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Alte Volkslieder und Sagen neu entdeckt

Mudau. „Kein schöner Land in Mudau“ – unter diesem Motto hatte die Gemeinde Mudau in enger Kooperation mit dem Gesangverein „Frohsinn 1842“ im Rahmen ihres Sommerprogramms zu einer geführten Wanderung „mit Sang und Klang und Sagen“ eingeladen. Und die Resonanz war einfach überwältigend.

Rund 60 Interessierte fanden sich zur Abmarschzeit vor dem örtlichen Rathaus ein, wo Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger die Wanderfreunde begrüßte und sich beim Gesangverein mit Christoph Müller an der Spitze für die Organisation bedankte. „Wir werden zunächst Richtung Buch und dann über den „Galgen“ nach Langenelz zur Mittagspause wandern. Zurück geht es dann über das Gewann „Sand“ nach Mudau in die Hauptstrasse 59, wo die „Sängerlaube“ ihre alte und neue Heimat gefunden hat“, lieferte Christoph Müller als 1. Vorsitzender eine Wegbeschreibung. An heimatgeschichtlich wichtigen Punkten werde man anhalten, um zur Gitarrenbegleitung von Dirigent Bernold Ballweg gemeinsam bekannte Volkslieder zu singen und den speziellen Sagen und Geschichten zu lauschen, die Harald Grimm als „die Stimme Mudaus“ zu Gehör bringen wird. Eine solche Station war z. B. das Holzkreuz an der Steinbacher Straße, an dessen Stelle der Sage nach sowohl ein Fuhrmann als auch ein Wandersmann engelsgleiche Hilfe erhalten haben. Ein Bauer dagegen, der das Dankeskreuz zu Brennholz verarbeiten wollte, wurde durch einen gewaltigen Schlag ins Gesicht von unsichtbarer Hand in die Flucht getrieben.. Unter anderem hörte man auch Theodor Schöllig’s Gedicht von der Wildenburg und in der Nähe des Galgens, die Geschichte von dem Mudauer Bauern, der seine Felder mit aller Gewalt vergrößern wollte und dafür auch in Kauf nahm, dass ein anderer unschuldig an den Galgen kam. Doch er sollte keine Freude daran haben. Besonders lustig war das Gedicht vom Gänsegeschnatter und vom Bluthochdruck. Und jedem der fidelen Wanderer war anzusehen, dass das gemeinsame Singen wirklich Spaß machte. Alte bekannte Volksweisen wie „Das Wandern ist der Müllers Lust“, „Im Frühtau zu Berge“, „Horch was kommt von draußen rein“, „Jetzt kommen die lustigen Tage“ oder „Der Jäger aus Kurpfalz“ kamen in der Gemeinschaft ebenso gut an wie „Hoch auf dem gelben Wagen“, „Kein schöner Land“ und vor allem das „Badnerlied“, das auf keinen Fall fehlen durfte. Und so gemütlich, harmonisch und fidel, wie die Wanderung unter dem guten Willen von Petrus verlaufen war, schloss sich der Abschluss in der „Sängerlaube“ an, wenn auch mit Gewittern und Niederschlägen, die aber keinen mehr störten. Zum Klang des Akkordeons, gespielt von Alfons Breunig, sangen die Gäste, hörten amüsante Geschichten von Harald Grimm, und ließen sich das kulinarische Angebot schmecken. (L.M.)