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Regional zu kaufen ist die höchste Wertschätzung und sichert die Zukunft der Betriebe

Mudau. Die Coronakrise zeigt deutlich, wie wichtig und kostbar eine intakte Nahversorgung mit frischen Lebensmitteln ist. Täglich geben Bäcker in der Backstube und im Verkauf ihr Bestes um die Bevölkerung mit Backwaren versorgen zu können. Dabei ist von Alltag in vielen Betrieben keine Spur. Auf Einladung von dem neckar-odenwälder Bäckerinnungsmeister Peter Schlär hielten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und dem Bäckerhandwerk, Rückblick auf die Coronazeit und deren Auswirkungen auf das Bäckerhandwerk. Zum Gespräch mit Abstand waren unter anderem Verbraucherschutzminister Peter Hauk MdL, Landesinnungsmeister Fritz Trefzger, Bäckergeschäftsführerin Ute Sagebiel-Hannich und Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger gekommen.

„Die Zeit war und ist nicht einfach, dennoch haben wir Bäcker im Neckar-Odenwald-Kreis doch einiges gebacken bekommen“, fasst Innungsmeister Peter Schlär eingangs zusammen. Die mit Corona einhergehenden Hygieneregeln und Verordnungen haben den Betrieb auf den Kopf gestellt und einen erheblichen Mehraufwand, auch finanziell, verursacht, so Schlär.

Und weiter betont Peter Schlär, stellvertretend für die anderen Bäcker im Landkreis, wie hart es viele Betriebe getroffen hätte, als beispielsweise die beliebten Bäckereicafés und Imbisse geschlossen werden mussten. Gerade im Bereich Konditorei oder Belieferung von Veranstaltungen musste man quasi über Nacht erhebliche Umsatzeinbußen verzeichnen, die laufenden Kosten hingegen sind gleich geblieben, erklärt Schlär. „Erfreulich sei trotzdem, dass viele Kunden auch in Krisenzeiten die Treue zu ihrem Bäcker halten, beim Verkauf am mobilen Verkaufswagen könne man teilweise sogar einen Verkaufsanstieg verzeichnen“, so Peter Schlär.

„Normalerweise wären jetzt im Frühsommer viele Veranstaltungen und Festlichkeiten zu beliefern gewesen, dies fällt jetzt komplett weg. Besonders hart trifft es eben die Betriebe die sich in den vergangenen Jahren darauf spezialisiert haben. Die Ausfälle durch Corona sind landesweit auch bei Bäcker und Metzgerbetrieben je nach Betriebsausrichtung deutlich bemerkbar“, bedauert Minister Peter Hauk. Die Landesregierung setze alles daran, die Lebensmittelhandwerker im Land zu stützen und in dieser Krisenzeit zu stärken, so der Minister. „In den vergangenen Wochen war ich als Verbraucherschutzminister durch Telefonschalten ständig mit dem Landesinnungsverband aber auch mit vielen einzelnen Bäckern im Austausch. Nur ein konstruktives Miteinander zwischen Politik und den Betrieben bringt uns in dieser Zeit und darüberhinaus weiter“, sagte Hauk.

Eben durch dieses konstruktive Miteinander habe man bereits schon viele Sorgen der Betriebe lindern und auftretende Fragen beantworten können. „Es ist wichtig, dass die Handwerksbetriebe in dieser schwierigen Zeit gehört werden und ein Sprachrohr in der Politik haben. Das ist bisher gut gelungen, auch durch den engagierten Einsatz von Minister Peter Hauk“, sind sich Landesinnungsmeister Fritz Trefzger und Bäckergeschäftsführerin Ute Sagebiel-Hannich einig.

Michael Windmeißer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, lobt die Landesregierung für die schnelle und beherzte Unterstützung durch das eingeleitete Soforthilfeprogramm. „Das war für einige Betriebe eine wichtige Hilfe um kurzfristig die notwendige Liquidität herzustellen“, so Windmeißer. Dennoch hafte die Coronakrise an den Betrieben und stelle sie in Sachen Buchhaltung und Organisation vor Herausforderungen. Vor allem plage die Familienbetriebe, die vom Bundeswirtschaftsministerium geforderte Neuanschaffung von manipulationsgeschützten Kassensystemen fristgerecht zu beschaffen. „Das Stichdatum vom 30.09.2020 wird für viele auch aus logistischen Gründen nicht zu halten sein, das betrifft nicht nur Bäcker, wir wünschen uns von der Bundespolitik eine Aufschiebung der verbindlichen Forderung“, spricht Rechtsanwalt Maik Basler den Beteiligten aus der Seele. Hauk ließ dazu verlauten, dass er zu diesem Anliegen bereits ein Schreiben an die Landesfinanzministerin gerichtet habe, es sich bei der Einführung des TSE-Systems aber um eine Bundesangelegenheit handle.

„Man könne die Politik und Verwaltung immer wieder nur darauf hinweisen, dass es sich gerade im Verkauf von Backwaren oftmals nur um niedrige Euro Beträge handelt. Das Beispiel Frankreich zeige, dass eine Bagatellgrenze durchaus Sinn mache, zumal die meisten Käufer den Kassenbeleg oftmals gleich nach dem Erhalt wegwerfen oder gar nicht erst verlangen, so die Beteiligten.

Thomas Mayer, stellvertretender Innungsmeister der Bäcker im Neckar-Odenwald-Kreis lobte das vorbildliche Verhalten der Kunden. „In den ersten Tagen war es für viele, wie eben für uns alle, zwar etwas ungewohnt dennoch halten sich nach ersten kleinen Aufregungen alle freiwillig an die Abstandsregeln. Das ist erfreulich und schont auch die Nerven der Mitarbeiter im Verkauf,“ so Mayer. Ähnlich sieht das Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger der für die Gemeinde Mudau gesprochen bisher nur kleinere Verstöße gegen die Corona-Verordnung registrieren könne. „Die Menschen haben gelernt mit dem Virus zu lernen.“

Abschließend nahm Minister Peter Hauk MdL noch Anregungen zur Deklaration von Dinkel mit in sein Ministerium. Hier sei man aber bereits auf einem guten Weg, es sei wichtig, die Zutaten klar zu benennen, das hilft nicht nur beim Backen sondern auch jedem Allergiker.