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Erinnerungen an einen "Mäzen" früherer Tage

Langenelz. (lm) Ein Gebäude, das bisher eher übersehen wurde, erregt in den letzten Monaten zunehmend Aufsehen in Langenelz. Denn inzwischen erstrahlt die Außenfassade und die unglaublich vielen und vielfältigen Dächer an diesem Prunkbau in unübersehbar neuem und vor allem sehr stimmigen neuen Glanz. Es ist die Rede von der ehemaligen „Paßmann-Villa“, die 1911 – also vor fast 100 Jahren beachtlich kleiner erbaut worden war. Hans Slama, 1. Vorsitzender der Mudauer Heimat- und Verkehrsvereins, erinnerte sich schon vor der Renovierung an den Ehrenbürger von Langenelz und Mudau, Herrmann Paßmann, und initiierte eine Gedenktafel, die dieser Tage am Gartenzaun des Gebäudes Im Beisein der jetzigen Hauseigentümer, Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und Ortvorsteher Markus Späth angebracht und übergeben wurde. Die Tafel informiert „zur Erinnerung an Ehrenbürger Herrmann Paßmann: Der Langenelzer Ehrenbürger und Handelsmann Herrmann Paßmann aus Duisburg, wohnte in diesem Haus, das er 1927 ersteigerte. Er war bereits seit 1912 Jagdpächter in Oberneudorf, dann auch von 1928 bis 1945 in Langenelz. Herrmann Paßmann unterstützte die Bevölkerung hauptsächlich finanziell, insbesondere die Schule. Deshalb befand der Gemeinderat am 20. Dezember 1933: „Anlässlich des 60. Geburtstages des seit Jahren hier wohnhaften Herrn Herrman Paßmann hat der Gemeinderat beschlossen, demselben hinsichtlich seiner allgemeinen Beliebtheit, bei Jung und Alt, sowie seiner großen Hilfsbereitschaft in allen Fällen und der Verdienste um die Gemeinde das Ehrenbürgerrecht zu verleihen“. Da Herr Paßmann im Jahre 1943 auch für die Ortsarmen (Flüchtlingsfürsorge) einen großen Betrag spendete und Langenelz mit Donebach in Mudau eingemeindet waren, wurde das Ehrenbürgerrecht auf die Gemeinde Mudau ausgedehnt. Nach dem Krieg kam es zu Komplikationen, da von dieser Spende 1/3 für Langenelz verwendet werden sollte, was wohl aber nicht so umgesetzt worden war. Herr Paßmann unterstützte Langenelz nochmals 1947 beim Ankauf des Spielplatzes. Er starb im Jahr 1955.“ Wie Hans Slama zudem ausführte, hatte Herrmann Paßmann dem Gebäude, das er nach seinem Tod aus Dankbarkeit für treue Dienste und die Pflege bis zum Schluss seiner Haushälterin vererbt hatte, sein prägnantes Äußeres verpasst. Es blieb über zwei Generationen in deren Familie bis es vor 15 Jahren von der Familie Eichele gekauft wurde. Der Zahn der Zeit hatte genagt und für Thomas Eichele und seine Frau Sofia Dedinska-Eichele waren die wichtigsten Innenrenovierungen vordringlich. Es war auch nicht so einfach, geeignete Handwerker für die Außenfassade mit den vielen Dächern, Ecken und Winkeln zu finden. Doch das Warten auf die richtige Mannschaft und das sensationelle Outfit-Ergebnis haben sich gelohnt. Diese Meinung teilten sich Familie Eichele mit den Töchtern Amelie und Ronja unisono mit Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und Ortsvorsteher Markus Späth, der von einer überregional positiven Resonanz berichten konnte.