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"Engelsklänge" vom Knabenchor St. Petersburg in Mudau

Mudau. Für ein musikalisches Bonbon der ,,besonderen Art“ sorgten die 40 Jungen der Petersburger Sängerknaben im Rahmen ihres einstündigen Konzerts in der bis auf den letzten Platz besetzten Pfarrkirche St. Pankratius in Mudau, wo sie von Pfarrer Andreas Rapp und Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger begrüßt wurden.

Die Jungen mit ihrem Betreuerstab verstehen sich als Botschafter ihres Heimatlandes Russland und entsprechend einhellig war auch der Tenor in der vollbesetzten Kirche; ,,man hätte gerade zur vorweihnachtlichen Zeit keine besseren Botschaften entsenden können“. Neben Kompositionen von Strawinsky, Tschaikowsky, Mozart und Schubert hatten die Petersburger Sängerknaben auch einige deutsche Weihnachtslieder vorbereitet wie ,,Alle Jahre wieder“ und ,,Maria durch den Dornenwald ging“. Im Alter zwischen acht und 18 Jahren sind die 40 Jungsänger nur ein kleiner Teil des großen Konzertchores von insgesamt 120 Buben, die sich jedes Jahr abwechselnd auf Konzertreise durch ganz Europa begeben. Dabei begeisterten sie auch in Mudau mit ihren hellen und glasklaren Stimmen und überzeugten als Klangkörper im Ganzen. Wie Hermann Wawatschek, der seine „zusätzlichen 40 Enkel“ seit Jahren auf ihren Deutschlandtourneen betreut und der zusammen mit dem Leiter der Aktion ,,Kinder- und Jugendhilfe Russland“, Kuno Schnader, deren Lebensumstände vor Ort kennen gelernt hat, berichtete, stünden dem brillanten musikalischen Können die widrigen Lebensumstände der russischen Kinder gegenüber und so seien viele Chormitglieder Halbwaisen oder leben in großer Armut. Mit den Spenden der Zuhörer könne nicht nur die musikalische Ausbildung voran getrieben, sondern auch die soziale Betreuung der Buben aus armen Familien gewährleistet werden. Frau Professor Dr. Drosdowa ist für ,,ihre“ Jungen wie eine Mutter, übersetzt und kündigt die Lieder bei den Konzerten an. Mit großem Beifall quittierten die Zuhörer die wunderschönen Stimmen- auch die goldenen Stimmen von St. Petersburg“ genannt - in ,,Mein Gebet“, ,,Glockenklang-weißer Schnee“, ,,Gloria in exelcis deo“ oder auch ,,Mein Gebet“. Der junge Chorleiter Wadim Ptscholkin rief 1991 in den Armenvierteln in St. Petersburg mit handgemalten Plakaten zur Gründung eines Knabenchores auf. Mittlerweile ist aus der Privatinitiative eine von der Stadt unterstützte Chorschule mit über 400 Buben geworden, die bei ihren Auftritten die Herzen der Zuhörer höher schlagen lassen. Stehende Ovationen und begeisterte Kirchenbesucher sind meist der Dank für den brillanten Hörgenuß der hervorragend ausgebildeten kleinen Sängerstimmen, bei dem das Vokalensemble mit seinen Solisten nicht nur restlos zu überzeugen , sondern vor allem auch die Herzen der Menschen zu öffnen wusste. (L.M.)