Schriftgröße: a a a | SitemapDatenschutz | Impressum | Kontakt
Seite drucken

Mudau "Nabel der Landesjugendfeuerwehr Baden-Württemberg"

Mudau. Nach dem musikalischen Auftakt durch die Trachtenkapelle Mudau eröffnete Landesjugendleiter Thomas Häfele am vergangenen Samstag die Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in der Odenwaldhalle in Mudau.

1994 fand diese für den Landesfeuerwehrverband und die Jugendfeuerwehren sehr wichtige Veranstaltung im Neckar-Odenwald-Kreis statt.

Häfele begrüßte am Samstag vormittag verschiedene Honoratioren aus der Politik und den Reihen der Feuerwehr, darunter Landrat Dr. Achim Brötel, der Bürgermeister der Gemeinde Mudau Dr. Norbert Rippberger, Landesbranddirektor Hermann Schröder, Kreisbrandmeister Rainer Dietz und sein Stellvertreter Klaus Theobald, den Präsidenten Dr. Frank Knödler und den Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Willi Dongus und Bundesjugendleiter Hans-Peter Schäfer.

Im Anschluss im die Totenehrung stellte der Kassier der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg, Uwe Seehaus, die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest. Landrat Dr. Achim Brötel begrüßte die Teilnehmer zur zweiten Delegiertenversammlung im Neckar-Odenwald-Kreis. Brötel freute sich außerordentlich über die wachsende Zahl der Jugendfeuerwehren im Neckar-Odenwald-Kreis und schrieb diesen Erfolg dem Konto der Kreisjugendfeuerwehr gut.

Während die Jugendlichen zu den Workshops in die Mudauer Grund- und Hauptschule aufbrachen, um über verschiedene Themen zu diskutieren, referierte Landesbranddirektor Hermann Schröder, der oberste Feuerwehrmann des Landes, über das Thema "Jugendfeuerwehr fit for Future".

Schröder stellte einleitend die Frage, ob die (Jugend-)Feuerwehren fit für die Zukunft sein und beantwortete sich die Frage selbst mit einem klaren "Ja". Die Feuerwehren und Jugendfeuerwehren sein gerüstet, man dürfe sich aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen und müsste sich für aufkommende Probleme rüsten. Weiter berichtet Schröder über die Änderung des Feuerwehrgesetzes (FwG). Die Grundlage des FwG wurde nicht verändert, sondern mittels verschiedener kleiner "Stellschrauben" wurde das Gesetz modifiziert und den heutigen Anforderungen angepasst. Nach der Verabschiedung des FwG wird der Übertritt von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung bereits mit 17 Jahren ermöglicht, nicht mehr erst mit 18. So können mehr frischgebackene Feuerwehrmänner gehalten und sinnvoll ausgebildet werden. Die Einsatztätigkeit beginnt weiterhin erst mit der Vollendung des 18. Lebensjahres. Außerdem ging Schröder auf den Neubau der Landesfeuerwehrschule auf dem Übungsgelände in Bruchsal ein. Seinen Dank richtete er an den Landesjugendleiter und die Bildungsreferentin Birgit Mendla.

Die Softwarefirma MP-SOFT-4-U GmbH stellte anschließend ihre Verwaltungssoftware für Jugendfeuerwehren vor und der Geschäftsführer, Peter Breuer, überreichte Thomas Häfele symbolisch eine Software-Verpackung von "MP-Feuer". Noch in diesem Jahr erhalten alle Jugendfeuerwehren in Baden-Württemberg kostenfrei eine Version von "MP-Feuer" zur freien Verwendung, um die Daten ihrer Jugendlichen, Ausrüstung, Termine und noch vieles mehr verwalten zu können.

Während der Mittagspause hatten die Delegierten die Möglichkeit neue Feuerwehrfahrzeuge aus dem ganzen Neckar-Odenwald-Kreis zu begutachten und sich über deren Einsatzwert zu informieren. Das Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF) der Feuerwehr Walldürn, das Löschgruppenfahrzeug (LF) aus Seckach, der Rüstwagen (RW) aus Osterburken, das neue Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W) aus Schlierstadt und der Mannschaftstransportwagen mit Tragkraftspritze (MTW-TS) aus Wagenschwend waren von den verschiedenen Abteilungen für diese Fahrzeugschau zur Verfügung gestellt und betreut worden.

Nach dem Mittagessen startete die Versammlung mit einer kurzen Einführung über die Integrationskampagne der Deutschen Jugendfeuerwehr "Unsere Welt ist bunt", bei der Thomas Häfele erste Erfolge präsentieren konnte.

Anstelle der obligatorischen Grußworte plauderten und diskutierten in einer lockeren Gesprächsrunde mit dem Titel "Zu Gast bei Nico Mast" die Teilnehmer MDL Georg Nelius, Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Dr. Frank Knödler, der Bundesjugendleiter Hans-Peter Schäfer, die Landesjugendsprecherin Patricia Otto und der Jugendwart Jürgen Miko aus dem Neckar-Odenwald-Kreis über aktuelle Themen in der Jugendfeuerwehrarbeit, wie zum Beispiel Nachwuchsförderung durch so genannte Kinderfeuerwehren, Auswirkungen der Ganztagsschulen auf die Jugendarbeit, Anreize durch die Jugendfeuerwehr für die Jugendlichen, warum kommen Jugendliche zur Jugendfeuerwehr und die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Zum Abschluss dieser Diskussionsrunde stellte die Landesjugendsprecherin sachlich fest, dass "jemand der nicht in der Jugendfeuerwehr war, etwas verpasst hat". Im Anschluss bedankte sich Dr. Frank Knödler bei Landesjugendleiter Thomas Häfele und seinem Team für die geleistete Arbeit und wünschte ein gutes Gelingen für die nächsten Jahre.

Unter der Leitung von Angelika Barth von der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) machten sich die Jugendlichen am Vormittag über die Möglichkeiten der Beteiligung von Jugendlichen in Jugendorganisationen Gedanken. Die Jugendlichen präsentierten an dieser Stelle ihre Ergebnisse und erläuterten, in welchen Organisationen es welche Möglichkeiten der Mitarbeit gibt.

In Form von "Breaking News" präsentierte die Landesjugendleitung die Ereignisse des vergangenen Jahres: vom Landesjugendfeuerwehrtag 2008 in Ravensburg und Weingarten über den Amoklauf in Winnenden zu den Beratungen über die Änderung des Landesfeuerwehrgesetzes,

Das Landesjugendleitungstrio, besteht aus Thomas Häfele, Martin Stürzl und Michael Neubauer berichteten gemeinsam über die Entwicklung der Jugendfeuerwehren in Baden-Württemberg. Bei der Aktion "Politik trifft Jugendarbeit" nutzten viele Politiker die Chance, ihre Jugendverbände zu besuchen, darunter auch Ute Vogt. Im Landeshaushalt wurden zwei Stellen an der Landesfeuerwehrschule für die Jugendarbeit genehmigt. Im Fachgebiet Wettbewerbe galt es unter anderem den Bundeswettbewerb, den CTIF und eine Vielzahl an Jugendleistungsspangenabnahmen zu bewältigen. Das Landeszeltlager fand in Abtsgmünd bei gutem Wetter statt. SMOVE@school, das 3. Streetballturnier der Jugendfeuerwehren in Baden-Württemberg fand in diesem Jahr an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal statt.

Thomas Häfele bedankte sich bei Birgit Mentla, Brigitte Jahn und Annette Nüsse für ihre Arbeit im Jugendbüro und bei den Fachgebietsleitern und dem Verantwortlichen de Landesfeuerwehrverbandes und natürlich bei seinen beiden Stellvertretern Martin Stürzl und Michael Neubauer für die gute und faire Zusammenarbeit.

Die Landesjugendsprecherin Patricia Otto und Niels Fischer unterhielten sich über die Arbeit der Jugendsprecher und des Jugendforums und berichteten in lockerer Form über die Aktionen des vergangenen Jahres, wie zum Beispiel das Projekt 17 1/2, die Unterstützung der Kreise bei der Gründung von Jugendforen und die gute Zusammenarbeit mit den Kreisjugendsprechern im Land.

Mit dem "Brückenschlag" der Deutschen Jugendfeuerwehr verbindet die Zeit zwischen den Delegiertenversammlung der DJF in Amberg (2009) und in Leipzig (2010). In dieser Zeit wandern verschieden beschriftete 1m-Stücke B-Schlauch von Land zu Land. Angefangen mit einem ersten Schlauchteil der Deutschen Jugendfeuerwehr kam der Schlauchteil der Jugendfeuerwehr Bayern dazu. An diesem Wochenende wurde der Schlauch mit dem nunmehr dritten Teil der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg an die Jugendfeuerwehr Hessen übergeben.

Gemeinsam mit Sven Gramstadt, Bildungsreferent der Deutschen Jugendfeuerwehr, klärten die Jugendlichen am Vormittag in einem Workshop, was es mit "Integration" auf sich hat und wie man diese erreicht. Die Jugendlichen erörterten Möglichkeiten zur Integration, die einfacher sind als man es sich manchmal vorstellt. "Mutig sein" hilft auch bei der Integration von gehandicapten Jugendlichen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Zum Thema "Finanzkrise" äußerte sich Uwe Seehaus, Kassenwart der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg, im "Börsenbericht" und legte der Versammlung einen positiven Kassenbericht vor, dessen Sauberkeit die Kassenprüfer Michael Otto und Ralf Mittelbach bescheinigten. Einstimmig konnte somit die Entlastung der Landesvorstandschaft und die Genehmigung des Haushaltes für 2010 vorgenommen werden. Ralf Mittelbach wurde als Kassenprüfer wiedergewählt.

Günther Ebert, Präventionssachbearbeiter der Polizei in Buchen, berichtete über die gute Zusammenarbeit der Polizei mit den Feuerwehren und stellte gemeinsam mit mehreren Jugendlichen die Ergebnisse des dritten Workshops "Gefahren von oder für Jugendliche" vor und erläuterte sinnvolle Gegenmaßnahmen bei Drogenproblemen, Gefahren im Internet und häuslicher oder sexueller Gewalt.

"Vor drei Jahren wurde das Projekt "Jugendforum" geboren", so Thomas Häfele. Ziel sollte sein, in allen Kreisen und Jugendfeuerwehren im Land JugendsprecherInnen zu installieren. Diese sollten an der Gestaltung der Jugendfeuerwehrarbeit mitarbeiten und diese vorantreiben. Mittlerweile ist die zweite Generation des Landesjugendforums im Amt. Evelyn Otto, Niels Fischer und Katharina Betz wurden für ihre Arbeit in der Anfangsphase des Jugendforum geehrt.

Für die Unterstützung bei der Vorbereitung der Delegiertentagung bedankte sich Thomas Häfele bei den Verantwortlichen, der Gemeinde Mudau, der Jugendfeuerwehr Mudau und der Jugendfeuerwehr Neckar-Odenwald-Kreis mit Präsenten.

"Verbindung Schule und Jugendfeuerwehr" war das Thema des Workshops mit Landesschülersprecher Lars Wahnschaffe. Dabei ging es um die Integration einer "Jugendfeuerwehr-AG" in den Schulalltag. Die Jugendlichen zeigten Möglichkeiten auf, wie so etwas umgesetzt werden könnte.

Zum Abschluss stimmten die Delegierten über die Orte der Delegiertenversammlung 2010 in Friesenheim (Ortenaukreis) und den Landesjugendfeuerwehrtag 2011 in Pfulling (Landkreis Reutlingen) ab. Wolfgang Grau, Fachgebietsleiter Lager und Fahrt, stellte die Internationale Maßnahme in der Nähe von Budapest 2010 vor.

Erna, die rasante Dampfnudel, ein in Mudau aufgewachsener Comedy-Künstler, unterbrach Thomas Häfele, bei seinem ersten Versuch, zum Tagesordnungspunkt "Verschiedenes". Mit ihrer bzw. seiner Mischung aus Witz und Kabarett unterhielt Richard Korger die rund 300 Delegierten und rundete die Veranstaltung ab. mag.

Weitere Informationen und Bilder unter: www.jugendfeuerwehr-nok.de oder www.jugendfeuerwehr-bw.de