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Prunksitzung bereitete Stimmungshoch

Mudau. (lm) Den passenden Rahmen für fünf kurzweilig-närrische Stunden bildeten neben der hervorragenden Stimmungsmusik der Mudauer Trachtenkapelle unter Leitung von Ralph Müller auch die Sitzungspräsidenten Daniel Schäfer und Angelo Walter mit ihrer versierten Moderation der großen Prunk- und Fremdensitzung in der geschmackvoll geschmückten Odenwaldhalle. Schon vor der Veranstaltung konnte man ein Schunkel- und Gesangshoch auf dem Stimmungsbarometer verzeichnen, das durch zahlreiche La Olas und Raketen am Ende fast überkochte. Schon der Einzug der Aktiven mit Wassersucher Noby Münch an der Spitze des Prinzenpaares, der drei Garden, Jungwassersucherrat und Wassersucherrat sowie der befreundeten Abordnungen aus Hettingen, Limbach, Zwingenberg, Hardheim, Hainstadt, Osterburken, Seckach, Schneeberg, Hettigenbeuern, Lauda, Walldürn und der ebenfalls anwesenden närrischen Vertreter aus den Mudauer Ortsteilen, Waldbrunn und Laudenberg sprengte fast die Bühne und gaben auf jeden Fall ein beeindruckendes Bild ab. Ihre Lieblichkeit Prinzessin Kathy I. und seine Tollität Prinz Simon I. (Reichert) – mal nicht aus der Siedlung, sondern vom Stadtgarten – wurden als Regentschaft mit Begeisterung aufgenommen, schließlich wussten sie aus persönlicher Erfahrung in Köln und Mainz, dass Mudau die wahre Fastnachtshochburg ist. Und wegen des Hintergrunds zum Jahresmotto „Ene mene meck, Grillplatz weg“ sowie der Bauverzögerung von Pennymarkt und Hallensanierung sahen die beiden durchaus die Notwendigkeit zur Schlüsselübergabe mit der Folge „ene mene meck, Borchemeschter weg“. Als sinnvolle Gegengabe erhielt Dr. Rippberger aber einen Zauberstab, mit dem er üben könne, einen neuen Grillplatz beizuzaubern. Doch das Jahresmotto bot allen örtlichen Büttenrednern jede Menge Stoff. So ergänzte Alexander Link in seinen Ausführungen über „Ebs vom Oart“ beispielsweise „ene mene muh – und warum nemmt ihr die Wertschafte dazu?“ Als seine Rede zu den abgeschnittenen Christbäumen kam, meinte er wegen der darauf spontan folgenden unglaublichen Solidarität im Ort „ich bin stolz, ein Mudauer zu sein“. Damit sprach er nicht nur nachfolgenden Rednern, sondern auch dem Publikum aus dem Herzen. In einer Mischung aus Seriosität, Narretei und sehr trockenem Humor glossierten Marco Scheiwein und Richard Neubrandt in den M-TV-Abend- und Spätnachrichten überwiegend das Ortsgeschehen u.a. mit Mudbrücke, noch immer präsenten Donebacher Türmen, Wegfall der Hauptschule trotz Überfüllung der Kindergärten, das idiotische Attentat auf die Christbäume mit toller Umwandlung in was Gutes, aber auch die anstehenden Hallen- und Rathaussanierungen. Gesanglich und verbal humorvoll präsentierten diese örtlichen Vorkommnisse – u.a. die Schlägerei beim Bäcker, der „ausgebrannte“ Gemeindereferent oder der ausgebuchte Bürgermeister - auch Timo Hubert, Michael Volk, Jürgen Kieser und Markus Wellm als „die vier halbe Ganzherrn, die zamme zwee ganze Halbherrn senn“. Dass das Jahr politisch ein Tollhaus war und weiter ist, beleuchtete Hardheims „Isegrimm vom Unterschloss“ alias Peter Bienert. Und er ließ nur die Spinner z.B. der Flüchtlingspolitik aus, in der Hoffnung, sie damit zu frustrieren. Ansonsten bekamen die Regierungen von Türkei, Korea, USA und auch die uneinigen Parteien Deutschlands ihr Fett ab. Ausschließlich Lachtränen erzeugten „die Lotte un de Hugo vom Theater“, die sich in Person von Gerald Hemberger und Andrea Thier nach der Vorstellung ihrer Theaterkollegen vom Kolping-Stück „Die Prunksitzung“ einen „ehelichen Schlagabtausch“ der Extraklasse boten. Doch ihr besonderer Tipp für eine glücklich funktionierende Ehe: Man darf sich ruhig mal zoffen, doch danach sollte man sich wieder vertragen und den anderen eben nehmen wie er ist. Natürlich gab es nicht nur „Gebabbele“ – auch wenn das Zwerchfell von diesen Aktiven erfreulich heftig attackiert wurde, so war doch der durchdachte Wechsel mit jeder Menge Augenschmaus durchaus sehr angenehm. Eröffnet wurde der tänzerische Part durch die 16 inzwischen nahezu professionellen Mädels der KaGeMuWa-Minigarde, denen es gelang als kleine Eiskristalle unter dem Titel „Frozen“ einen ganz schön heißen Schautanz abzuliefern. Das Muss der zackigen Gardetänze erfüllten in exzellenter Weise mit jeder Menge Temperament und Charme die 14 jungen Damen der KaGeMuWa-Prinzengarde in ihren tollen neuen Kostümen sowie die Achtköpfige Freggergarde aus Hettingen. Comicerprobt waren Norbert Schölch, Lucka Ekanayaka, Rainer Kuhn, Patrick Jaksch-Hafner, Steffen Radauscher, Tobias Dambach, Patrick Fischer, Moritz Sacher, Dominik Wagner und Christian Münkel bereits als „Helden in Strumpfhosen“ und dieses Mal überzeugten sie als Trocken-Rettungsschwimmer in einem Meer von Lachtränen. Ebenso einfallsreich präsentierte sich die Spontangruppe „Querbeet 18.0“ mit Iris Späth, Stefanie Throm, Michaela Kistner, Ulrike Schäfer, Cirlei Dambach, Manuela Galm, Denise Stang, Corinna Schwing, Simone Ruef, Tanja Schell, Stephie Benig, Sandra Gräber und Martina Fertig in ihrem „Gartentanz“, in dem sie zeigten wie auch älteres Gemüse mit der richtigen Pflege knackig bleibt. Ein Aufwand, den Tanzmariechen Carla Braun aus Götzingen mit seiner enormen sportlichen Kondition und Ausstrahlung noch nicht nötig hat ebensowenig wie die fast 30 Tanzprofies des TSC aus Walldürn, die in ihrem Schautanz die Gemeinschaft der Highland-Clans überzeugend darstellten. Schwarz und Weiß, heiß und kalt und doch: „Gegensätze ziehen sich an“ so der Titel des elegant schmissigen Schautanzes der hübschen Wassersuchergarde als krönender Schlusspunkt des abwechslungsreichen Programms, das mit einem großen Finale mit allen Aktiven auf der Bühne zu Tanz und Unterhaltung mit der Odenwälder Trachtenkapelle überleitete.