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Strouhbischel-Theater brillierte mit "Schöne Ferien"

Schloßau. (lm) Sie sind nahezu unschlagbar, die Laienspieler vom Schlossemer Strouhbischel-Theater, deren schon traditionelles Weihnachtsstück dieses Mal besondere Sprachbegabung erforderte.

Denn nach Vorstellung der „Regie“ trafen sich auf dem Campingplatz in Schlossi nicht nur die unterschiedlichsten Charaktere zu „Schöne Ferien“ von Bernd Gambold, sondern auch die unterschiedlichsten Dialekte. Und das meisterten die Akteure mit Bravour. Damit steigerten sie die Komik der Szenerie um ein Weiteres. Zunächst waren da „Mäuselkchen“ Gisela und „Bärchen“ Gottfried Hansemann zu nennen. Das vermögende Berliner Ehepaar, perfekt personifiziert von Karin Schneider und Bernd Grünwald, genießt seit Jahren die himmlische Ruhe ihre Campingurlaubs. Natürlich mit allem Komfort ihres luxuriösen Wohnmobils. Doch das ändert sich schlagartig, als die Schloßemer Klaus und Erika Muffel – alias Matalie Nicola und Martin Stuhl – samt beißzängiger Schwiegermutter Martha (Regina Fertig) ihr Zelt nebenan aufschlagen. Hier prallen mit den rücksichtsvoll angenehmen Hansemanns und den etwas ordinär streitsüchtigen Muffels Welten aufeinander. Insbesondere Klaus Muffel - im wirklich gekonnten Bilderbuch-Dauerclinch mit der Schwiegermutter – erweist sich als Polterer und Stänkerer. Zwischendurch erscheint immer wieder „Nachbar“ Ringo. Klaus Scholl gelang es überzeugend, den alleinerziehenden Vater und temperamentvollen Erziehungsberater aus den neuen Bundesländern zu mimen. Vor allem erheiterte das Publikum in den beiden ausverkauften Vorstellungen hörbar, wie wenig Erfolg er mit seinen gut gemeinten, spontanen Therapieversuchen. Ähnliche Komik verursachte Campingplatznachbar Peter – eidgenössisch authentisch charakterisiert durch Markus Geiger. Der Schweizer tauchte ständig und meist in den unpassendsten Situationen auf, um dies und das auszuleihen. Zu der erschreckenden Nachricht, dass eine Diebesbande die Gegend unsicher macht, kam für Hansemanns die Hiobsbotschaft, dass Sohn Tom – diesen verwöhnten Schmarotzer spielte gekonnt Michael Balles – mal wieder zu Besuch kommt. Was etwa gleichbedeutend ist mit „bis zum Hals in Schwierigkeiten stecken“ oder dringend mal wieder „Geld abzuzapfen“. Diesem Schmarotzertum wollten die Hansemanns den Hahn abstellen, indem sie mit den Muffels einfach die Plätze und mit auch die Verhältnisse tauschten. Eine böse Überraschung für Tom, der als angeblich erfolgreicher Chef einer Model-Agentur mit Jenny, alias Madeleine Kerber, im Schlepptau angereist war und schnell seine Felle davon schwimmen sah. Im wahrsten Sinne „Schöne Ferien“ bescherte die Truppe des Stouhbischeltheaters, unterstützt von Sonja Gornik und Markus Breitinger im „Soufflier-Baum“, seinem begeisterten Publikum. Man konnte es hören an dem nicht enden wollenden Beifall. Man konnte es aber auch sehen, denn die Lachtränen liefen jedem einzelnen über die Wangen bis die diversen Rollenspiele endlich aufgeklärt waren.