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Hohe Auszeichnung für Edeltrud Hofmann

Steinbach. Als Dank und Anerkennung der Bundesrepublik Deutschland für ihr außergewöhnliches Lebenswerk erhielt die Steinbacherin Edeltrud Hofmann, geb. Fabrig, aus den Händen von Landrat Dr. Achim Brötel und im Auftrag des Bundespräsidenten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Neben dem Landrat konnte Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger im Rahmen einer Feierstunde im Bürgersaal des Mudauer Rathauses auch Vertreter der Amsel-Gruppe, des Steinbacher Kirchenchors und der Gymnastikgruppe sowie Kreisrat Herbert Münkel, Kreisrat a.D. Gerd Münch, Ortsvorsteher Georg Moser und Mitglieder des Orts- und Gemeinderates begrüßen. Für eine passende musikalische und gesangliche Umrahmung der Feierstunde sorgten das Querflöten-Trio des Musikverein Mudau mit Anja Henn, Katja Ahlfänger und Sonja Müller sowie der Kirchenchor Steinbach unter der Stabführung von Gerd Münch und dem 1. Vorsitzenden Alois Landeck. ,,Große, herausragende Leistungen für das Gemeinwohl verdienen auch eine besondere staatliche Anerkennung, wie sie eben gerade in der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an besonders verdienstvolle Mitbürgerinnen und Mitbürger ihren sichtbaren Ausdruck findet“. So Landrat Dr. Brötel in seiner Laudatio auf Edeltrud Hofmann, deren Auszeichnung er als eine sehr gute Wahl bezeichnete. ,,Sie waren und sind zeit Lebens immer für andere da, und das nicht dort, wo das Blitzlichtgewitter stattfindet, sondern da, wo die Arbeit zu tun ist. Eher im Hintergrund, aber unermüdlich, mit einer bewundernswerten Energie, voller Optimismus und Lebensbejahung, unglaublich effizient und das Herz am rechten Fleck“, sagte der Landrat auch namens der Landkreisverwaltung und des Kreisrates. Er dankte dabei auch Gerhard Münch und Erich Vögele mit seiner aus Steinbach stammenden Ehefrau für deren Anregung zur Auszeichnung von Edeltrud Hofmann. ,,Ohne den ehrenamtlichen, den bürgerschaftlichen oder den familiären Einsatz so vieler Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen und Themenfeldern wären wir deutlich ärmer“. Eine lebendige Bürgergesellschaft brauche deshalb dringend Frauen und Männer wie Edeltrud Hofmann, die bereit seien, sich mit Rat und Tat für ihr eigenes Lebensumfeld und das ihrer Mitmenschen einzusetzen. Landrat Brötel hob damit auch die besondere Qualität des Miteinanders gerade im ländlichen Neckar-Odenwald-Kreis hervor, womit man sich deutlich von der Anonymität, Unpersönlichkeit und der sozialen Kälte der Ballungsräume und der großen Städte abhebe. Auch hierzu habe die Geehrte einen wesentlichen Beitrag geleistet. Edeltrud Hofmann habe sich in der Pflege ihres Mannes Verdienste um das Gemeinwohl erworben. Als ihr Mann vor über 30 Jahren an Multipler Sklerose erkrankte, waren die Kinder 1 bzw. 3 Jahre alt und die Erkrankung nahm bei Hr. Hofmann einen schnellen und schweren Verlauf, sagte der Landrat weiter. Bereits acht Jahre nach der Diagnose saß er im Rollstuhl und war auf die Hilfe seiner Frau angewiesen, weil er selbst einfachste Verrichtungen nicht mehr bewältigen konnte. Für Edeltrud Hofmann sei es selbstverständlich gewesen, ihren Mann zuhause zu pflegen. So konnte sie ihm das familiäre Umfeld bewahren und ihm trotz der Schwerstbehinderung die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Edeltrud Hofmann habe in vorbildlichster und beispielgebender Weise ihren Ehemann bis zu dessen Tod 2006 25 Jahre lang aufopferungsvoll gepflegt. Daneben engagierte sie sich ehrenamtlich. Bereits im Gründungsjahr 1980 trat sie der Selbsthilfegruppe ,,AMSEL Neckar-Odenwald-Kreis“ bei. Von Anfang an arbeitete sie neben der Pflege ihres Mannes bei den Vereinsaktivitäten mit. Ebenso habe Frau Hofmann den Weihnachtsmarkt in Steinbach initiiert. Der Erlös aus dem Verkauf ihrer eigenen Häkel- und Strickarbeiten stellte sie ebenfalls der ,,AMSEL-Gruppe“ zur Verfügung. Von 1990 bis 1995 war sie daneben auch Pfarrgemeinderätin im Kirchengemeinderat. Seit dieser Zeit pflegt sie die Gräber der in Steinbach beigesetzten Priester. Weiterhin sei sie aktives Gründungsmitglied des Kirchenchors St. Martin. Edeltrud Hofmann zeichne sich durch ihr überdurchschnittliches Engagement für die Gesellschaft aus. Ihrer fürsorglichen Verantwortung sei es zu verdanken, dass beachtliche Kosten an Zuschüssen für die Pflege erspart blieben und ihrem Ehemann das familiäre Umfeld erhalten blieb. Namens des Bundespräsidenten, des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Minister Peter Hauk und des Neckar-Odenwald-Kreises überreichte er an Edeltrud Hofmann die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Auch Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Ortsvorsteher Georg Moser, Alois Landeck für den Kirchenchor und Dirigent Gerd Münch zollten der Geehrten Respekt und Anerkennung und sprachen für deren uneigennütziges Wirken über Jahrzehnte zugunsten der gesamten Dorfgemeinschaft ihren Dank aus. ,,Als vor mehreren Wochen das Schreiben von Ministerpräsident Oettinger kam, dachte ich zunächst an eine Verwechslung“, sagte Edeltrud Hofmann in ihren Dankesworten. Für sie sei die Pflege ihres Mannes und ihrer Tanten eine nie in Frage gestellte Selbstverständlichkeit gewesen und sie habe immer große Hilfe in ihren Töchtern Simone und Susanne finden können. Sie nehme die Ehrung gerne und auch mit Stolz auch für all jene an, die, wie sie selbst, ihren Part im Hintergrund leisten. (L.M.)