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Einfachheit der Materialien steht im Mittelpunkt

Mudau. (lm) Eine ganz ungewöhnliche Vernissage erwartete die geladenen Gäste im Geburtshaus von Arthur Grimm in Mudau und so mancher Ausstellungsbesucher, der sich „Gefach“ bis Ende August im Haus Nr. 34 in der Mudauer Hauptstrasse ansehen kann, wird ganz sicher zum Nachdenken, aber vielleicht auch zum Knacken des einen oder anderen Rätsels angeregt, denn die Künstlerinnen Nicole Jänes und Elizabeth Thallauer zeigen in ihren Arbeiten unter dem Titel „Gefach“ die künstlerische Untersuchung und Auseinandersetzung mit dem abstrakten und realen, inneren und äußeren Raum. Wie Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger in seiner Begrüßung erläuterte, soll hierbei die Einfachheit der Materialien durch Installationen aus banalen Baumarktartikeln oder auch Kreationen aus Strumpfhosen Aufmerksamkeit erregen. Die beiden Damen laden die Betrachter ein, Raum im Raum neu zu definieren. Für diese Art von Exponaten suchen die Künstlerinnen alte Häuser, und wenn sich diese – wie das Arthur-Grimm-Haus von Michael Röckel – gerade in der totalen Sanierungsphase befinden und ganz offen zeigen, aus was sie gemacht sind und wie schön diese Grundstrukturen bereits sein können, dann ist das ein Glücksfall für ihre Art von Kunst. Darum sie sind doppelt dankbar für die Zurverfügungstellung der Mudauer Räumlichkeiten. Nicole Jänes lebt und arbeitet in Hanau und Frankfurt am Main und sie kann auf ein Studium der Kunstpädagogik, Kunstgeschichte und Pädagogik in Frankfurt zurückblicken. Elizabeth Thallauer lebt und arbeitet in Nürnberg und hat Bildhauerei bei Prof Ottmar Hörl und Künstlerische Handlungen im öffentlichen Raum bei Prof. Christian Philipp Müller an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studiert. Die beiden verbindet nicht nur, dass sie bereits an zahlreichen Projekten beteiligt waren, sondern auch ein viermonatiges Adorno-Stipendium an der Freien Internationalen Akademie Amorbach e.V. (FIA) als ein Pfeiler der Joachim-und Susanne-Schulz-Stiftung. Während dieser Zeit wohnen die Postgraduierten in der Amorbacher Akademie und sollen ortsspezifische Themen entwickeln und realisieren. Die FIA ist überzeugt, dass durch das Aufspüren verborgener ästhetischer Werte und Recherchen, im Hinblick auf die kunsthistorische und kulturelle Vergangenheit und Gegenwart der Stadt Amorbach, neue Qualitäten des Ortes sichtbar werden können. Darum liegt die schwerpunktmäßige Ausrichtung unter der Betreuung der Multimediakünstlerin Anna Tretter im künstlerisch-gesellschaftsrelevanten Bereich. Die Landschaft und öffentlicher Raum sind als Betätigungsfelder zu betrachten. Und genau das ist den beiden Künstlerinnen zu 100 Prozent in Mudau gelungen, wovon sich alle Interessierten bis Ende August mit eigenen Augen in der Hauptstraße 34 überzeugen können.