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Strouhbischel-Theater brillierte mit "Ach du fröhliche"

Schloßau. Einmal herzlich lachen, und das nahezu zwei Stunden lang so gut wie ohne Unterbrechung. Kann es eine bessere Entspannung und Erholung geben nach all dem Weihnachtsstress, dem die meisten Menschen sich aussetzen mussten, als eine Unterhaltung, wie sie das „Schloßemer Strouhbischel-Theater“ seit Jahren seinem treuen Publikum während der Weihnachtsfeiertage bietet.

Und in dieser Zeit haben sich die Akteure dieses Laientheaters unter Regie von Klaus Scholl zu meisterhaften Profis in Sachen humorvolle Unterhaltung entwickelt. Das wurde einmal mehr in dem Theaterstück „Ach, du fröhliche!“ deutlich, welches für zwei ausverkaufte Vorstellungen in der Schloßauer Schulturnhalle sorgte. Die Handlung des Stücks könnte sich in fast jeder Durchschnittsfamilie abspielen – zumindest in den Grundzügen. Bei Familie Maier hängt an Heilig Abend der Haussegen schief, denn die Weihnachtsfeier des Sportvereins hat Vater Anton – dessen ebenso so gutmütige und herzensliebe wie einfache und robuste Art perfekt durch Martin Stuhl zum Leben erwachte– und Sohn Markus – den Markus Geiger in pfiffig, coolem Auftreten pointierte – ganz schön zugesetzt. Die beiden kämpfen am nächsten Morgen mit einem dicken Brummschädel und großen Erinnerungslücken. Mutter Rita, überzeugend als gute Seele gespielt von Manuela Mechler-Geier, ist davon alles andere als begeistert. Nicht nur, dass ihr Anton vergessen hat, den Weihnachtsbaum zu besorgen, beide Männer sind keine Hilfe in den Vorbereitungen auf den erwarteten Besuch und den Heiligen Abend. Laut der neugierigen und schwatzhaften Nachbarin Martha Strecker, die Natalie Trunk so gekonnt charakterisierte, dass man diesen „Ortsnachrichtendienst“ direkt vor sich sehen konnte, hatten sich in der Nacht zuvor sehr viele, sehr seltsame Dinge ereignet: Ein schrecklicher Unfall mit Fahrerflucht, ein angeblich im Garten verscharrtes Unfallopfer, eine Leiche in einem schwarzen Plastiksack im Keller und eine wilde Schießerei im Wildpark. Antons Schwager Karl-Otto, tollpatschiger Pantoffelheld in Person von Klaus Scholl, und dessen herrschsüchtige Ehefrau Agathe, deren überkandidelte Art mit dem Hang zur „Dame von Welt“ durch Regina Fertig umgesetzt wurde, brachten eine weitere Hiobsbotschaft. Denn in ihr Juweliergeschäft war eingebrochen worden. Und schließlich wetterte noch der ebenso biedere wie aufbrausende Nachbar Theo, in dessen Haut Bernd Grünwald praktisch geschlüpft war, dass seine schöne Weißtanne aus dem Vorgarten verschwunden sei. Und bei all diesen „Verbrechen“ wiesen irgendwelche Indizien auf die schuldhafte Beteiligung von Vater und Sohn Maier hin. Die beiden hatten Stress ohne Ende und sahen sich schon auf Jahre im Kittchen. Und die einzige, die alle Wirrungen mit einem Schlag hätte auflösen können, hüllte sich erst mal in Schweigen. Die sympathische Sabine, hervorragend dargestellt von Karin Schneider, wollte den beiden einen Denkzettel verpassen, denn in bisschen Strafe muss schon sein, nachdem Markus Maier vor lauter Suff total vergessen hatte, dass er sich mit ihr verloben wollte. Da sie aber weit entfernt von Bösartigkeit war, löste sie im Beisein aller schließlich die Irrungen und Wirrungen auf. Dabei bekam fast jeder „sein Fett weg“. Einzig der Souffleusengraben mit Madeleine Kerber und Markus Breitinger blieb verschont. (L.M.)