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Verabschiedung Pfr. Rapp

Mudau. „Wegziehen und Aufbrechen, das ist gleich bedeutend mit Ungewissheit, mit Abenteuer, Abschied, Zurücklassen und Neues wagen“...

...so drückte sich Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Thier im Rahmen der Eucharistiefeier zur Verabschiedung von Pfarrer Andreas Rapp aus. Pfarrer Rapp habe über 16 Jahre die Menschen seiner Pfarrei begleitet. Angefangen von der Hochzeit der Paare, über Taufe, Erstkommunion und Firmung der Kinder, bis hin zu Trauerbegleitung oder als Brückenbauer zwischen verschiedenen Gruppierungen, politischer und Kirchengemeinde. Unterstrichen wurde diese Aussage durch Präsente der Kirchengemeinderäte Mudau-Donebach-Steinbach-Stürzenhardt. Pfarrer Rapp selbst stützte sich auf die beiden Weggeschichten der Lesung, die daran erinnert, dass Abschied nehmen zum Leben gehört. Abschied von Wünschen und Plänen oder Abschied von lieben Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen. Man dürfe die Augen nicht verschließen vor der Tatsache, dass die Menschen im Gottesdienst weniger werden, dass vor allem die Jugendlichen den Zugang zu Gott nur schwer finden. Ebenso wenig dürfe man die erfreulichen Dinge bezüglich des Glaubens übersehen. Z. B. wenn junge Menschen aus der Gemeinde sich für den Weg mit Gott entscheiden, oder wenn man beispielsweise Ralf Breunig erlebt, der trotz seiner Jugend den Weg zur Kirchenmusik gefunden hat und vielen Menschen mit Hilfe seiner Gabe mitzieht. Oder über die vielen Begegnungen, die einen berühren und so die permanente Nähe Gottes zeigen und die Tatsache, dass er einen nicht allein lasse. Pfarrer Rapp zeigte sich überzeugt „Nur miteinander kann unser Weg gelingen“. In diesem Sinne dankte er allen, die ihn die letzten 16 Jahre auf diesem Weg begleitet haben. Der große Festgottesdienst mit Pfarrer Werner Bier – künftiger Pfarradministrator in Mudau, Dekan Johannes Balbach und einem Schulfreund von Pfarrer Rapp als Mitzelebranten wurde musikalisch gestaltet von den Kirchenchören Mudau und Steinbach sowie dem jungen Chor unter Leitung von Norbert Trunk und Ralf Breunig. Gleichzeitig nutzte Gemeindereferentin Carmen Eckert den feierlichen Rahmen in der Pfarrkirche St. Pankratius zur Verabschiedung der Praktikantin Astrid Auernhammer, die im Zuge ihrer Ausbildung zur Gemeindereferentin ein Jahr lang vor allem die Jugend der Mudauer Seelsorgeeinheit mit ihrer musikalischen und mitreißenden Art und ihrem rollenden R in Bann gezogen hat. Nach dem Segen der ganzen Gemeinde für Pfarrer Rapp und Astrid Auernhammer und dem Segen des scheidenden Pfarrers für die Gemeinde, zogen die Geistlichen unter den stehenden Ovationen der Kirchenbesucher aus und unter Begleitung der Mudauer Trachtenkapelle und der örtlichen Fahnenabordnungen bewegte sich ein ansehnlicher Festzug Richtung Odenwaldhalle, wo die Feierlichkeiten ihre Fortsetzung fanden. Wie schon die Kirche, war auch die Festhalle bis auf den letzten Platz besetzt. Aufmerksam lauschten die Gäste den Abschiedsworten und –liedern der verschiedenen Gruppierungen. Während Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger betonte „Wir alle verlieren mit ihm eine Person, die uns wichtig ist bzw. war als Seelsorger, Pfarrer, Dienstleister für die Kirche, Lehrer, Ansprechpartner in allen Belangen. Das ist nicht schön für uns, aber damit müssen wir umgehen und zurecht kommen“, erinnerte Ortrud Link als Kindergartenleiterin den Pfarrer an den Kochtag, der auch künftig am ersten Donnerstag des Monats stattfindet. Und die Kindergartenkinder stellten sich vor, drei Wünsche für ihren Pfarrer frei zu haben und sprachen diese auch aus. Dekan Johannes Balbach dankte Andreas Rapp für seinen Pfarrdienst, aber auch für seinen Einsatz als Familienseelgsorger und stv. Dekan im früheren Dekanat Buchen. Außerdem bedauerte der Dekan, dass das Dekanat einen so kompetenten Mitarbeiter nach Lauda verliert. Doch Pfarrer Rapp habe sein Feld in Mudau gut bearbeitet und bestellt und könne sich nun den neuen Herausforderungen in Lauda stellen. Die evangelische Pfarrerin Renate Seraphin-Hohmann tröstete die merklich trauernden Gemeindeglieder mit dem Satz „das ganze Leben ist ein Kommen und Gehen“. Sie habe Pfarrer Rapp als Kollegen erleben dürfen, der die Ökumene praktisch gelebt hat. Damit und mit seinem Teamgeist, denn sie selbst bei vielen Veranstaltungen erfahren durfte, habe er ihr das Weiterbauen an der Ökumene auch von evangelischer Seite leicht gemacht. Rektor Roman Andres erwähnte die morgendliche Besinnung in der Adventszeit als erstes Projekt überhaupt an der Mudauer Schule und hob damit die Bedeutung des Faches Religion an der Schule hervor. Weiter schrieb er Pfarrer Rapp ins Zeugnis „ Note sehr gut. Versetzt nach Lauda“. Mit einem herzlichen Dankeschön und „Vergelt es Gott“ verabschiedete sich Gerhard Sammet als Vertreter der Mudauer Vereine von dem Geistlichen, nicht ohne dessen sportliches Engagement – vor allem im Radsport- zu betonen. Für ein unterhaltsames Rahmenprogramm sorgten neben der Mudauer Trachtenkapelle, der Gesangverein Frohsinn 1942 Mudau unter Stabführung von Bernold Ballweg, die Kindergartenkinder, die Minis aus Steinbach und Mudau, der Kolping-Nachwuchs und natürlich der Pfarrgemeinderat mit Andrea Thier an der Spitze. Deutlich wurde im Laufe der Feier auch, dass viele den Weggang des Pfarrers ebenso bedauerten wie die Tatsache, so spät davon erfahren zu haben. Dennoch begleiteten Andreas Rapp die besten Wünsche nach Lauda, in Gedanken und in Form unzähliger Luftballons, die die Kinder mit ihren guten Wünschen aufsteigen ließen. (L.M.)