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Großübung forderte die Wehrleute "grenzübergreifend"

Waldleiningen. (lm) Mittagsruhe und die meisten Patienten verbringen diese auf ihren Zimmern, doch plötzlich geht im Haus Ost der Fachklinik „Schloß Waldleiningen“ der Rauchmelder los, der auch gleich die Leitstelle Mosbach alarmiert, die – wie im Ernstfall – die Feuerwehren aus Mudau, Donebach, Mörschenhardt, Schloßau, und Kirchzell sowie die Drehleitern aus Amorbach und Buchen benachrichtigte. Knapp zehn Minuten später sind die Schloßauer bereits vor Ort, dicht gefolgt von den Mudauern. Der Rest, zzgl unterstützt vom Löschtrupp aus Ottorfszell, traf je nach Entfernung im 5 Minuten-Takt ein und ganz offensichtlich wusste jeder, was zu tun ist - sogar die Patienten der Klinik befolgten die Präventionsmaßnahmen perfekt und begaben sich umgehend zu den Sonnenterassen, wo Schwester Christa Müller die Liste der Anwesenden „abhakte“. Elf Patienten aus dem rauchenden Trakt fehlten. Angenommene Ursache des Brands war ein technischer Defekt an einem Fernseher im Patientenzimmer und die Brandausbreitung war so schnell, dass der komplette obere Flur verraucht war und das Feuer sich auf dem oberen Stock rasend schnell ausbreitete. Die „Vermißten“ in diesem Trakt wurden von der Jugendfeuerwehr Schloßau „gespielt“ und mittels der Drehleiter Amorbach sowie von den Kameraden aus Schloßau, Mudau und Kirchzell unter schwerem Atemschutz gerettet. Gleichzeitig wurde eine Wasserförderleitung von den Wehren aus Donebach, Mörschenhardt, Schloßau, Kirchzell und Mudau aufgebaut, um die Drehleitern Buchen und Amorbach mit Wasser zu versorgen. Wobei die Mörschenhardter gleich die enorme Leistungskraft ihrer neuen Tragkraftspritze unter Beweis stellen konnten. Wie Mudaus Gesamtkommandant Markus Peiß als Einsatzleiter erläuterte, sollte Ziel dieser großangelegten Gemeinschaftsübung beim Schloß Waldleiningen zum einen das Üben der Zusammenarbeit zwischen den badischen und den bayrischen Wehren sein, zum anderen, sich nach 14 Jahren mit den aktuellen Gegebenheiten in Waldleiningen zu beschäftigen. Denn seit der letzten Großübung hätten sich nicht nur der vorbeugende Brandschutz und die Aufschaltung der Brandschutzanlage zur Leitstelle Mosbach, der Umbau des Gastanks zum Löschwasserbehälter und der Feuerwehreinsatzplan, sondern auch die Feuerwehrtechnik geändert. Außerdem sollte das Funken und die Einsatzdokumentation Waldleiningen geübt werden. „Wir haben hier in der Klinik 112 Patienten, die es ebenso zu schützen gilt wie das denkmalgeschützte Gebäude und das komplette Mitarbeiterteam“, so Andreas Fürst zu Leiningen, der seiner Bewunderung über den freiwilligen und ehrenamtlichen Einsatz der 90 hervorragend geschulten Feuerwehrwehrleute, darunter 24 Atemschutzgeräteträger, aus der Umgebung begeistert Ausdruck gab und ihnen seinen Dank aussprach. Diesem Dank schlossen sich die Bürgermeister Stefan Schwab (Kirchzell) und Dr. Norbert Rippberger (Mudau) nahtlos an und versprachen weiterhin bestmögliche Unterstützung seitens der Gemeindeverwaltungen bevor sich ein gemütlicher Teil auf Einladung des Fürstenpaars zu Leiningen im Schloßhof anschloss.