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„Machen Sie doch (k)ein Theater“

Mudau. (lm) „Drei auf einen Schlag“ – nach den Aufführungen „Dschungelbuch“ und „Die drei Musketiere“ in der Mudauer Odenwaldhalle begeisterten fünf Profis aus dem Team der Badischen Landesbühne ein kleines, aber feines Publikum mit diversen Workshops unter dem Motto „Machen Sie doch (k)ein Theater“.

Unter den Interessierten war in erster Linie das Klientel an Regisseuren, Souffleusen und Laienspielern der örtlichen Theatergruppen „Kolping“, „Knopfeck“ und „Strohbischel“. Aber auch eine große Kindergruppe, die bei der kürzlich aufgeführten Premiere von „Max und Moritz“ im romantischen Ünglertsgrund das erste Mal Theaterluft geschnuppert haben und offensichtlich schom vom „Theatervirus“ befallen sind. Zweifellos hatten die Schauspieler Christiane Nothofer, Christian Birko-Flemming und Yasmin Röckel sowie Theaterpädagogin Grudrun Grimpe und Dramaturgin Christian McCornick eher selten ein derart aufmerksames und wissensdurstiges Publikum. Man wollte alles von den Fünfen wissen, die sich nicht nur ausgesprochen tapfer, sondern augenscheinlich mit großem Spaß dem Fragengewitter stellten. „Wie sind sie zu dem Beruf gekommen? Wie kann man das lernen? Was beinhaltet die Ausbildung? Wie kommt ein Stück ins Programm der Landesbühne? Welcher Bearbeitungsweg ist üblich? Wie lange dauern die Proben? .....“ Nachdem sich das BLB-Quintett vorgestellt hatte, gab es zunächst mittel szenischer Lesungen verbale Appetithäppchen aus der kommenden Spielzeit. Nicht ohne Erfolg – wie in den Reihen der Zuhörerschaft gemunkelt wurde. „Theater jetzt“ galt einem Workshop, den Theaterpädagogin Gudrun Grimpe mit den Kindern separat erarbeitete. Spielerisch lernten die Kinder Gefühle wie Lachen, Wut, Hass, Freude usw. zum Ausdruck zu bringen. Und die Kids waren mit so viel Begeisterung bei der Sache, dass man ihre Aktionen sogar noch in der Aula mithören konnte. Aber sie erzählten den Erwachsenen auch von ihrem Workshop und präsentierten das Gelernte. Kaum einer der fünf Theaterprofis hatte von Anfang an bewusst vor, in dieses Metier einzusteigen. Die meister blieben im Zuge ihres Studiums irgendwie in diesem Genre hängen. Aber bereut hat es bisher noch keiner. Auch wenn die Konkurrenz ganz sicher groß ist. Besonders viel Gelächter erntete die abschließende heitere Lesung, die aufgrund ihres Inhalts vermutlich lehrreicher war als jedes Referat. Denn Christian Birko-Flemming und Christiane Nothofer erinnerten sich aus der Sicht eines vermeintlich guten Schauspielers an einen Kollegen der C-Schauspieler-Klasse. Und anhand dieser sehr erheiternden Erlebnisse wurde deutlich, was einen mittelmäßig bis schlechten Schauspieler, Bühnenarbeiter oder Regisseur der genannten C-Klasse von den wirklich Guten in diesem Metier unterscheidet. Seinen besonderen Dank für diese „kleine, aber feine Veranstaltung“, die sehr überlegt, liebevoll und mit viel Mühe außerhalb des Spielplans durch die Akteure der Badischen Landesbühne präsentiert worden sei, sprach den „Referenten“ Mudaus Hauptamtsleiter Herbert Knapp aus. Beim Überreichen eines flüssigen Grusses betonte er, der Nachmittag habe den Anwesenden nicht nur viel gebracht, sondern sei auch äußerst humorvoll gestaltet gewesen. Die Verlosung von dreimal zwei Theaterkarten für die kommende Saison unter den Teilnehmern rundeten den ebenso harmonischen wie lehrreichen Nachmittag ab.