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Imponierende Walzer- u. Operettenmelodien

Waldleiningen. (lm) Beim mittlerweile 12. Freiluftkonzert im Schlosshof Waldleiningen passte wider Erwarten nicht nur der kulturelle Genuss, sondern auch das eigentlich schlecht prognostizierte Wetter. Denn pünktlich eine Viertelstunde vor Konzertbeginn beendete der Wettergott seine Gießaktion über Waldleiningen und bescherte den unzähligen Besuchern der lange schon ausverkauften Veranstaltung Schlosshofidylle wie man sie sich normalerweise erträumt: Eine laue Sommernacht ohne Regen, in warmes Licht getauchte efeuberankte Sandsteinwände und ein Orchester, das seinem Namen alle Ehre macht. Die Frankfurter Sinfoniker wie sich das Johann-Strauß-Orchester unter musikalischer Leitung von Stefan Otterbach und Verwaltung von Dr. Heinz Ecker auch nennt, haben sich hier bereits mit den unterschiedlichsten Themenbereichen einen hervorragenden Namen erarbeitet. Dennoch war dieser Abend unter dem Titel „Walzerklänge und Operettenzauber – Melodien aus Operettenfilmen und Tonfilmoperetten“ vermutlich das bisherige Highlight dieser Konzertserie, die in hervorragender Kooperation von Gemeinde Mudau, Fürstenhaus zu Leiningen und Klinik Schloss Waldleiningen organisiert wird. Schon die Begrüßung von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und Andreas Fürst zu Leiningen versprach einen ebenso humorvollen wie genussreichen Abend, den das versierte und grandiose Orchester unter dem kurzfristig eingesprungenen Dirigenten Witolf Werner zusammen mit Sopranistin Christiane Linke und Tenor Stefan Lex Wirklichkeit werden ließ. Schon vor den unvermeidlich und lautstark verlangten Zugaben, tanzten die beiden Solisten zu „Berliner Luft“ aus Frau Luna auf der Bühne, das Publikum unterstützte mit lautem Gesang und Klatschen im Takt und war kaum mehr zu halten. Unmerklich hatten die Solisten zusammen mit dem kurzweilig moderierenden Witolf Werner die riesige Gästeschar in ihren Bann gezogen und mit ihrer Begeisterung für jede Menge Ohrwürmer – hauptsächlich aus dem 20. Jahrhundert angesteckt und mit dem „Gassenhauer-Virus“ infiziert. Schon die Konzerteröffnung mit der Ouvertüre von Johann Strauß‘ „Fledermaus“ ließ einen schwungvollen Abend erahnen. Doch das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt glänzte auch mit „Einer wird kommen“ (Franz Lehar), einem Medley aus dem 1954 verfilmten „Clivia“ von Nico Dostal oder den schönsten Melodien des unvergessenen Paul Abraham, der viel für das Genre „Operetten“ getan hat mit Tango, Foxtrott, Walzer und Marsch. Doch damit nicht genug zeigten die grandiosen Musiker und Musikerinnen temperamentvoll mit der Polka „Leichtes Blut“ von Johann Strauß, wie sie sich die Pause vorstellen, in der die Gäste von der Schlossküche kulinarisch verwöhnt wurden. Und während Stefan Lex zugab „Gern hab ich die Frau’n geküsst“, träumte Christiane Linke – für ihren Ehemann Witolf Werner unverständlich – „Einer wird kommen“. Sie Schwärmte von der „Fröhliche Pfalz“ nachdem ihr Gesangspartner sich - ebenfalls aus dem Vogelhändler“ – erinnert hatte „Wie mein Ahnl zwanzig Jahr“, bevor sich die beiden im Duett „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ fanden. Doch damit nicht genug der Romantik. Obwohl Stefan Lex aus „Maske in Blau“ gewarnt hatte „Schau einer schönen Frau nicht zu tief in die Augen“ musste er sich schließlich verlassen auf „Ein Freund, ein guter Freund“ (die drei von der Tankstelle), weil Christiane Linke lieber vom „Frühling in San Remo“ oder von Wien bei Nacht schwärmte. Mit „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“ bereitete das wirklich eingespielt Gesangsduo sein Publikum schon mal verbal auf seine Leidenschaft für das Tanzen vor, das sie unter lautstarkem Beifall nicht nur bei Paul Linckes „Berliner Luft“, sondern auch sehr direkt bei „Tanzen möchte‘ ich“ (Csárdásfürstin von Emmerich Kalman) demonstrierten. Weitere Zugaben „erklatschte“ sich das Publikum mit den Johann-Strauß-Melodien „Unter Donner und Blitz“ sowie dem „Radetzky-Marsch“.