Schriftgröße: a a a | SitemapDatenschutz | Impressum | Kontakt
Seite drucken

Lachtränen im "Festspielhaus Schloßau"

Nicht nur die Kinder in der ersten Reihe brüllten vor Lachen. Auch das erwachsene Publikum gab sich keine Mühe, die Lachtränen zurück zu halten, als das „Schloßemer Strouhbischel-Theater“ während der Weihnachtsfeiertage den Schwank „Hugos Heldentat“ im ortseigenen „Festspielhaus“ präsentierte. Die Laiendarsteller der Strouhbischel-Theatergruppe haben sich schauspielerisch zu echten Profis entwickelt, deren Mimik, Gestik und komödiantische Dramaturgie inzwischen als nahezu unschlagbar bezeichnet werden kann. Dadurch gelingt es dem Publikum mühelos, n dem fröhlichen zwei bis drei Stunden dauernden Urlaub allen Streß von sich abfallen zu lassen. Und gerade bei diesem Stück hatte man das Gefühl, Walter G. Pfaus hat es speziell für Schloßau mit seiner überdurchschnittlich aktiven Feuerwehr geschrieben. Denn auch Feuerwehrkommandant Hugo Speck – glaubhaft in Szene gesetzt von Martin Stuhl – lebt und stirbt für seine Feuerwehr und ist im Ort eigentlich nur als „Hugo Feuerwehr“ bekannt. Zum Leidwesen seiner resoluten Frau Inge – der Hella Kizmann jede Menge Leben einhauchte -, die ihn kaum zu Gesicht bekommt. Als sich im Vorfeld des großen Feuerwehrfestes seine seltsamen nächtlichen Ausflüge noch mehr häufen, wird sie skeptisch. Und als ihm an einem solchen Abend wegen Trunkenheit am Steuer der Führerschein entzogen wird, bleibt das natürlich nicht ohne private Folgen für ihn – vor allem, weil es gleich am nächsten Tag in der Zeitung breit getreten wird. Erstens will ihn seine Frau verlassen, weil sie glaubt, er habe eine alte Liebe besucht und zweitens kündigt er der indiskreten Redaktion einen Informationsstopp an. Doch im Hinblick auf das Feuerwehrfest waren seine Feuerwehrkameraden damit ganz und gar nicht einverstanden, weswegen sie ihn von seinem Amt enthoben, und vorübergehend Lothar Halbwegs (perfekt charakterisiert von Bernd Grünwald) einsetzten, den Hugo offensichtlich nicht ausstehen kann. Unterstützt wurden sie dabei von Bürgermeisterin Klara Schultes. Hier zeichnete sich Alexandra Schork als absolut emanzipierte Führungsperson aus. Doch zum Glück hatte Hugo auch noch ein paar Menschen, die zu ihm hielten. Das war sein Freund Alfons Endlich, ein wenig einfältig, aber treu wie Gold, was Michael Balles gekonnt in Szene setzte. Und da waren Tochter Petra, deren Loyalität und Diplomatie durch Lorena Stuhl überzeugend auf die Bühne kamen und deren Verlobter Oskar Morgen, zum Leidwesen seines Schwiegervaters in spe Journalist und clever. Wie clever merkt Hugo erst, als ausgerechnet Oskar – den Klaus Scholl mit viel journalistischer Kreativität und unglaublich verliebt in Petra darstellte – seine Rehabilitation in die Gänge brachte. Die Schloßauer Schulturnhalle bebte – erst vor Lachsalven und dann in Beifallstürmen bei zwei ausverkauften Abendveranstaltungen. (LM)