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66 Johr - Empfang bei der Kanzlerin für KaGeMuWa!

Mudau. (lm) Wenn im Bundeskanzleramt in Berlin prächtige Gewänder zu sehen sind, Karnevalslieder erklingen, Garden zeigen, was sie können und überall geschunkelt wird, dann wird Karneval, oder wie es in unseren Bereichen heißt, Fastnacht gefeiert. Einer liebgewordenen Tradition folgend, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel aus allen Bundesländern je ein Prinzenpaar mit Narrenringgefolge zu einem fröhlichen und informativen Empfang eingeladen; darunter auch das Prinzenpaar Nadine I. Link und Michael II. Volk samt Präsident Florian Stuhl und 1. Vorsitzenden Helmut Korger jr. von der Karnevalsgesellschaft Mudemer Wassersucher sowie vom Narrenring Main-Neckar Präsident Stefan Schulz, Vizepräsident Stefan Schwab, Jugendreferent Thomas Schmelcher und Regionalvertreter Süd Ralf Lorenz als Vertreter von Baden-Württemberg. Ein einmaliges Erlebnis für die Mudemer Fastnachter und gleichzeitig eine Ehrerbietung des Landes an eine Karnevalsgesellschaft mit 66jähriger Tradition und einem ausgeprägten Traditionsbewusstsein. Nachdem der Präsident des Bundes Deutscher Karneval, Klaus-Ludwig Fess u.a. auch das Mudauer Prinzenpaar vorgestellt hatte, erklang fastnachtliche Musik aus der jeweiligen Region und die Prinzenpaare überreichten der Kanzlerin ihren jeweils aktuellen Fastnachtsorden. Die Mudauer hatten als Gastgeschenk auch noch einen „Halbherrn“ dabei. Als Dank und Anerkennung erhielt Prinzessin Nadine I. einen Blumenstrauß von der Bundeskanzlerin, ehe einige Tanzeinlagen den Empfang abrundeten. Doch schon das Wochenende zuvor war ein ganz besonderes Tag zuvor war für die Mudauer ganz besonders, denn neben dem großen Odenwälder Rosenmontagsumzug, der seit einigen Jahren hervorragend von Harald Lorenz organisiert wird und zuvor von Markus Hohn so groß geworden ist, standen die zwei örtlichen Prunksitzungen unter der perfekten Leitung der Präsidenten Daniel Schäfer, Angelo Walter und Florian Stuhl samt Prinzenpaar sowie die Kinderprunksitzung in Verantwortung von Michelle Korger im Fokus des Geschehens und am Montag danach gleich die aufregende Reise ab Frankfurt per Flugzeug zum Kanzlerinnen-Empfang nach Berlin. Hier erwartete die Mudauer Delegation zunächst eine Führung durch das Reichstagsgebäude mit MdB Alexander Hoffmann mit Zwischenstation im Büro von MdB Alois Gerig und dann ein sogenannter parlamentarischer Abend im „Haus Saarland“ mit viel Prominenz zur Aussprache und Podiumsdiskussion zu allen relevanten organisatorischen und rechtlichen Themen für Fastnachtsvereine. Ungeheuer hilfreich und interessant, meinte Helmut Korger jr. als 1. Vorsitzender der KaGeMuWa. Schon bei der Jubiläumsfeier hatte er die Chronik des Vereins resümiert, demnach war die Entstehung des Vereins „KG Mudemer Wassersucher“ ein längerer Prozess, der sich vom November 1952 bis zum Februar 1954 erstreckte. „Man könnte sagen: 1952 war die Zeugung. 1953 die Geburt und 1954 die Taufe.“ Genauer wurde nach dem zweiten Weltkrieg im Jahre 1952 auf Initiative des TSV Mudau eine organisierte Fastnacht in Mudau mit der Gründung eines Narrenvereins vorgeschlagen. Im November erhielt das Bürgermeisteramt eine Anfrage des TSV, ob es nicht möglich wäre, in Mudau eine organisierte Fastnacht durch Gründung eines Narrenvereins durchzuführen. Daraufhin hatte Bürgermeister Bucher zur Gründungsversammlung ins „Cafe Waldfrieden“ eingeladen. Die „Geburtsstunde“ des Mudauer Fastnachtsvereins mit dem Namen „Narrenverein Hajo“ war dann Anfang 1953. Doch die „Umtaufe“ auf den heutigen Namen „KG Mudemer Wassersucher“ fand dann am 3. Februar 1954 statt. Hintergrund für die Namensgebung war das ortsprägende Ereignis der Wassersuche. Da die alten Brunnen verschmutzt waren, suchte man fast ein Jahrzehnt mit Wünschelrutengängern nach Wasser. 1951 votierte dann Prof. Becksmann aus Freiburg für einen Tiefbrunnen an der Wasserscheide zwischen Main und Neckar. Hierfür wurden die Mudauer belacht, ausgerechnet auf dem Plateau des Odenwaldes zwischen Mudau und Langenelz Wasser finden zu wollen oder zu müssen. Doch man fand das begehrte Nass in 93 m Tiefe und nahm diesen Fund zum Anlass, den „Narrenverein Hajo“ in „KG Mudemer Wassersucher“ umzutaufen. Welch gute Nase die Gründungsmitglieder unbewusst mit der Namensgebung hatten, zeigt sich darin, dass es für Feuchtigkeit, Flüssigkeit, ja allgemein das Nass, das lateinische Wort „Humor“ gibt, das heißt übertragen: Wassersuche ist gleichzeitig auch die Suche nach dem inneren Nass, dem Humor. Als Schlachtruf nahm man das Wort „Hajo“ also „Mudi Hajo” bzw. “Wassersucher Hajo”. Aus der Gründungsversammlung wurde bekannt: „Der bedeutungsvollen Vergangenheit bewusst, der Zukunft der Mudauer Narretei dienend, haben sich nachstehende Narren für die Mitgliedschaft in der Karnevalsgesellschaft „Hajo“ bereiterklärt. Erich Bucher, Tom Gaibler, Fritz Link, Paul Hemberger, Wilhelm Bauer, Alfred Linz, Franz Theo Bingler, Ferdinand Grebesich, Gerhard Link, Paul Bingler, Alois Vollmer, Edgar Hönig, Werner Burkard und Alois Klutz. „Laut Beschluss der neugewählten Vorstandschaft wird der Beitrag wie folgt festgelegt: In Anbetracht der ganz besonderen Verhältnisse ist der Gesamtvorstand der Ansicht, einen deutschen Pfennig täglich als Beitrag abzuknöpfen.“ Dieser enorme Mitgliedsbeitrag hat sich in den letzten 66 Jahren auf 5,55 Euro erhöht. Und dieser moderate Mitgliedsbeitrag entspricht genauso der Tradition des „armen Odenwaldes“ wie der Spreiseles-Sonndaach, an dem die Mudauer Fastnachter durch die Strassen und Gassen der Gemeinde ziehen mit dem alten Fastnachtslied „Lejt kaaft Spreisele, es koscht nur en Euro oder mehr!“