Renate (Gabi Link), die wirklich etwas vom Brauereigeschäft versteht, will er keine Verantwortung übertragen und seiner Mutter Hertha (Ursula Link) begegnet er nur noch mit Kälte. Sohn Bastian (Stefan Galm) kann seinem Vater nur noch mit beißendem Spott begegnen. Der Umsatz der Brauerei sinkt ständig, vor allem seit Windhammer als neue Biersorte ein Knoblauchbock auf den Markt gebracht hatte. Den Niedergang der Firma will Windhammer durch einen gewaltigen Neubau und durch die Kooperation mit einer internationalen Getränkegroßhandelskette aufhalten. Oskar (Manfred Dambach) als Biervertreter und Windhammers bester Freund, versucht ihn von diesen unseriösen Plänen abzuhalten. Doch Kritik kann Windhammer überhaupt nicht vertragen und das Gespräch endet damit, dass er Oskar schnöde entlässt und ihm im Streit ein Telefonbuch auf den Kopf schlägt. Oskar dreht nun den Spieß um: er spielt seinem Exchef vor, er sei durch den Schlag schwachsinnig geworden, und heckt mit der Familie einen hintergründigen Plan aus, um Windhammer wieder zu kurieren. So erscheint kurz darauf die attraktive Frau von Brück (Manfred Dambach) als Abgesandte einer Getränkegroßhandelskette und handelt mit Windhammer einen Vertrag über eine gigantische Bierabnahme aus. Windhammer nimmt dabei in Kauf, dass die dazu nötige Brauereivergrößerung auch das Anwesen seiner Mutter verschlingt. Jetzt gibt es für die Familie kein Halten mehr: bei einer Polonaise zu Ehren von Herthas Geburtstag wird Windhammer in den Bierkeller entführt und dort vom schwarzen Koch Matata (Günther Baumbusch) mit einem Schlag auf den Schädel außer Gefecht gesetzt. Als er benommen in einem Engelskostüm erwacht, findet er seine Familie in tiefer Trauer zum Leichenschmaus versammelt, und man spielt ihm vor, er sei vor drei Tagen verstorben. Windhammer merkt nicht, dass man ihm einen Streich spielt, selbst als ungeplant das Handy in seiner Hosentasche läutet. So erscheint dann zum Schluss auch noch der Teufel (Manfred Dambach) um aus Windhammer wieder einen anständigen Menschen zu machen.