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"Urgesteine" der Schule feierlich verabschiedet

Mudau. „It’s time to say good bye“ begleitete Roswitha Zenker und Gerhard Engelhard musikalisch durch das Rosenspalier der Kolleginnen und Kollegen zu deren Pensionierung. Und dieses Lied spiegelte auch die Trauer der Wegbegleiter wider, diese zwei engagierten und nahezu unersetzlichen Pädagogen in den Ruhestand zu entlassen.

Im Beisein zahlreicher Ehrengäste drückte Konrektor Walter Herkert das im Rahmen seiner Begrüßung folgendermaßen aus: „Beide zukünftigen Pensionäre standen für Pflichtbewusstsein, Tugenden und Aufgabenbewältigung in vielfacher Hinsicht.“ Beide seien für die Schule eine Konstante gewesen, was trotz pädagogischen Superkönnens und methodisch/didaktischen Effekten nicht zu unterschätzen sei. Pünktlichkeit und Diensterfüllung ohne Abstriche, trotz schwerer Krankheit. „Generationen , Jahrgänge von Schülerinnen und Schülern wurden von beiden Lehrkräften aufs Leben, auf die Zukunft vorbereitet und ich kann nicht einmal schätzen, in wie vielen Poesiealben die Sprüche und Aphorismen der Beiden verewigt sind“. Das Besondere an den beiden „Neupensionären“ sei deren Glaubwürdigkeit und Vorbildfunktion bezüglich Umgangston, Erscheinungsbild und Engagement bei den ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schülern. Rektor Roman Andres verabschiedete zunächst die Referendarinnen Lampe und Müller mit dem begleitenden Wunsch für einen zukunftsorientierten Berufsweg bevor er die Laudatien der zu verabschiedenden Kollegen verlas. Darin wurde noch einmal bestätigt, dass Roswitha Zenker unzähligen Schülerinnen und Schülern mit Konsequenz, Kompetenz, Eigenständigkeit und Engagement das notwendige Rüstzeug fürs Leben vermittelt hat. Eine „Verrohung der Sitten“ ließ sie bei keinem Schüler durchgehen, denn Anstand, Benehmen, Pünktlichkeit, Höflichkeit, Kleiderordnung, Aussehen und Ordnungssinn zu vermitteln, waren ihr mindestens so wichtig wie der Lehrstoff. Roswitha Zenker habe auch nicht jeden „Pädkäs“ mitgemacht. Nur was ihrer Meinung nach gut, bewährt und sinnvoll war, wurde durchstrukturiert und umgesetzt. Und das mit klaren Richtlinien, konkreten Aussagen und verbindlichen Abmachungen. Mit Frau Zenker gehe auch der „erhobene Zeigefinger“, der Missstände aufzeigte und verbalisierte und das – so Roman Andres weiter – werde ihm ebenso fehlen wie ihr überdurchschnittlicher Humor, die große Lebensfreude, das unumstößliche Gottvertrauen und das Wohltuende Gesellschaftsverhalten. Auch für Gerhard Engelhard gelte die Aussage „Lehrersein kann man nicht lernen, Lehrer sein ist Berufung“. Bei Gerhard Engelhard genügte es, das Klassenzimmer zu betreten. Er hatte es nicht nötig, laut zu werden, sondern strahlte Präsenz und Souveränität aus. Er habe sich auch nie gescheut, Aufgaben außerhalb des Lehrplans zu übernehmen. So z. B. in der Verkehrserziehung, der Verkehrswacht, als Sicherheitsbeauftragter und in seinem unglaublichen Wissen um „Details und Verborgenes“ in der Schule. Roman Andres lobte den angehenden Pensionär „Ich musste bei Aufgaben, die er übernommen hat, nie nachfragen“. Engelhard gehöre zu der Generation, die einfach „Vollzug meldet“. Seine Ortskenntnis, sein technisches Wissen und seine Kenntnisse über Verwaltungsabläufe hätten ihn zwar oft aus dem Wochenende geholt, seien aber gerade beim Schulleiterwechsel im Jahr 2000 von unschätzbarem Wert gewesen. Gerhard Engelhard gilt nach wie vor als pflichtbewusster, verantwortlicher und seinen Beruf liebenden Pädagoge, der sich mit seinem Arbeitsplatz identifizierte, sich aber auch nicht scheute sein Talent als Vertretung für den Kochunterricht einzusetzen. Mit ihm wird die Verbindung zur Schule jedoch noch enger erhalten bleiben durch seine neue Funktion als 1. Vorsitzender des Fördervereins Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Mudau und durch Ehefrau Renate, die ebenfalls noch als Lehrerin an der Schule agiert. Die lobenden Worte des Schulleiters bestätigte auch Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, der beide Lehrkräfte noch als Schüler hatte genießen dürfen. Pfarrer Andreas Rapp sprach auch im Namen seiner evangelischen Kollegin Renate Seraphin-Hohmann Dankesworte aus, vor allem an die Religionslehrerin Zenker. Und die Elternbeiratsvorsitzende Heike Hefner dankte den beiden überdurchschnittlich engagierten Pädagogen im Namen der Schüler und Eltern. Für ein gelungenes Rahmenprogramm sorgten neben der Flötengruppe, der Grundschulchor, die Gitarrengruppe sowie der Lehrerchor und in besonders amüsanter Form das Theaterstück aus der Feder von Rüdiger von Bergmann und Gernot Hauk über die Zukunftsvision der beiden Pensionäre, die in ihren bewegenden Abschiedsworten noch einmal die eigenen Eindrücke Revue passieren ließen. (L.M.)