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Von Funk- und Wasserwellen rund um Mudau

Mudau. Rund 30 Interessierte an Mudaus Funk- und Wasserwellen beteiligten sich am Mudauer Sonntagsprogramm über das Wasserwerk Stallenbirken und den Neuhof zur Langwellensendeanlage Donebach unter Führung von Christoph Müller, Herbert Scharmann und Klemens Landeck.

Und dabei stellte so mancher fest, dass der Odenwald hier weniger am Ende, sondern eher am Nabel der Welt liegt. Zum einen wurde den Teilnehmern deutlich, dass das Mudauer Wasser in seiner natürlich hohen Qualität für die Bürger der Gemeinde ein echtes Geschenk Gottes ist, und die Mudemer nicht umsonst auch die „Wassersucher“ genannt werden. Überdeutlich wurde auch, warum die Besatzungsmächte vor nahezu 50 Jahren ausgerechnet den sogenannten „Flugplatz“ auf Donebacher Gemarkung zur Errichtung der höchst gelegenen Langwellensendeanlage Deutschlands ausgesucht hatten. „Flugplatz“ heißt das Plateau, weil zu Hitlers Zeiten hier 150 Hektar Wald gerodet wurden, um einen Lastenseglerflugplatz errichten zu können. Man hatte sogar schon mit den Fundamenten begonnen als nach Kriegsbeginn das Vorhaben wieder aufgegeben wurde. Doch diese „Vorarbeit“ machte die Besatzungsmächte darauf aufmerksam, wie günstig die über 500 Meter über Meeresspiegel und der stark Wasserhaltige Untergrund zur Errichtung der Sendeanlage sind. So wurden zunächst vier Sendetürme gebaut, die von 1967 bis 72 in Betrieb waren. „Es steht ein Baum im Odenwald“ schmetterte der Gesangverein „Frohsinn 1842“ Mudau bei der Einweihung, obwohl es damals eigentlich vier waren, die aufgrund ihrer hohen Leistung bis über Brasov hinaus strahlten, was den Besatzungsmächten mißfiel. Die Leistung mußte gedrosselt werden. Zwei der Türme mußten ganz weichen, die beiden verbleibenden wurden durch Masten ersetzt, die den heutigen ähneln, allerdings wurden diese im Laufe der Jahre durch die heutige 360 Meter hohen Masten technisch auf den neuesten Stand gebracht. Einer dieser rd. 340 Tonnen schweren Masten dient als Sender, der zweite als Reflektor mit einer möglichen Sendeleistung von 500 Watt. Ihre Abspannseile in sechs Höhen und nach drei Richtungen sind jeweils nur einmal mit Isolatorengehöngen unterteilt. Die Seile der oberen Abspannung dienen auch als Dachkapazität. Die Seneleistung wird vom Abstimmhaus am Mastfuß über drei vertikale Seile und über die Pardunen der zweitobersten Abspannungsebene eingespeist. Diese Speisung erlaubt eine größtmögliche Bandbreite und den Betrieb mit geerdetem Mastfuß. Mit dem Erdnetz aus insgesamt 43 Kilometern Erdband erreicht das Antennensystem einen Wirkungsgrad von 88 Prozent. Erst vor kurzem wurde die Anlage für vermutlich mindestens siebenstellige Summen auf den heutigen Stand der Technik gebracht. Nicht nur dadurch ist es möglich, eine Anlage, die früher über 20 Menschen Arbeit gab, inzwischen mit nur einem Techniker zu betreiben. Die Gruppe, die ausführlich durch Christoph Müller, Herbert Scharmann und Klemens Landeck sowie durch einen Informationsfilm in der Sendeanlage informiert wurden genoß das angebotene Wissenspotential ebenso wie den gemütlichen Teil an der „Riesenmühle“ im Ünglertsgrund. (L.M.)