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"Strouhbischel" begeisterten das Publikum

Schloßau. (lm) Donnernder Applaus, verstärkt noch durch Fußgetrampel und Bravorufe belohnte das eingespielte Team des Schloßemer Strouhbischel-Theaters am Ende seiner rd. zweieinhalbstündigen Vorstellung im örtlichen „Weihnachtstheater“ der Grundschule. Beim Verlassen der Theaterbühne waren von allen Seiten Sätze wie „So habe ich schon lange nicht mehr gelacht“, „Ich hab‘ schon jetzt Muskelkater vom Lachen“, „Herrlich, das hat sich wirklich gelohnt“, zu hören. Und tatsächlich hatten sich die Laiendarsteller des Strouhbischel-Theaters bei der „Kreuzfahrt im Schweinestall“ von Carsten Lögering wieder einmal selbst übertroffen und an beiden Abendvorstellungen ebenso wie bei der Generalprobe vor „ausverkauftem Haus“ ein Feuerwerk an Zwerchfell-Attacken ausgelöst. Zur Sicherheit hatten sich Souffleuse Silvia Laaber und ihr Kollege Markus Breitinger bereitgehalten, waren aber bei den Vorstellungen praktisch arbeitslos. Bei der Komödie in drei Akten ging es um den „alles-besser-wissenden“ Bauer Jupp Speckmann alias Martin Stuhl, der allerdings die Arbeit nicht erfunden hat und lieber mit seinem Kumpel Walter, der von Bernd Grünewald zum Leben erweckt wurde, dem Alkohol frönt. Sehr zum Leidwesen von Ehefrau Gerda, personifiziert von Hella Kizmann, der so manche alkoholisierte Aktion ihres Gatten mehr als peinlich ist. Vor allem auch, weil Dorftratsche Lisa Poppe mit drei P – glaubhaft dargestellt von Alexandra Schork – ihre Augen und Ohren überall hat und einfach den Mund nicht halten kann. Einfach hat es auch Betriebshelfer Willi – alias Michael Balles – nicht mit seinem Bauern, zwar macht er die ganze Arbeit, aber er hat auch ein Auge auf Jupps Tochter Anna (Lorena Stuhl) geworfen, was deren Vater gar nicht gefällt. Um ihn mal eine Weile vom Hof zu bekommen, „übertragen“ ihm die beiden den Hauptgewinn von der Schützenmarkt-Tombola, den Anna gezogen hat. Und das ist eine Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer. Da Jupp einen Mordsrausch vom Schützenfest mitgebracht hat, glaubt er gerne, dass das sein Gewinn ist – aber nur bis ihm klar wird, dass eine Kreuzfahrt ja eine Schifffahrt ist und von viel Wasser umgeben ist. Und Wasser ist nun gar nicht sein Ding, es verursacht bei ihm panische Angst, er trinkt es nicht mal, kann auch nicht schwimmen und ist Gottfroh, als ihm sein Freund Walter den Gewinn abnimmt und als Jupp Speckmann mitfährt, während dieser sich auf dem eigenen Hof versteckt, was leider nicht so gut funktioniert. Letztendlich findet er nur Frauenkleider und eine Perücke und gibt sich als seine eigene Halbschwester Judith aus. Das Chaos beginnt so richtig, als sich der aus Sachsen stammende Dorfpolizist Bernd Becker – alias Klaus Scholl mit täuschend echtem Dialekt – in diese Judith verguckt und „ihr“ ständig nachstellt. Noch schlimmer wird es, als das Kreuzfahrtschiff sinkt und „Jupp Speckmann“ als einziger Passagier vermisst wird. Jeder weiteren Lüge des Bauers folgen unzählige seiner Fettnäpfchen und nur Willi kann ihn schließlich „retten“ vor der Blamage und dem Getratsche von Lisa Poppe.