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"Marienandacht" mit dem Odenwälder Parforcehorn-Ensemble

Mudau. (lm) Man konnte die wunderbaren Klänge weithin wahrnehmen und die Spaziergänger waren an diesem Feiertagsabend praktisch „gezwungen“ dem Ruf der Hörner auf die Schloßauer Anhöhe Richtung Mudauer Neuhof zu folgen. Sie landeten bei der Kapelle „Maria Frieden“ und einer ganz besonderen Mai- und Waldandacht anläßlich des 1. Geburtstags des Parforcehorn-Ensembles, das auf Initiative von Dr. Edmund Link im Jahr 2014 unter dem Dach des Vereins Örtliche Geschichte Schloßau/Waldauerbach gegründet wurde. Und tatsächlich hätten sich die Musiker keine bessere Werbung für den Erhalt dieses kulturellen und musikalischen Brauchtums wünschen können als diese Kapelle. Am Waldrand gelegen und eingebettet in die wunderbare Natur bot sie für den Klang der Parforcehörner optimale Voraussetzungen. Wie Dr. Link erläuterte, sind die Parforcehörner Naturhörner und eine Vorstufe in der Entwicklung zu den Waldhörnern mit Ventilen. Die Töne werden mit einer kontrollierten Lippenspannung erzeugt, was für die Bläser eine echte Herausforderung darstellt. Historisch gesehen wurde diese Art von Musikinstrument vorwiegend im jagdlichen Umfeld eingesetzt, bei Reiterjagden als Signalinstrument. Zwar wurde das Parforcehorn zunehmend auch im konzertanten Umfeld eingesetzt, doch dafür bedarf es sehr viel Übung, Leidenschaft und Können. Den Ehrgeiz für eine gute konzertante Qualität aufzubringen ist auch die Zielsetzung der inzwischen neun Bläser des Ensembles aus Schloßau/Waldauerbach, Mudau, Mörschenhardt, Preunschen, Steinbach, Hornbach und Hainstadt. Bis auf zwei jugendliche Bläser, die das Ensemble durch ihre Ausbildung an der Musikschule Buchen bereichern, haben alle Musiker eine blasmusikalische Ausbildung und Musikererfahrung, wie auch der anspruchsvolle musikalische Part bei der Andacht bewies. Diese wurde eröffnet mit den Stücken „Morgengruß“ (Reinhold Stief) und „Walderwachen“ (Anton Wunderer). Der Ladenburger Reinhold Stief mit seinen Werken die Jagdmusik in Deutschland wesentlich geprägt. Das Stück Walderwachen aus der Feder des Wiener Hornisten und Dirigenten der Wiener Hofoper, Anton Wunderer. Die österreichische und alpenländische Klangrichtung sowie die jagdliche Parforcehornkompositionen stehen im Mittelpunkt der intensiven Probearbeit des VöG-Ensembles, für das jedes neuentdeckte Stück faszinierende Elemente birgt. Nach der musikalischen Eröffnung begannen die Schloßauer Frauen mit den Gebeten der Maiandachtstationen. Im Verlauf der Andacht wurden von den Bläsern dann Stücke aus der Stief`schen und österreichischen Hubertusmesse zu Gehör gebracht in Harmonie mit Kyrie, Gloria und Sanctus. Das musikalische Finale der Marienandacht war geprägt durch die österreichischen Kompositionen „Jägergebet“ (Hans Wagner) und „Jägers Lebewohl“ (Anton Wunderer). Als musikalische Begleiter für den Heimweg ließen die Musiker neben dem „Gamsschützen-Marsch“ von Hermann Maderthaner auch noch das „Wanderliedchen“ von Anton Wunderer erklingen und erbrachten so gleichzeitig den Beweis, dass sie ihrem begeisterten Publikum auch ordentliche Märsche blasen kann. In diesem Sinne hat es sich das VöG-Parforcehorn-Ensemble vor, sein Repertoire gezielt auszubauen, um die Einzigartigkeit dieser Musikrichtung an den passenden Stellen als Innovation einzubringen.