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Schloßau sagt "Danke Herbert Münkel"

Schloßau. (lm) „Ortsvorsteher Adé, scheiden tut weh“, was der Schulchor der Grundschule Schloßau unter Leitung von Rektor Markus Wellm scherzhaft singend zu Gehör brachte, empfanden die unzähligen Gäste in der Schulturnhalle tatsächlich schmerzhaft. Herbert Münkel hatte seine Heimatgemeinde 15 Jahre lang sehr engagiert, bürgernah und heimatverbunden begleitet und obwohl seine Nachfolgerin Tanja Schneider bereits sehr hohes Ansehen genießt, ließen es sich die Schloßauer Vereine und Bürger nicht nehmen, ihrem langjährigen „Ortsregenten“ mit einem Abend unter dem Motto „Danke Herbert Münkel“ ihre Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen. Denn wie Tanja Schneider betonte, war es den vielen Helfern und Aktiven ein Bedürfnis und eine Selbstverständlichkeit, dieses Fest zu gestalten. Für den gelungenen kulturellen Rahmen sorgten gleichermaßen der örtliche Kindergarten, die Grundschule, der Männergesangverein unter Stabführung von Joachim Kirchgeßner, der Jazzchor mit seinem Dirigenten Werner Scheuermann sowie das Odenwälder Parforcehorn-Ensemble mit seiner neuesten Errungenschaft von Alphörnern unter Leitung von Dr. Edmund Link und unterstützt von zwei Musikern der Schloßauer Musikanten, deren komplette Kapelle es sich nicht nehmen ließ, den Abend zu eröffnen und mit dem Badnerlied zu beschließen. Schließlich hatte Herbert Münkel, noch immer aktiver Musiker, über 20 Jahre das Ruder des Musikvereins in der Hand. Alle Darbietungen waren auf die Heimatverbundenheit und die Liebe zur Blasmusik von Herbert Münkel abgestimmt. Und die zahlreichen Geschenke waren ebenso einfallsreich wie liebevoll arrangiert. Ortsvorsteherin Tanja Schneider betonte, dass sie ein gut bestelltes Feld übernommen habe und erinnerte in einer Power-Point-Präsentation an die Highlights in 15 Jahren Ortsvorsteher Herbert Münkel. Angefangen mit dem unvergesslichen Schloßauer Römerfest 2005, als nicht nur ein Streifenhaus, ein Tonbrennofen und ein Katapult nachgebaut, sondern auch eine Modenschau und zahlreiche kulinarische Neukreationen organisiert worden waren unter „Herbertus Münkulus“. Weiter ging es mit dem 1,5 Mio. Ausbau der Mörschenhardter Straße, die mit einem zünftigen Straßenfest eingeweiht wurde. Es folgte die Präsentation der Schneiders Hecken im Rahmen der Limes-Grenzenlos-Reihe, die Renovierung und Aufwertung der Saugasse mit Einweihung des Abwasserpumpwerks und des Regenüberlaufbeckens. Und schließlich der lang ersehnte Ausbau der L585 von „Schloßau nach Mudau“ mit einem sagenhaften Einweihungsfest unter dem Motto „Mobilität gestern und heute“, die energetische Sanierung der Grundschule mit Aufbau Nahwärmenetz, die Verabschiedung des langjährigen Rektors Hauk und den Stabwechsel an Sophie Klopsch und einige Jahre später an Markus Wellm und schließlich als vermutlich schwierigste Baumaßnahme der Neubau des Römerwegs von 2 auf 3,5 Meter Breite inkl. Wasserleitungs- und Kanalaustausch sowie neuer Straßenbeleuchtung für Gesamtkosten in Höhe von 700.000 Euro. Den Ausbau zum schnellen Internet ergänzte Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger in seinen Dankeswort an Herbert Münkel, der ein Glücksfall für Schloßau und Waldauerbach gewesen sei, denn „ihr habt nicht nur Kindergarten und Schule und Baugebiete, sondern ihr habt Dank seines Einsatzes auch alles in Schuß“. Denn der ehemalige Ortsvorsteher sei sehr regelmäßiger Gast im Mudauer Rathaus gewesen, um für seinen Ort Dinge zu klären oder durchzusetzen. Außerdem war er viele Jahre im Kreisrat vertreten und es sei ihm gelungen, den richtigen Zeitpunkt für seinen kommunalpolitischen Ausstieg und zudem die perfekte Nachfolgerin zu finden. Dieter Müller ergänzte im Namen der Kirchengemeinde: „Danke sagen ist ein Zeichen von Respekt und Achtung und man sagt es, wenn mehr geleistet wurde als man erwartet hat. Danke Sagen ist sozialer Schmierstoff“. Herbert Münkel habe immer den kurzen Dienstweg bevorzugt, sich nie gescheut, Entscheidungen zu treffen und alle Vereine und die Kirchengemeinde oft und vielfältig unterstützt. Außerdem sei er noch heute der Schloßauer Koordinator für das Projekt „1 Stunde Zeit“. Klaus Scholl erinnerte in seinen Dankesworten an Münkels Aussage: „Wenn die 1. – und 2.-Klassigen sich in der Politik nicht engagieren, werden wir von 3.-Klassigen regiert“, das habe Schloßau nicht erlebt, hier seien immer nur die Erstklassigen am Ruder gewesen. Dass er damit den Kern getroffen hat, zeigten die Schlußworte von Herbert Münkel: „Es ist schwer, so viel Lob und Anerkennung allein zu verkraften“, vor allem, weil einer alleine das alles gar nicht schaffen kann.“ In Schloßau gäbe es Dank der ganz hervorragenden Dorfgemeinschaft immer nur eine Gemeinschaftsleistung. Mit einem Dank an alle Weggefährten verabschiedete sich der ehemalige Ortsvorsteher offiziell von der Kommunalpolitik, die ihm so viel Spaß gemacht hat.