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Musikverein Mudau bereiste "Amerika"

Mudau. „Stars and Stripes“, die Fahne der USA, genauer der „United States of America“ oder kürzer „Amerika“ fielen an sämtlichen Wänden der Mudauer Odenwaldhalle ins Auge, daneben prangte „Hollywood“ und alles überwachend selbstverständlich die imposante Gestalt der „Freiheitsstatue“. Und damit kam wirklich keiner mehr am diesjährigen Motto des Jahreskonzerts vorbei.

Es ist erstaunlich, mit welchem Ideenreichtum die Verantwortlichen des Musikverein „Harmonie 1872“ Mudau ganz offensichtlich gesegnet sind. Und gerade in diesem Jahr hatten sie keinen leichten Stand mit der Wahl des Mottos. Denn das Musical-Event im vergangenen Jahr hatte Maßstäbe gesetzt, die unmöglich zu toppen waren. Doch „Amerika“ bot mit seiner Vielfalt zum einen einen gesunden Kontrast, was den direkten Vergleich erst gar nicht zuließ, zum anderen aber auch ein Repertoire, das auch über drei Stunden noch Kurzweil versprach. Anja Henn, 1. Vorsitzende des Musikvereins erklärte sich den „Reiz“ des Landes Amerika in seiner Gegensätzlichkeit, die es ermöglicht, den Weg vom Tellerwäscher zum Millionär ebenso zu schaffen, die endlose Weiten ebenso aufweist wie eng bebaute Städte, unsagbar Reiche und unsagbar Arme, Freizügigkeit und konservativste Moralvorschriften. Und die gleiche Vielfalt findet sich in der Musik wieder, wie schon die Jugendkapelle Mudau unter Leitung von Alexander Meixner dank einer beachtlichen Steigerung der musikalischen Fertigkeiten seit dem ersten Konzert dieser Gruppe im vergangenen Jahr, zum temperamentvollen Auftakt des Abendprogramms unter Beweis stellte. Souverän meisterten auch Anne-Katrin Häfner und Sabine Villhauer ihre Moderationsaufgabe. Zu Gehör brachte der Mudauer Musikantennachwuchs die Titelmelodie von „Bonanza“. Die Erfolgsserie lief ab 1962 mit 430 Folgen 14 Jahre lang und war damit der gleiche „Renner“ wie das Arrangement des Stücks aus „eigenen Reihen“, durch Ralf Breunig. Dem folgte „You’ll be in my Heart“ aus Walt Disney’s Tarzan-Film, arrangiert von Paul Murtha, ebenso wie die Highlights von Phil Collins’ Filmmusik zu Walt Disney’s „Bärenbrüder“. Mit Begeisterung wurde vom Publikum „Everybody needs Somebody“ von der Kultband „Blues Brothers“, arr. von Thijs Oud, aufgenommen und eine Zugabe, die den Nachwuchs diesmal nicht in Verlegenheit brachte, war unausweichlich und mit „Born to be wild“ von Steppenwolf hervorragend gewählt. Die Jugend hatte Maßstäbe gesetzt, doch die Senioren in der „Trachtenkapelle“ kann so leicht nichts verunsichern. Unter Dirigent Ralph Müller starteten sie ihren Programmpart mit „Frank Sinatra in Concert“ (arr. Norbert Sudnitzky) und das begeisterte Mudauer Publikum dokumentierte, dass „The voice“ nicht von seiner Anziehungskraft und seinem Charme, der zu seiner Zeit wahre Massenhysterien auslöste, verloren hat. Wie der Film „Dances with Wolves“ so überzeugte auch die dazugehörige Musik in jeder Beziehung. Das Arrangement von Jay Borook wurde von den Musikern und Musikerinnen der Mudauer Trachtenkapelle passend zu Filmausschnitten auf der Bühnen-Großleinwand präsentiert und brachte die Dramatik damit voll zur Geltung. Ganz anders, aber zweifellos amerikanische Musikgeschichte findet sich im Glenn-Miller-Sound und dem bekannten „Chattanooga Choo Choo“ von Harry Warren, arrangiert von Naohiro Iwai. Über eine Million mal wurde diese Platte verkauft. Bekannt wurde „One Moment in Time“ durch die Platten- und Albenmillionärin Whitney Huston und den Bezug zur Olympiade, doch nicht weniger hörenswert war das Arrangement von Peter Schüller, das die Mudauer Trachtenkapelle so gefühlvoll intonisierte. Nicht fehlen durfte in der Auswahl amerikanischer Musikstile ganz sich „The King of Rock’n Roll“. Mit dem von James Christensen arrangierten „Tribute to Elvis“ wurde auch diese Legende gewürdigt und gleichzeitig die vorangegangene besondere Auszeichnung langjährige Musiker der Vereins musikalisch in den Vordergrund gerückt. Mehr als ein Spontanapplaus seitens des Publikums löste der dritte Programmteil des Abends aus, der in Kooperation von Trachtenkapelle Mudau und Jugendblasorchester Waldbrunn unter Stabführung von Peter Schäfer. Sehr zackig und volltönig erklang der Nationalmarsch der USA „The Stars and Stripes forever“, gefolgt von „Gladiator“, „The Wild West“, „Oregon“ und „Hootenanny“ und natürlich der unvermeidlichen Zugabe – in diesem Fall eine Swing-Version des Radetzkymarsches. Nach diesem Abend spätestens, waren zumindest die Besucher dieses Konzerts der Meinung: Zweifellos gehört Musik zu den Dingen, die „die Amis drauf haben“, und die die Mudauer Musiker und Musikerinnen brillant wiedergeben können.

Anton Dambach geehrt und Ernst Deimel verabschiedet

„Ein lachendes und ein weinendes Auge“ hatte Anja Henn als 1. Vorsitzende des Musikverein „Harmonie 1872“ Mudau verständlicherweise bei der besonderen Verbandsehrung von Anton Dambach und der gesundheitsbedingten Verabschiedung des langjährigen Musikers Ernst Deimel. Der Hornist gehörte dem Klangkörper immerhin 40 Jahre lang an, und er war ein äußerst zuverlässiger Musiker. Darüber hinaus gehörte auch in vielfältiger Weise der Vorstandschaft an. Ein gewissenhafter Dienst als Notenwart, so Anja Henn weiter in ihrer Laudatio über Ernst Deimel, war allen, ganz besonders dem Dirigenten eine wertvolle Hilfe. Und als „der“ Mann am Mischpult mit seiner Tatkraft und seinem Mitdenken eine sehr wertvolle Unterstützung für jeden einzelnen. „Seine Arbeit ist nicht zu honorieren“, äußerte die Vorsitzende und überreichte Ernst Deimel als äußeres Zeichen des Dankes einen Gutschein zum Abschied und Carola Deimel ein Blumenpräsent. Mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant sowie dem dazugehörigen Ehrenbrief vom Verband Deutscher Musikverbände mit Sitz in Stuttgart zeichnete Gerd Münch, Präsident des Blasmusikverbandes Odenwald-Bauland nachträglich den im vergangenen Jahr verabschiedeten Anton Dambach aus. Diese äußerst seltene Würdigung erhält Anton Dambach aufgrund seiner 60jährigen aktiven Tätigkeit als Blasmusiker. Gerd Münch bezeichnete den Geehrten als Kumpel schlechthin. Einer, auf den immer Verlaß ist. Einer, der über jahrzehnte in nicht nur in seiner Mudauer Kapelle gleichzeitig Rhythmus und Takt bestimmte. Einer, dem es Spaß machte, sein Können an jüngere weiter zu geben. Einer, der zwar nicht mehr im Verein spielt, aber dennoch die Musik nicht aufgegeben hat. (L.M.)