Schriftgröße: a a a | SitemapDatenschutz | Impressum | Kontakt
Seite drucken

„Töpferei an der Grenze“ und Limeswanderung

Mudau. (lm) Ganz im Zeichen der Römerzeit im Odenwald stand die Gemeinde Mudau.

Zunächst wurde die Sonderausstellung „Töpferei an der Grenze“ im Bürgersaal eröffnet, die zu den normalen Öffnungszeiten des Rathauses bis einschließlich 4. September besichtigt werden kann, danach folgte eine Limeswanderung vom Wachtposten 10/37 "In den Schneidershecken" über die hessische Grenze bis hin zum Kastell Hesselbach. Zahlreiche Interessenten beteiligten sich an der Führung und nutzten so die Gelegenheit zu einer Zeitreise in das Leben der Limessoldaten. Außerdem wurden den Interessierten noch wertvolle Informationen über die geologische Entwicklung des Gebietes um den Odenwaldlimes von Claudia Eckhardt vom UNESCO Geopark Bergstraße-Odenwald auf dem Wege erläutert.
Im Mittelpunkt standen jedoch die Anlagen des Odenwaldlimes. Hierzu konnte die Gemeinde erfreulicherweise die Leiterin der Archäologischen Denkmalpflege am Regierungspräsidium Karlsruhe, Dr. Britta Rabold gewinnen. Sie erläuterte zunächst übergreifende Fakten zum Odenwaldlimes in seiner Gesamtheit, einer über 70 km langen Grenzstrecke, die von Obernburg am Main bis nach Bad Wimpfen am Neckar reichte, mit über 80 Wachtposten, einer hölzernen Palisade und einem Patrouillenweg versehen war und gegen 100 n. Chr. eingerichtet wurde. Etwa 50 Jahre später wurden die meisten dort stationierten Einheiten nach Osten, an den so genannten äußeren Limes vorverlegt; wenige Besatzungen blieben jedoch noch länger vor Ort (für Neckarburken erwiesen, für Schloßau vermutet). In diese Zeit gehört ein Heiligtum in dem größeren Steinturm des Wachtposten "In den Schneidershecken", das vermutlich mit den Schloßauer Soldaten im Zusammenhang zu sehen ist. Dr. Rabold hielt es für gut möglich, dass auch der Schloßauer Kastellvicus länger als 150 n. Chr. bestand; dies gilt vor allem für die Töpferei, nach dem derzeitigen Kenntnisstand die jüngste Bauphase der Schloßauer Zivilsiedlung. Im Verlauf der Wanderung erfolgten spezielle Erläuterungen zu den jeweiligen Wachtposten, Kleinkastellen und zum Kastell Hesselbach. Nicht zu kurz kamen Aspekte wie Aufgabenfeld und Lebensbedingungen der Soldaten am Odenwaldlimes. Insgesamt kamen die Teilnehmer der Wanderung voll auf Ihre Kosten und konnten bei herrlichem Sommerwetter das Gebiet im Dreiländereck des Odenwaldes bei bester Information genießen.